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Grenzen
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ES
GIBT KEINE GRENZEN!
Außer
denjenigen,
die
ICH
IN
MIR
FÜR
MICH
einrichte! |
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Ich kann nicht anders! - Stimmt das wirklich?
( .. 'durch Mauern gehen')
Es ist ein erstaunliches Theaterstück, das ich mir da vor einiger Zeit
angeschaut habe. Seitdem gehen mir Bilder und Szenen daraus nicht mehr aus
dem Kopf:
Eine Frau lebt da in einem Raum. Er hat vier Wände - und eigentlich
keine Türe.
Die Frau bewegt sich in eine Richtung, stößt an eine ihrer Wände
und weicht - wohl aus Angst und Schmerz - aufschreiend zurück.
Da hört sie eine Stimme. Sie ist in ihrem Raum, aber auch
außerhalb:
"Geh doch weiter, es ist möglich!
Diese Wand, die du siehst und spürst, existiert nur in deiner
Vorstellung! -
In Wirklichkeit ist sie nicht da! -
Doch - du kannst auch die
Vorstellung der Wand behalten, dann kannst du durch sie
hindurchgehen!
Du kannst es! - Du schaffst es! - Tu es!"
Die Frau weicht zurück, kauert sich in einer Ecke ihres Raumes
zusammen und erwidert zaghaft:
"Das geht nicht! - Das kann ich nicht! - Das ist unmöglich!
Die Mauer ist da, ich habe sie doch gespürt! - Ich habe mich ja
auch an ihr verletzt! -
Ich spüre den Schmerz immer noch! - Es geht nicht!"
und dann fährt sie klagend fort:
"Wenn nur die anderen nicht so hässlich gegen mich wären!
Ich tue doch alles - und das ist nun der Dank!? - Sie könnten
auch ein bisschen freundlicher und entgegenkommender zu mir
sein!"
Nach einer Pause bedrückten Schweigens entringt sich ihr ein
Aufschrei:
"Ich möchte raus! - Ich möchte so gerne, dass diese
scheußliche Welt sich verändert! - Ich möchte so gerne ......
!"
und ihre Stimme verliert sich im Wimmern.
Nach einer Weile ist sie wieder zu hören:
"Eigentlich geht es mir ja gut!
Eigentlich muss ich ja dankbar sein, dass es nicht noch schlimmer
ist! -
Ich muss eben mein Schicksal annehmen!" -
Und dann ist nur noch ein Murmeln und Seufzen zu hören.
Es ist zu sehen, dass der Schmerz der Frau, eingesperrt zu sein - und
sich immer wieder an den eigenen Wänden zu stoßen, mehr und mehr
zunimmt.
Bis dann schließlich ein Punkt erreicht ist, wo sie wütend aufheult
und schreit:
"Jetzt reicht es mir!
Mit diesem ewigen Stillstand und den ewigen Wiederholungen und
Klagen! -
Jetzt gehe ich wirklich - und wenn es mein Leben
kostet!"
Sie stürzt auf eine ihrer Wände los - und - geht hindurch.
Ein Aufseufzen der Erleichterung füllt für kurze Zeit den
Zuschauerraum.
So wiederholt sich das mehrmals.
Von Mal zu Mal wird der Raum dieser Frau größer, weiter und heller.
Auch die Frau selbst wird größer! - Stattlicher! - Aufrechter!
Am Schluss tanzt sie wirbelnd in der Mitte ihres letzten Raumes, der
in seinen Ausmaßen nun riesig erscheint und dessen Wände nur noch
schemenhaft zu ahnen sind.
Und sie lacht!
Dann hält sie in der Bewegung kurz an, richtete sich auf zu ganzer
Größe und breitet die Arme aus, als wolle sie die Welt umarmen.
Da kommt wieder die Stimme:
"Geh doch weiter, es ist möglich!
Diese Wand, die du siehst und spürst, existiert nur in deiner
Vorstellung! -
In Wirklichkeit ist sie nicht da! -
Doch - du kannst auch die
Vorstellung der Wand behalten, dann kannst du durch sie
hindurchgehen!
Du kannst es! - Du schaffst es! - Tu es!"
Die Frau ist sichtlich erstaunt und wendet ein:
"Zu was? - Es ist doch wunderbar!?"
Und wieder kommt die Stimme:
" Tu es! - Jetzt! "
Und damit fällt der Vorhang.
Ergriffenes Schweigen senkt sich auf den Zuschauerraum.
Langsam und ohne zu drängeln schieben wir uns auf den Ausgang zu.
Dort erwarten uns ein schwarz gekleidetes junges
Mädchen, die schwarzen Haare als Pagenkopf frisiert und ein ebenfalls
schwarz gekleideter junger Mann, dessen schwarze Haare wie ein Hahnenkamm
stilisiert sind. Freundlich lächelnd verteilen sie an jeden Besucher ein
grünes Blatt.
Zitate 12:
Risiko und Freiheit
- - - (nachdenklich)
Alles sehr bewegend. Seitdem lässt sie mich nicht mehr
los - diese Sehnsucht, durch meine Vorstellungen hindurchzugehen, durch
meine Wände, in meine größeren Räume, die ich momentan erst ahne.
Ich höre sie immer wieder, diese Stimme.
" Tu es! - Jetzt! "
Ist es jene Stimme?
