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Spiegel
Er hilft 'mir', MICH zu verbessern !
Der Spiegel im Bad, im Gegenüber und in der Situation, die ich
gerade erlebe, ist etwas sehr wichtiges für mich. Ermöglicht er
mir doch zu erkennen, wie ich nach Außen wirke und was ich durch mein
Verhalten (mit-) bewirke. Ich wüsste es ja sonst
nicht.
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Zur Überprüfung, ob das, wie ich es innerlich meine, auch nach außen
so ankommt und die gewünschten Wirkungen bringt, brauche ich gleichzeitig
den Kontakt zu zwei Informationsquellen, nämlich
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meinem inneren Wollen (was will ich erreichen?),
meinem Verhalten, mit dem ich das versuche (Weg, Methode) und
dem Gefühl, das dazu innerlich da ist einerseits und
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zu den
dann außen eintretenden Folgen und Wirkungen (Reaktionen der anderen,
Zustimmung, Ablehnung, Erfolg, Niederlage usw.) andererseits.
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Ich kann mir z.B. das Gesicht verschmiert haben. Ich meine toll in
Form zu sein, ängstige und erschrecke aber durch mein Aussehen andere Menschen. - Ich weiß es so lange nicht, bis ich es im Spiegel
erkennen
und dann mein Aussehen und damit meine Außen-Wirkung verbessern kann. Der
Spiegel kann aus Glas oder auch ein anderer Mensch sein.
Ähnlich, wie mein Gesicht, kann auch mein eigenes Verhalten
‘verschmiert’ sein, das heißt, ich meine innerlich, es sei
freundlich oder doch zumindest angemessen, es wird aber außen ganz anders
erlebt (erkennbar an den Reaktionen der anderen oder an Ergebnissen, die
ganz anders ausfallen, als ich sie mir eigentlich gewünscht hätte).
Wieder kann mir nur der Spiegel helfen, mein eigenes Verhalten
so zu verbessern, dass ich auch nach Außen so verstanden werde und zu
solchen Wirkungen beitrage, wie ich sie mir wünsche.
Ich kann den Spiegel selbst erkennen indem ich Situationen und
Wirkungen (z.B. Ärger, Spannungen, Auseinandersetzungen, Streit usw.), an
denen ich beteiligt war, neu überdenke. - Dabei geht es nur um meinen Anteil,
denn nur dafür bin ich selbst verantwortlich und nur diesen kann ich auch
in eigener Zuständigkeit verbessern (z.B. reagiere ich ungeduldig,
schroff und fordernd, so wird sich die Situation ganz anders entwickeln,
als wenn ich aufmerksam und einfühlsam zuhöre und dann auch mein
Anliegen erkläre - usw.).
Auch in der Begegnung mit einem Du oder im Beteiligt-sein an einer
Situation kann ich mir den Spiegel der Überprüfung meiner Art der
Beteiligung holen, indem ich mir im Nachhinein die Situation innerlich
nochmals - wie im Kino einen Film - anschaue. Jetzt sehe und erlebe ich mich
von außen. Da wird plötzlich vieles klarer, vor allem auch, wie ich
mich an dieser Situation verbindlicher und damit erfolgreicher hätte
beteiligen können. Erfreulicher für mich selbst und andere!
Ein besonderes Geschenk ist der Spiegel in Form eines freundlichen
Hinweises eines anderen Menschen. "Ich erlebe dich ärgerlich,
unzugänglich, unfreundlich usw.!", vielleicht dann auch noch mit dem
Hinweis: "Mir wäre geholfen, wenn du mir da (im Verhalten, im Inhalt
usw.) ein wenig entgegen kommen würdest!"
Der Spiegel bietet mir Chancen und Angebote zum Dazu-lernen, damit ich
in der Zukunft in gleichen oder ähnlichen Situationen nicht mehr nur auf
meine bisherigen Möglichkeiten angewiesen und darauf festgelegt bin,
sondern nun auch neue und erfolgversprechendere Verhaltensweisen wählen
kann.
Ich bewundere, verurteile, bekämpfe - was?
"Ich sehe im anderen immer das, was ich auch selber
bin oder war,
was ich auch an mir besonders mag oder nicht mag!"
Das ist eigentlich logisch, denn nur wenn ich von dem, was mich da
anrührt, z.B. von dieser Freundlichkeit meines Gegenübers oder auch von
seiner Heftigkeit, oder von der feingliedrigen Beweglichkeit des Tigers im
Tierpark usw. usw. (bewusst oder auch noch unbewusst) etwas in mir trage,
nur dann habe ich dafür auch die Wahrnehmung und einen eigenen
Wertmaßstab.
Ein entsprechender Teil in mir geht also mit dem, was ich außen
wahrnehme, in Resonanz.
Was habe ich alles in mir?
Was sehe, erlebe und spüre ich alles?
Worüber spreche ich?
Mehr über Beglückendes, Erfreuliches und Anregendes?
