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Gut und schlecht
für wen?
| Immer wieder ärgert es
mich, wenn ich Feststellungen höre, wie: |
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"Dies
ist gut - und jenes ist schlecht (böse)!
Nur so ist es richtig!
Anders ist es verkehrt (falsch)!
Es geht nicht anders! - usw."
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| Politiker und
Wissenschaftler behaupten es, Eltern und Vorgesetzte drohen damit,
Kirchen und Religionen verkünden es, Partner und Freunde (hin und
wieder sogar ich auch!) versuchen so ihre Vorstellungen
durchzudrücken. |
Doch das alles ändert nichts an der Tatsache, dass es ‘gut und
böse’, ‘richtig und falsch’, ‘entweder - oder’
in allgemeingültiger Form nicht gibt.
Für mich z.B. ist Fisch gut, er schmeckt mir. Manch anderer kann Fisch
nicht ausstehen. - Ich mag die rote Farbe, andere fühlen sich damit nicht
wohl und finden sie abstoßend. - Ein Kind bei ungewollter Schwangerschaft
abzutreiben kann für eine Kirche schlecht, für eine andere Kirche in
Ordnung, für die Sozialwissenschaft bedenklich, für den Staat
unerwünscht, für die Familie schrecklich, für die Mutter gut und für
die Beziehung mit dem Partner ein Segen sein.
Gut
und schlecht, richtig und falsch sind also
zutreffend, aber eben nur für denjenigen der diese Begriffe gerade
anwendet. Es sind immer höchst-persönliche und individuelle Bewertungen.
Eigentlich verlangen sie - der Klarheit wegen - den Zusatz: "So ist
es richtig für mich !" oder "So sieht es die xy-Kirche
(-Partei, -Schule usw.), deren Meinung ich hier vortrage!" - Aber -
wer macht das schon?
Wo immer mir heute solche scheinbar allgemeingültigen
Behauptungen "Das ist so ... - und nicht anders!" begegnen,
versuche ich mich kurz zu besinnen und ergänze sie dann innerlich leise,
manchmal auch laut und hörbar mit: "So ist es für dich (denjenigen
also, der das gerade sagt)!"
Nun kann ich dem anderen wieder offen und interessiert zuhören. Ich muss
mich nicht mehr angegriffen fühlen, auch nicht erklären und
rechtfertigen, wieso ich das anders sehe. - Es ist seine Sicht der
Zusammenhänge. Auch die ist wichtig und interessant!
Meine eigene Sichtweise, die nur für mich gut und richtig ist,
kann dagegen von Außen nicht angetastet werden.
Es kann aber durchaus sein, dass ich interessante Ideen anderer
aufgreife, probiere und - wenn positiv - in mein Denken und Tun aufnehme.
Allerdings in meiner Art so verändert, dass für mich daraus nun
eine erfreuliche Bereicherung erwächst. - So lerne ich auch dazu!
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