|
Gott
ist für mich: 'Licht, Liebe und Freude'
Markante Textstellen:
Ich glaube Gott
Kirchen, Religionen,
Eigen-Kompetenz
und Eigen-Verantwortung
Ehebrechen Partnerschaft
fördert ...
Erfolgskontrolle
Credo (Zitat 36)
|
Ich
glaube:
Gott ist zu spüren -
äußerlich, wie innerlich.
Er ist für mich weder Vater, noch Mutter,
sondern die Energie (der Kraftstrom).
Einerseits die Energie, die mich umgibt,
in der ich mich bewege
und die mich auch einhüllt und schützt.
Sie hat die Stimme der Ereignisse,
an denen ich beteiligt bin
und der Gefühle, die dazu in mir entstehen.
Mit ihren Botschaften
bin immer ich persönlich gemeint.
Ich kann mich gedanklich
mit dieser Energie verbinden,
nur um sie zu genießen -
oder auch um aufzutanken und
mir wieder mehr Ruhe,
Schwung und Zuversicht zu holen.
Äußerlich sage ich dazu:
Große Quelle des Lichts.
Andererseits ist diese Energie auch in mir.
Sie ist der Funke, der mich lebt.
Sie hat zum Beispiel die Stimme der Intuition.
Innerlich sage ich dazu:
Quelle der Liebe und der Freude.
Ich halte die Verbindung,
indem ich mir täglich vergegenwärtige:
"Ich bin geschützt -
eingehüllt in Licht und Wärme!"
und
"Ich bin durchströmt und ausgefüllt
von Licht, Liebe und Freude - jede Zelle, jedes Atom.
Ich spüre und genieße es,
ich strahle es hinaus, verbreite und verschenke es
und
ich fördere es und entwickle mich weiter!"
Um mein Leben im Gleichgewicht und so erfreulich,
wie es gerade möglich ist, gestalten zu können,
brauche ich den gleichzeitigen Kontakt
nach Außen und nach Innen.
Wer auch immer mir Anregungen geben kann -
Menschen,
Religionen, Institutionen, Bücher,
Ereignisse, Seminare,
Gruppen usw. -
diese Energie noch bewusster zu spüren und
sie noch intensiver und damit beglückender
in meinem Alltag zu leben,
der ist mir willkommen! |
|
Nachdem ich so in einer freundschaftlichen Runde meine Einstellung
erklärt hatte, merkte ich schnell, dass ich damit den Anstoß zu dem
Thema
|
|
‘Gott, Glauben, Religionen, Wirkungen,
Eigen-Kompetenz
und Eigen-Verantwortung’
|
|
gegeben hatte.
|
|
In heftigen und teilweise
kontroversen Gesprächen erörterten wir danach dieses Thema und einigten
uns nach und nach auf folgende Punkte:
|
Gott ist für jeden etwas anderes. Für alle in dieser Runde ist er
eine kraft- und energie-spendende Dimension, die uns äußerlich
umgibt und innerlich lebt (Lebensfunke). Diese Dimension ist
strömende Liebe, die dazu beitragen will, dass das je eigene Leben (ein
fortlaufender Lernprozess, in dem jedem immer wieder neue und ihm gerade
entsprechende Aufgaben gestellt werden) besser, freundlicher und
fröhlicher gelingt - alleine und mit anderen zusammen.
Gute Verbindung zu dieser Dimension wird niemals hergestellt und
gefördert durch blindes Glauben und mechanisches Befolgen von Regeln,
Anweisungen und Geboten. Entscheidend ist vielmehr das dazu wachsende
persönliche Denken und Handeln und damit die Richtung, in die die
verfügbare Kraft und Energie eigen-verantwortlich gelenkt wird.
Die erfolgreiche Annäherung an diese Dimension verlangt das
achtsame Suchen durch Ausprobieren und Spüren (ständiges begleitendes
Bewerten der Wirkungen - nach Außen und nach Innen). Dazu gibt es Wege,
Umwege und auch Irrwege.