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Sind es also Dinge,
die mir gefallen, ein Bild, ein Tanz, ein erfreuliches Zusammenspiel
in einer realen Situation oder im Theater, ein Liebespaar usw. -
oder ist es etwas, was ich auch mache und schon ganz gut kann?
Was sagt mir das?
"Ich
bin ganz zufrieden und lasse alles so, wie es ist
(Stillstand)!"
oder
"Ich bemühe mich auch jetzt um Wachstum und
Weiter-Entwicklung!"
Bin ich bereit, mich dem natürlichen und lebensfördernden Prozess
des Weiter-Wachsens zu stellen, dann könnte die nächste Frage
lauten:
"Will
ich mit Achtsamkeit meine schon vorhandenen Fähigkeiten und
Neigungen noch besser und genauer kennen-lernen und weiter
verfeinern? Außerdem durch Hinzulernen und Probieren von Neuem
meine Möglichkeiten ergänzen und ausbauen und so selbst für
noch mehr und noch intensivere Freude und Wohl-fühlen sorgen, mein
Leben also insgesamt vielseitiger, bunter und kreativer ausgestalten
(tanzen, malen, schnitzen, weben, meditieren, verschiedenste
Arbeitsfelder erkunden, Praktisches erfinden usw.) ?"
Der Spiegel kann mir also auch helfen, wenn ich Positives und Schönes
erlebe, indem er mich aufmerksam macht:
"Was
gefällt mir besonders?
Was zieht mich an?
Was könnte mich noch reizen, es selbst auch zu tun und zu
sein?
Was würde mich weiter fördern und mir gut tun?" |
oder
(worüber spreche ich?)
Mehr über Belastendes, Ärgerliches und Schmerzliches?
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Sind es also Inhalte
die mir fehlen, die mich ärgern, worüber ich klage? Beschreibe ich
all das, wie es nicht sein sollte, genau und immer wieder? Füllt
das also, was mir nicht gut tut und was ich nicht will einen
erheblichen Teil meines Denkens und Sprechens? Fühle ich mich
dementsprechend - und es wird und wird nicht besser?
Was sagt mir nun das?
"Ich
mache so weiter und erwarte von den anderen, von meiner Umgebung
oder irgendwie, dass es besser wird!"
oder
"Ich nehme mein Schicksal ab sofort in die eigenen Hände und
sorge selbst und in eigener Zuständigkeit dafür, dass ich mich
wieder wohler fühle, mehr Freude habe und mehr lachen kann -
alleine und mit anderen zusammen!"
Bin ich bereit, selbst für mich besser zu sorgen, dann könnten die
nächsten Vorsätze lauten:
"Ich
suche und finde heraus, welche Lernangebote und Chancen für mich
genau in den einzelnen belastenden Situationen stecken.
Ich laufe vor den Schmerzen nun nicht mehr davon, sondern ich nehme
sie an, gehe durch sie hindurch und gehe dann weiter, indem ich mein
Denken, Handeln und Verhalten weiter-entwickle (dazu-lerne und mehr
Beweglichkeit, Aufmerksamkeit, Klarheit, Umsicht, miteinander reden,
mich selbst mit Worten besser ausdrücken können, Freude usw. übe)!
- Wenn ich alleine nicht weiterkomme, hole ich mir die Hilfe von
kompetenten Fachleuten!"
Der Spiegel kann mich also anregen, mir Fragen zu stellen:
"Wie
machen es andere?
Welche Menschen sind für mich Vorbilder, die mitten in
der
Realität ihres Lebens stehen und gleichzeitig
Menschlichkeit
und Freude ausstrahlen?
Welche
Lernangebote und Erfahrungen in der Volkshochschule
und
bei anderen Bildungsträgern könnten mir gut tun?
usw. usw."
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Kurzanleitung
"Was sagt MIR der Krisen-Spiegel?"
Sich
selbst aufmerksam beobachten!
Immer wenn "Du bist.., du sollst.., du musst.., du kannst..,
man macht.., ich sehe dich so.. usw. (Du-, Außen- und Situations- bezogenes) kommt (laut oder auch nur innerlich leise), vor allem aus
Spannung und Ärger heraus, den Spiegel einschalten:
Alle Aussagen umwandeln und zum Ich zurückholen
- z.B. "Ich bin.., ich sollte.., ich muss.., ich mache.., ich
sehe mich so.., für mich ist es... usw."
Wie geht es mir jetzt?
Was habe ich vorher gemacht (z.B. Vorwürfe, bevormunden, erwarten,
fordern, beschimpfen, behaupten, klagen, abwerten, besser wissen,
Recht haben wollen usw.)?
Wie möchte ich das künftig verbessern? (z.B. mit *) |
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Zitate
16:
Alles ist auch in mir!
Ich habe gut und böse gekannt,
Sünde und Tugend, Recht und Unrecht;
ich habe gerichtet und bin gerichtet worden;
ich bin durch Geburt und Tod gegangen,
Freude und Leid, Himmel und Hölle;
und am Ende erkannte ich,
dass ich in allem bin
und alles in mir ist.
Hazrat Inayat Khan
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*) Gewaltfreie Kommunikation
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