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Übersetzen
und so für gute Verbindungen sorgen!
"... und dann kannst du dir die Tage
der nächsten Woche vorstellen: Morgen, übermorgen usw. - Deine üblichen
Inhalte, die da eben so zu erledigen sind, deine übliche Art, wie du es
machst. - Und wenn du magst, kannst du dir genau für diesen deinen alltäglichen
Alltag nun auch noch Veränderungen bzw. Ergänzungen ausdenken, die
du verwirklichen möchtest:
Wie du es z.B. zur Abwechslung auch mal
anders probiere könntest (statt mit dem linken, nun mal mit
dem rechten Bein aus dem Bett zu steigen, mit dem Partner das Bett zu
tauschen - usw. usw.). Auch, das eine oder andere einfacher, auf einem
kürzeren Weg und damit energie-sparender, also mit mehr Leichtigkeit und
weniger Druck zu machen. Neues anzugehen, auch für neue Glanzlichter in
deinem Alltag zu
sorgen. - Wenn du magst!
So, wie wir es auch in der Bewegung
machen!", sagte ich zu Marietta, als wir dabei waren, uns nach dem
gemeinsamen Laufen zu verabschieden. - "Achtsam ausprobieren und dafür
sorgen, dass das, was du mehr möchtest, jetzt dabei ist - und zwar
so gut und angenehm wie schon möglich - und dass genau das nun
auch immer mehr
und das gute Gefühl dazu immer dichter und intensiver wird!"
Da lachte sie mich an und antwortete:
"Schön, wie behutsam du mir das anbietest! - Früher reagierte ich auch auf solche
Hinweise und besonders auf Aufforderungen wie 'Du musst ..! Du kannst
doch ...! Du brauchst nur ...! Mache das ..! usw.' so, als müsste ich das jetzt machen, als wäre ich dazu gezwungen und hätte keine
andere Wahl. Zum Teil geht es mir auch heute noch so.
Ich spürte Druck und ging auf Abwehr,
setzte dem Außen also Widerstand entgegen. Die Ergebnisse waren dann meist
Streit, zusätzliche Spannungen und Auseinandersetzungen. Ich fühlte mich
danach meist schlechter! Für die Beteiligten, den Partner, Kollegen,
Freunde usw., war es wohl ähnlich.
Bis ich herausfand, dass von
entscheidender Bedeutung
die Übersetzung ist.
| Deine Worte von vorher übersetze ich für
mich z.B. als: |
'Ich kann es probieren, wenn ich mag
und wenn es mir gut tut, so, wie du es gesagt hast - oder auch anders - oder auch gar nicht!
Ich entscheide für mich! Niemand sonst!' |
Die Folge ist: Wie immer ich es dann
mache - es geht mir gut damit! So bin ich auch viel erfolgreicher! Denn
jetzt setze ich meine ganze Energie dafür ein, dass das, was ich für
mich will und brauche mehr wird - und muss nicht einen Teil der
Energie für das Dagegen-sein oder Mich-wehren oder Mich-darüber-ärgern
usw. abzweigen.
Ähnlich übersetze ich auch 'Du musst
..!, Du kannst doch ..! usw.', also scheinbare
Erwartungen, Forderungen und Behauptungen von außen (Partner, Familie,
Chef, Kollegen, Freunde, Arzt, Pfarrer usw.).
Mit 'Ich muss ..!, Ich schaffe
das nicht!, Ich kann nicht anders!, Das kann man von mir erwarten!
usw.', also mit inneren Erwartungen, Forderungen und Behauptungen von mir
an mich, mache ich es ähnlich.
Und - das ist echt der Hammer - meine
eigenen Mitteilungen nach Draußen, also an mein Gegenüber, übersetze
ich nun auch immer öfter. Denn das, was anderen im Eifer des Gefechtes in
ihrem Sich-mit-Worten-ausdrücken immer wieder passiert, dass sie
es ärger-auslösend als Forderungen oder Erwartungen (Du musst .., du
solltest .. usw.) formulieren, das passiert ja hin und wieder auch
mir.