Kirchen, Religionen, Spiritualität, Esoterik
Ob ich für mich auf dem ‘rechten’ Weg bin, das
spüre ich. Je bewusster ich für immer mehr ‘eigene’ Freude
und Wohl-fühlen sorge, für mich und damit zwangsläufig auch für
andere, mit denen ich in Berührung komme und das Ganze, in dem ich lebe,
desto erfolgreicher verwirkliche ich diese Dimension in mir. Ich
werde dann für mich und andere mehr und mehr zur Bereicherung und damit
zur Freude (ein sonniger und wohltuender Mensch - mit Ausstrahlung).
Es gibt unendlich viele Angebote, die die Suche nach dem rechten Weg
und das Begehen desselben fördern und erleichtern wollen. Die besten
Lern- und Entwicklungs-Angebote stecken wohl in Botschaften und Signalen,
die jeder Augenblick in Form eines Ereignisses, an dem ich beteiligt bin,
eines Satzes, der in einem Buch auffällt, einer Situation, die Schmerzen
bereitet und deshalb nachdenklich macht, eines Anblickes, der tief bewegt,
eines Traumes, aktueller Gefühls- und Stimmungszustände usw. usw.
anbietet.
Es verlangt Aufmerksamkeit und Achtsamkeit, diese scheinbar
alltäglichen Signale und dann auch ihre Bedeutungen, also die darin
enthaltenen höchst-persönlichen Herausforderungen und Chancen, zu
beachten.
Besonders Kirchen und Religionen (auch spirituelle und esoterische
Angebote) bieten mit ihren Überlieferungen und Lehren häufig gute
Anregungen zur Suche des eigenen Weges ‘auf diese Dimension
zu’.
Gleichgültig, ob Lehren einer Kirche oder Anregungen aus einem
unmittelbaren Erleben (z.B. Krankheit, Unfall, Schicksalsschlag)
aufgenommen werden, entscheidend ist, was ich im einzelnen für
mich daraus mache (eigenes Denken, Handeln und Verhalten) und welche
‘Wirkungen’ ich damit in Gang setze. Die innerlichen
Wirkungen spüre ich unmittelbar, sofort oder auch später. In gleicher
Weise auch die äußeren Wirkungen, die durch meine Art der
Beteiligung ganz entscheidend beeinflusst werden.
Macht es mich fröhlicher, macht es mein Leben leichter und
freundlicher, trägt es dazu bei, dass ich mich wohler fühle? - Wenn
‘ja’, dann spüre ich ‘so’, dass ich auf dem
rechten Weg bin. Eine lebendige und intensive Verbindung zu dieser Dimension
begleitet und fördert dann meinen Alltag und damit meine Realität.
-
Ich denke also auch immer wieder daran, wie ich mehr sein und mich
verhalten will. Die notwendige Kraft und Ausdauer strömt mir dann mehr
und mehr zu.
Wieso geschieht das und woher kommt die Energie?
Darauf lässt sich nur antworten: Es geschieht - und das ist dann auch
zu spüren! Das genau ist die Erfahrung, die aus erfolgreichem Suchen und
Ausprobieren aufsteigt.
Der eine sagt dann, "Gott hat mir geholfen!", der andere
"Meine Intuition hat mich geführt!", der dritte "Ich habe
es ganz alleine geschafft!". - Nicht die Begründung, sondern die
‘Wirkung’ ist entscheidend:
Mehr Freude, Leichtigkeit und Wohl-fühlen!
Merke ich dagegen, dass es mir schlecht und schlechter geht, dann denke
und handle ich so, dass es mir Nachteile bringt, auch wenn ich mich
dabei z.B. auf kirchliche oder religiöse Grundsätze berufe. - Wieder
sind die ‘Wirkungen’ entscheidend, nicht ein als richtig
behaupteter Weg, eine Regel oder auch überlieferte Gebote und Verbote.
Der Handelnde und damit der Verantwortliche für mich bin immer
nur ICH.
"Du trägst den Richter in deiner Brust!", heißt es in der
Bibel. Was nichts anderes sagt, als: "Du spürst es mit Wohl-fühlen
und Freude, wenn du auf deinem rechten Weg bist - und du spürst es
mit Schmerzen und Weh-tun, wenn du in die Irre gehst und damit dir selbst
und anderen schadest!"
So weit
waren wir uns einig, als Petra einwarf:
Da gibt es also ein Kirchengebot, das heißt ‘Du sollst nicht
ehebrechen!’ Wenn ich mich nun danach richten möchte, aber mich
dabei schlecht fühle, was ist dann los?