Sind es meine neuen Räume, die mich rufen und locken wollen?
Ist es meine Innere Stimme?
Immer wieder dieses:
" Tu es! - Jetzt! "
"Ja, ich komme! - Ich tue es! - Jetzt!"
oder: 'Wie das ICH wieder gefunden wurde'
Jana ist eine ganz normale Frau - nicht alt und nicht jung - nicht
groß und auch nicht klein - und sie lebt ihr Leben und ihren Alltag -
nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht. Eben so!
Beim Durchstreifen der Gegend findet sie ein allgemein zugängliches,
verwildertes Grundstück. Neben Bäumen, Büschen und Gestrüpp gibt es
dort auch ein paar Plätzchen mit Blumen.
Niemand kümmert sich um dieses Grundstück. Jeder kann dort aus- und
eingehen - und nicht nur das, sogar Unrat wird immer wieder dort
abgeladen. Jana denkt sich: "Es wird wohl niemandem schaden, wenn ich
wenigstens die Blumen pflücke und sie verkaufe!" - Gesagt getan! -
So erntet Jana immer wieder die wenigen Blumen, bindet sie zu Sträußen,
verkauft sie auf dem Marktplatz und fristet so ihr Leben.
Doch im Laufe der Zeit wird Jana nachdenklich und auch neugierig, wem
denn nun eigentlich dieses verwilderte und nicht eingezäunte Grundstück
gehört, um das sich offensichtlich niemand kümmert. Ihr ist es in der
Zwischenzeit vertraut geworden - und auch wichtig. Es sichert mit seinen
wenigen Blumen ihren bescheidenen Lebensunterhalt. Manchmal verbringt sie
auch längere Zeit dort, liegt träumend im Gras, lauscht den Grillen und
den Vögeln und erfreut sich auch an den bunten Schmetterlingen, die immer
wieder vorbeitanzen. - So beginnt sie sich also zu erkundigen.
Es ist schwierig! - Denn der eine vermutet das, der andere jenes, der
dritte noch ganz anderes. Bis sie sich schließlich aufrafft und der Sache
nun selbst auf den Grund geht. Sie findet das Grundbuchamt, schlägt dort
in den verstaubten Seiten nach und - oh Überraschung - begegnet ihrem
eigenen Namen. Da steht es schwarz auf weiß: Sie selbst ist die
Eigentümerin dieses Grundstückes.
Kaum zu glauben! Schön und erschreckend zugleich! - Bisher hat sie
einfach genommen, was sich ihr so anbot. Manchmal auch verstohlen und mit
schlechtem Gewissen. Jetzt gehört ihr plötzlich alles!
Sie darf nicht nur die wenigen Blumen schneiden, die sich bisher in
dieser Wildnis behauptet haben, sondern nun ist sie auch dafür
zuständig, was aus dem Ganzen wird. Bleibt es weiterhin so wie bisher?
Ein zwar malerisches, aber vernachlässigtes Fleckchen Erde, in das jeder
nach Belieben hineintrampeln kann und das allen, die es brauchen können,
zur Verfügung steht? Oder? - - - -
Nichts oder! - Denn wie selbstverständlich beginnt Jana ihr Leben neu
zu ordnen und sich nun auch Zeit zu nehmen für ihren Garten. - Später
erzählt sie, sie sei von innen heraus geführt worden!
Ja, also der Garten: Sie beginnt Bäume und Sträucher zu lichten und
Unkraut zu roden, weitere Blumen und Blütensträucher zu pflanzen, Wege
und einen Sitz- und Sonnenplatz anzulegen und vor allem auch einen Zaun zu
errichten. Zwar niedrig, aber gleichermaßen wichtig. Wie sollten sonst
auch andere erkennen können, dass das nun ihr Garten ist, in den man
nicht mehr einfach so eindringen oder gar Mist abladen darf?
"Heute", erzählt Jana, "bin ich nicht mehr nur
Blumenabschneiderin wie früher, jetzt bin ich die Gärtnerin und Herrin
in meinem Garten. Ich entscheide also für mich, niemand sonst! Und ich
sorge auch dafür, dass es immer mehr so wird, wie ich mir das wünsche! -
Es ist ein Pracht - und eine Vielfalt - und ein Glück!
Auch heute schneide ich natürlich noch Blumen für den Marktplatz.
Nicht mehr nur diejenigen, die vorher schon da waren und auch weiterhin
schön und wichtig sind, sondern auch von den vielen neuen Arten und
Farben! - Welch ungemeiner Zugewinn an Fülle und Möglichkeiten hat sich
mir da doch aufgetan!"
Und während sie das sagt, lacht sie über das ganze Gesicht. Ein bisschen
wehmütig fährt sie fort:
"Ich habe lange gebraucht, bis ich gemerkt habe, welchen Reichtum ich
da bisher brach liegen ließ! - Ich bin dabei aufzuwachen! - Jetzt sorge
ich ganz bewusst dafür, dass mein Leben immer heller und fröhlicher
wird, alleine und mit anderen zusammen!
Übrigens: Immer wieder lade ich mir Menschen, die ich mag, in meinen
Garten ein! Ich würde mich freuen, wenn auch du mich demnächst besuchen
kommst, um meine Pracht und meine Vielfalt zu bestaunen und zu
genießen!"
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