Also - in mir beginnt es zu rumoren mit 'Du
kannst doch ..! Du brauchst nur ..! Das kann ich doch erwarten! So ist es
richtig! usw. - usw.', du kennst das ja. Das sprudle ich nun nicht
mehr spontan heraus, sondern ich übersetze es erst mal möglichst
sorgfältig innerlich in meine Wünsche und Bedürfnisse. Und die spreche ich
dann aus (z.B. Statt 'Du kannst auch früher nach Hause kommen!' schaue
ich bei mir nach, was ich eigentlich für mich wirklich will und sage
dann: 'Ich möchte mehr Zeit mit dir zusammen verbringen und dazu wünsche
ich mir, dass du an zwei Tagen der Woche schon am späten Nachmittag nach
Hause kommst!').
Ich will, dass mein Gegenüber spürt, dass
das, was ich sage von mir (und nicht über ihn = Kritik,
Vorwurf oder Forderung) ist, sich also zunächst nur auf mich bezieht, auch wenn es um die gemeinsame Beziehung geht. -
Dann kann das weitere im Gespräch geklärt und vielleicht sogar im
Einvernehmen beschlossen werden.
In meinem Sprechen schwingt jetzt die Achtung vor
dem Du mit: 'Du
entscheidest für dich! Nur du und niemand sonst! - Ich wünsche es
mir natürlich, dass wir uns einigen, ich bin auch bereit mit dir zu
verhandeln, aber ich weiß nicht,
ob auch du bereit bist und ob und wie es dann gelingen wird.' -
Miteinander zu gestalten ist und bleibt ein Risiko. 'Ich' kann nur
'meinen' Teil dazu beitragen, damit es möglichst gut gelingt.
Natürlich kommt es trotz aller
Achtsamkeit immer wieder zu Ausrutschern und Missverständnissen.
Doch diese werden weniger! Wenn sie
passieren, wird durch das zunehmende Bewußt-sein der Schmerz der damit
zusammenhängenden Verletzungen kleiner.
Das anschließende Klären und Bereinigen
wird einfacher. Es ist leichter und schneller wieder ein gutes Miteinander
zu erreichen.
Es geht also nicht mehr so weit und so
lange nach unten, wie früher. Die Löcher sind weniger tief und ich weiß
mir jetzt auch besser zu helfen und kann aktiv mitwirken, um wieder
herauszukommen.

Jetzt muss ich mich auch immer weniger über andere aufregen, weil die so unmöglich denken oder
sich verhalten. Sie machen es so, wie sie es gerade können! Wie es für
sie gerade stimmt. - Und ich übersetze es zum Besten für mich (und
die anderen)!
Für mich ist, seitdem ich es so mache, die Wirkung entscheidend -
für mich nach innen - und genauso für die Kontakte nach
außen!"
"Bravo!", sagte ich und nickte
Marietta anerkennend zu. "Du musst niemals, es sei denn, du willst
es genau so, weil du für dich eine solche Entscheidung triffst! Dann musst du dich natürlich in dieser Richtung einsetzen, sonst
passiert ja nichts!
Du übernimmst also für dich, dein Handeln, deine
Beziehungen und dein Wohlbefinden selbst die Zuständigkeit und die
Verantwortung. Du sprichst auch Kritisches und Schmerzliches offen an,
aber du schiebst die Schuld, wenn etwas schief geht oder du dich
verletzt oder ärgerlich fühlst, nicht mehr anderen in die Schuhe. Das was
du tust und wie du dich beteiligst, ist deine Entscheidung! Du
bedenkst die Folgen schon vorher!
So werden aus ärger-auslösenden
Ereignissen Chancen:
Sie erinnern und machen aufmerksam,
die 'eigene Art' der Beteiligung selbst und immer besser so zu
gestalten, dass die Auswirkungen (für alle) immer erträglicher und
vielleicht sogar freundlicher werden!"
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