Wie interpretierst du für dich dieses Gebot?
Ich darf Zärtlichkeiten und Sex nur noch mit meinem Partner haben.
Alles andere ist mir verboten."
Und wie geht es dir damit?
Ja schlecht! Ich will ja gar nicht fremd gehen, aber trotzdem sitzt
mir das Verbot im Nacken. Schon wenn ich nur daran denke, dass es mit
anderen auch schön sein könnte, bekomme ich ein schlechtes Gewissen.
Außerdem ärgert es mich, dass mir da irgendwer Vorschriften machen
will. - Diese schlechten Gefühle hindern mich zum Teil sogar, das
vorhandene Schöne mit meinem Partner richtig ausleben und genießen zu
können.
Du hast also ein Gedankengut übernommen oder auch selbst erzeugt, das
dir Unbehagen und Unwohl-fühlen macht.
Das ist Lehre der Kirche und das predigen auch die Pfarrer - was soll
ich da machen?
Ob und vor allem ‘wie’ du das in dein Leben als
richtungsweisend hereinnimmst, dafür bist nur du zuständig. Wenn
es dir nicht dient und dich nicht fröhlicher macht, folgst du Vorstellungen,
die dich Gott sicherlich nicht näher bringen!
Und was soll ich dann machen? Wie soll ich es schaffen, dieses Verbot
nicht mehr im Nacken zu spüren und trotzdem den Orientierungen meines
Glaubens zu folgen?
Indem du dieses Gebot hinterfragst. "Was will es? Wozu will es
beitragen? Was will es anregen?"
Ich frage also: "Was will dieses Gebot?" - Ich denke, es
will zu einer beständigen und verlässlichen Beziehung zwischen zwei
Menschen beitragen! Mich vielleicht sogar auf einen Weg hinweisen, der
zu tieferen und beglückenderen Erfahrungen führt, die ich andernfalls
nie machen könnte.
Wie kannst du nun dazu beitragen, wie können beide Partner dazu
beitragen, dass die Ehe oder die Partnerschaft so lebendig und intensiv
ist, dass sich jeder, auch bezüglich Zärtlichkeiten und Sex, so wohl und
zufrieden fühlt, dass er mit den Versuchungen, die ganz
selbstverständlich von Außen immer wieder kommen, gut fertig werden kann,
ohne ihnen zu erliegen?
Phhh! - Du stellst Fragen! - Das geht ‘beide’ an!
Natürlich geht es ‘beide’ an. Es soll ja auch eine ‘Partner’schaft
sein. Dafür sind immer ‘beide’ zuständig und notwendig!
Frage an
alle:
Was fördert eine gute und wohl-tuende Partnerschaft
und
stärkt damit auch das Gefühl der Treue ("Ich halte meinem Partner
die Treue, weil ich es ‘will’ - und nicht weil ich es
‘muss’!")?
Nun kamen viele Ideen und Anregungen. Einige seine hier wiedergegeben:
-
"Partner brauchen in ihrer
Beziehung die Leichtigkeit und Fröhlichkeit des Spiels. Sie sollten
also häufig miteinander spielen - nicht nur übliche
Gesellschaftsspiele, sondern sich im Wortsinn aufmerksam miteinander
beschäftigen!"
-
"Sie müssen lernen, wenn sie das
wollen, offen und ehrlich miteinander zu reden, eigene Wünsche und
Bedürfnisse zu benennen und zu vertreten, miteinander zu verhandeln
und sich schließlich so zu einigen, dass es für beide nicht nur gut,
sondern ein Gewinn ist!"
-
"Beide Partner müssen dafür
sorgen, dass sie sich - alleine und miteinander - wohl fühlen!"
-
"Partner brauchen gemeinsame Ziele
und auch gegenseitige, höchst-persönliche Versprechen z.B. zur
Exklusivität von Nähe, Zärtlichkeit und Sexualität - und zwar
unabhängig von staatlichen oder kirchlichen Ritualen ('Ich verspreche
dir ... - weil ich dich mag und weil du mir wichtig bist! Sollte ich
mich an dieses Versprechen nicht mehr halten wollen oder können, dann
sage ich dir das - sofort und in aller Offenheit, wenn ich das bemerke!')."
