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Opfer
ohne Standvermögen, ohne eigene Entscheidungen
Bedrückende Gefühle suchen hin und wieder wohl jeden von uns heim.
Doch wer noch nicht zum Opfer geworden ist, schafft es früher oder
später, sie zu überwinden und sich auf die Zuständigkeit und
Verantwortung für sich selbst zu besinnen, also die Hemdärmel
hochzukrempeln und die eigenen Anliegen dann auch in die eigenen Hände zu
nehmen.
Nicht so das Opfer. Es fühlt sich immer wieder eingesperrt und gefangen im
Kreis seiner (selbst auferlegten) Verpflichtungen und Erwartungen.
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Alle ziehen
an mir! |
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Ich kann
nicht anders! |
| Das wird
von mir erwartet! |
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Dem muss
ich entsprechen! |
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Das muss
ich machen! |
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Darum muss
ich mich kümmern! |
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Das kann
ich doch erwarten! |
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Zwang,
Druck, keine erkenn-
baren Möglichkeiten, selbst
etwas zu verändern! |
Die
anderen!
(z.B. Partner, Kollegen,
die Verhältnisse) |
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usw. - usw.
- usw. |
Beim Opfer fällt auf, dass es sich nach allen Richtungen gezerrt und
verpflichtet fühlt. Es ist weich - und lässt mehr oder minder alles mit
sich machen. Es scheint kein Rückgrat zu haben und muss buckeln.
Natürlich stimmt das nicht: Es hat Rückgrat, aber es benützt es nicht.
Was ist der Weg?
Eine Möglichkeit ist, ‘bewusst’ eine aufrechte Haltung
einzuüben *) und diese im Alltag möglichst beizubehalten - mit
gutem Kontakt zum Boden, weichen und etwas tieferen Knien und im
Gleichgewicht. Denn: Was auf der körperlichen Ebene trainiert und damit
eingeübt wird, durchdringt auch die geistige Ebene (Denken, Verhalten und
Handeln).
Jede Veränderung erfasst nach und nach immer den ‘ganzen’
Menschen. Das gilt nicht nur für Verbesserungen, sondern - und das
verlangt besondere Wachsamkeit - natürlich auch für Verschlechterungen
(Gewohntes, Nachlässigkeit, Bequemlichkeit, Ängstlichkeit).
Mit dem spürbar immer sicherer werdenden ‘Stand’,
wird es möglich,
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sich immer weniger ziehen, zerren und hin- und herschieben zu lassen,
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weder von äußeren Gegebenheiten (die scheinbar andere erwarten),
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noch von alten Denkvorstellungen (ich muss, es geht nicht anders, ich
kann nicht anders, so hat ‘man’ es zu machen, so ‘muss’
ich mich verhalten, ich mache es 'nur' für dich / für andere),
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noch von dazu gehörenden und damit irreführenden Gefühlen
(schlechtes Gewissen, innerer Druck, irreale Sehnsucht, utopische
Hoffnungen, Erwartungen und Rechthaberei), wenn zum eigenen Nutzen Veränderungen in Angriff
genommen werden.
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die Entscheidungen für das Eigene (Denken, Verhalten, Handeln
und Wohl- fühlen) mehr und mehr in die eigene Zuständigkeit und in die eigene
Verantwortung zu holen.
Was entwickelt sich?

So wird das bisher so hilflose Opfer zum eigen-verantwortlich Handelnden.
‘Sich entscheiden’ bedeutet dann auch, die Wirkungen
dessen, was ich ‘tue’ oder auch ‘nicht tue’ zu
beachten, zu spüren und zu genießen !
Will ich nichts zu meinen Gunsten verändern und verbessern,
dann kann ich mich auch dafür entscheiden, es so zu lassen, wie bisher.
Auch gut. Und jetzt kann ich das Gute an dieser Situation genießen (z.B.
ich muss mich nicht anstrengen, ich kann mich von den anderen bedauern und
vielleicht auch verwöhnen lassen usw.).
Oder ich entscheide mich, dafür zu sorgen, dass es mir künftig besser
geht. Dann kann ich mir entsprechende Möglichkeiten überlegen, die beste
wählen und Schritt für Schritt die Sache anpacken.
"Eine bewusste Entscheidung,
die gleichzeitig Vor- und
Nachteile bedenkt,
ist eine persönlich gute Entscheidung !"
Sie hat immer schöne Seiten, die dann auch mit Freude zu genießen sind -
und sie hat natürlich auch Belastungen und Anstrengungen, die dazu
gehören und dann die Freude über das Positive keineswegs schmälern.
Solche Möglichkeiten hat das Opfer nicht.
Es weigert sich, eigene
Entscheidungen zu treffen und dann dafür auch selbst die Verantwortung zu
übernehmen. Es verweist auf Notwendigkeiten und Zwänge, Regeln, Gebote, Verbote
und Erwartungen (des Partners oder anderer) und gibt die Schuld anderen und den Verhältnissen - und
leidet dann. -
Da gibt es nicht viel zu genießen.
Und genau
daran ist zu erkennen, dass in dieser Einstellung der Wurm bohrt
und werkelt. -
Zum eigenen Schaden!
* z.B. mit Meditativem Gehen und
Laufen
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Wer sich als Opfer fühlt,
scheut sich davor,
Verantwortung zu übernehmen.
(unbekannt) |
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