-
"Klar! Ein absolutes
Bindungsversprechen ‘auf Lebenszeit’ ist unrealistisch.
Wer weiß heute, was ‘beide’ morgen und übermorgen aus
ihrem Miteinander und damit aus den Gefühlen füreinander machen? Ehe
bzw. Partnerschaft sollte nicht zu Pflichterfüllung, zum Zwang oder
zur Gewohnheit verkommen, weil sie nun mal da ist und irgendwann -
zumindest in den Anfängen - auch auf gegenseitiger Zuneigung beruhte.
Sonst wird ein Garten, in dem ich leben ‘möchte’, zum
‘Muss’ und damit zum Gefängnis. Früher oder später regt
sich das Aufbegehren, der Widerstand gegen dieses Muss und die
Versuchung, genau das auszuprobieren, was angeblich verboten ist (von
wem eigentlich?).
Lebe ich aber freiwillig zusammen mit dem Partner im gemeinsamen
Wunschgarten, dann hängt es davon ab, wie schön beide den
Garten gestalten und erhalten, um sich darin wohl zu fühlen. Jeder
kann gehen, wenn er nicht mehr dableiben will. Daran gibt es nichts zu
rütteln! - Es geht ja um Gefühle!
Wenn beide Partner mit solcher Klarheit ihr Miteinander aufbauen, dann
kann das, besonders in den Anfängen, schon Angst machen, weil ja
plötzlich die vorgegaukelte Sicherheit äußerer (staatlicher oder
kirchlicher) Rituale wegfällt. Gleichwohl wird es fördernd wirken,
weil sich beide ihrer eigenen Verantwortung für das
Miteinander bewusster werden."
Johannes fasste sehr treffend zusammen:
Es ist schon faszinierend! Plötzlich, indem zu einem Glaubenssatz
die höchst-persönlichen und weiterführenden Fragen gestellt werden
"Was kann ich da in meinem Leben dazu-lernen und verbessern, um
immer mehr so leben zu können, wie ich mir das (glaubensbedingt)
wünsche?" - in diesem Moment wird jeder Glaube lebendig und
verändert sich zu dem, was er wirklich sein will, nämlich zu einem
vielschichtigen und höcht-persönlichen Entwicklungs-Weg des eigenen
Denkens, Handeln und Verhaltens auf Gott zu, also immer mehr so, dass
ich mehr Freude, Wohl-fühlen und Lachen von Herzen spüre, alleine und
mit anderen zusammen!
Und so wird der Mensch zum menschlicheren Menschen, der respektvoll mit
sich selbst und anderen leben kann, gleichgültig, welche Religion,
Denkrichtung, Hautfarbe, Sprache oder Stammeszugehörigkeit der einzelne
hat.
Denn Mensch-sein verbindet!
Die Verbindung wird also auch durch die wohl-tuende Wirkung der Suche
nach Gott oder Allah oder dieser Dimension, wie immer man dazu auch
sagen mag, gefördert! - Der Weg zu Gott zeigt sich also als Weg auf
mich selbst und andere Menschen zu!
Nach einer Weile nachdenklichen Schweigens hakte Renate nochmals nach:
Ja, ja, im Prinzip verstehe ich das alles. Im wesentlichen sehe ich
es auch so. Doch so richtig klar ist mir immer noch nicht, woran ich
merke, ob ich auf einem guten Weg auf Gott zu bin, ob ich ‘diese
Dimension’ also so gut es eben gerade geht in meinem Lebens-Alltag
verwirkliche.
Wieder gab es ein langes Hin und Her, nach dem wir uns schließlich
auch noch auf folgenden Punkt einigten:
Glauben - oder mit anderen Worten, der Weg auf diese Dimension zu,
darf nichts Automatisches, Mechanisches oder Starres sein. Es ist
vielmehr, wie das Leben auch, ein Prozess, den ich als Einzelner
(nur für mich ) bewusst lenken, schleifen lassen oder auch
fördern und beschleunigen kann.
Was immer ich tue, wenn es mich in Streit, Ärger, Schmerzen, Trauer
und Krankheit, also in mehr Unkglücklich-fühlen hineinführt oder darin
festhält, dann ist das ein sicheres Anzeichen dafür, dass ich mich
bisher eher von Gott entfernt habe, gleichgültig aus welchen Gründen im
einzelnen auch immer.
Will ich das mit dem Blick auf Gegenwart und Zukunft verändern und
wieder verbessern, dann gibt es wohl nur eines, nämlich den Blick nach
Vorne zu richten, verbunden mit dem Vorsatz:
"Ich gehe auf das Licht, meine Freude und mein Lachen
von Herzen zu - heute, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute - jetzt! Und
wenn ich es alleine nicht so schaffe, dass ich damit rund und zufrieden
bin, dann bitte ich um die Einsicht und die Kraft, notwendige und
fördernde Hilfen auszuwählen und in Anspruch zu nehmen.
Was will ich nun selbst dafür tun, dass Entspannung,
Leichtigkeit und Freude - und damit mein Wohl-fühlen - immer mehr
werden, heute und in der Zukunft?"
Entscheidend ist also: Trägt das, was ich gerade tue und noch zu tun
vorhabe letztlich dazu bei, dass ich mich immer wohler fühle? - Die
Antwort und damit auch der Weg-Weiser ist mein ‘Spüren’.
Ich kann es innerlich wahrnehmen - immer und überall! - Und ich kann zu
mir stehen und dieses innere und spürbare Einsagen ab sofort in
meinem Leben mehr berücksichtigen.
Doch ich darf es mir auch weiter weniger gut oder sogar schlecht gehen
lassen. Die Entscheidung, in welche Richtung ich meine Kraft und
Energie für mich lenke, kann immer nur ich alleine treffen.
Ein großer Mann hat einmal gesagt: "Lachen ist
Religion!"
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Nun meldete sich auch noch Angelika zu Wort:
An dieser Stelle möchte ich euch ein Gedicht vorlesen, das ich vor
vielen Jahren, anlässlich meiner ganz persönlichen Auseinandersetzung
mit Gott, Kirchen, Religion und Spiritualität gemacht habe. Sicherlich
würde ich heute das eine oder andere ein wenig anders ausdrücken, aber
im wesentlichen stimmt es nach wie vor. Darf ich?
Nachdem allgemeine Zustimmung signalisiert worden war, las sie vor:
Credo
Mein Gott, er wohnt in keiner Religion,
er engt uns nicht durch starre Dogmen ein.
Weit schwebt er über all der Kirchen Illusion,
allein nur ihre Lehren könnten die rechten sein.
Er sagt nicht, dass die Liebe Sünde wäre,
dass Kinderkriegen aber Pflicht,
verlangt nie, dass man den Kirchenfürsten ehre,
der Himmel oder Hölle uns verspricht.
Er war es, der den Urknall inszenierte,
ist Herrlichkeit und Macht und Energie,
Naturgesetz - mit welchem er regierte -
ist Liebe, Kraft und Phantasie.
Er ist viel weiter als des Universums Ferne -
und mir doch näher, als die eigne Haut,
ist heißer, riesiger als alle Sterne -
und mir schon seit dem Mutterleib vertraut.
Er ist im Meer und seinem Rauschen,
heizt den Vulkan, der Feuer speit,
tönt in der Stille, wenn wir lauschen,
erschuf das Licht und auch die Dunkelheit.
Er lächelt mit, in deinem Lachen,
er schickt uns Leid und schenkt uns Glück,
er ist in Träumen und im Wachen,
ist Zukunft und auch Augenblick.
Er ist die Nabelschnur, an der wir hängen,
der Pol, um den sich alles dreht,
er will uns weiten und nicht engen,
will, dass man mutig eigne Wege geht.
Jenseits ist er von gut und böse,
ist Herrscher über Raum und Zeit
und wir erfassen seine wahre Größe -
wohl nur mit dem Begriff der Ewigkeit.
Er ist in Blättern, die von Bäumen fallen,
er steht am Anfang und auch im Verderben,
er ist in jedem und in allem,
im Leben so wie auch im Sterben.
Er lebt im Samenkorn, im Baum,
in jeder Blume, jedem Tier.
Nur in der Kirche, da fand ich ihn kaum,
doch fühl’ ich, er wohnt auch in mir.
(Angelika
Wohlfarth)
|