Der Aufreißer für diese Vorlesung ist Werner war ein Blödmann. Sinn der Vorlesung ist demgemäß die Entmystifizierung der Physik: Unschärfe-Relation, Welle-Teilchen-Dualismus, Feld-Quantisierung, Vernichter und Erzeuger, Hamilton-Operator, Schrödinger-Gleichung, Spinor usw., große Worte für kleines Verstehen.
Folgerung aus dem Bisherigen: Jedes Photon breitet sich so aus, wie mit den
Maxwell-Gleichungen beschrieben, aber in seinem eigenen Raum. Da jedes Photon
6 Komponenten hat, wird ein System aus N Photonen durch direkte Produkte
mit 6^N Komponenten beschrieben.
Zur Erfassung der Wellenausbreitung im hochdimensionalen Raum sind drei Arten
von Indizes notwendig:
Der gegenwärtig beste experimentelle Beweis, dass zwei Photonen als eine gemeinsame Welle in einem sechsdimensionalen Raum vorgestellt werden müssen, ist die Quantenverschränkung.
Die Erzeuger und Vernichter als faktorisierende Differenzialoperatoren der eindimensionalen und zeitfreien Schrödingergleichung des harmonischen Oszillators. Interpretation der zweiten Quantisierung als Quantisierung von Feld-Amplituden, die zu Operatoren werden und von denen nur noch Erwartungswerte bestimmt werden können.
Damit sind die Kapitel 1., 4., 5. des beabsichtigten Inhalts (siehe oben) fürs Erste erledigt.
Weg von ebenen Wellen und rechteckigen Photonen, hin zu Photonen,
die von einem Zentrum ausgestrahlt werden.
Skalare Kugelfunktionen (besondere Vektor- oder Spinor-Kugelfunktionen
brauchen wir nicht; die kommen durch einfaches Differenzieren raus).
Maxwellsche Erzeugung der Kugelfunktionen.
Lösung der Helmholtz-Gleichung in Kugelkoordinaten. Kugel-Besselfunktionen, Kugel-Hankelfunktionen etc.
Die Vektor-Kugelfunktionen als Rotationen der gewöhnlichen Kugelfunktionen mal Ortsvektor. Der quantenmechanische Drehimpulsoperator als Vertauschung eines Kreuzprodukts. Lösung der inhomogenen Maxwell-Gleichungen mit einem entkoppelten System gewöhnlicher Differenzialgleichungen zweiter Ordnung. Ausstrahlung wird durch die Rotation der Stromdichte generiert.
Damit ist die erste Hälfte des Kapitels 3. des beabsichtigten Inhalts (siehe oben) fürs Erste erledigt.
Spinoren anschaulich. Definition durch stereografische Projektion und Homogenisierung.
Halbe Winkel: Erst nach Drehungen um 720° kehrt ein Spinor zu seiner ursprünglichen
Position zurück. Praktische Demonstration dieser Tatsache mit makroskopischen Spinor-Modellen.
Wegen des Einstein-de-Haas-Effekts können Elektronen nicht als Vektoren, sondern müssen als Spinoren beschrieben werden.
Der Übergang von den Masse*Beschleunigung=Kraft-Theorien
zu den Div-Rot-Theorien.
Ein Vektorfeld ist eindeutig bestimmt,
wenn seine Rotation, Divergenz und Randwerte bekannt sind.
Hydrodynamik als Vorbild des Übergangs. Funktionentheorie
als Div-Rot-Theorie. Elektrodynamik als Div-Rot-Theorie.
Die Dirac-Gleichung als vorläufig letztes Glied dieser Kette.
Aus der anschaulichen Bedeutung der Spinoren werden die Pauli-Matrizen als Erzeugende infinitesimaler Drehungen abgeleitet.
Damit ist das 2. Kapitel des beabsichtigten Inhalts (siehe oben) fürs Erste erledigt.
Ein Darstellungssatz für die Dirac-Gleichung. Ein Skalar, genannt Repräsentant, der die Klein-Gordon-Gleichung löst, wird durch Anwendung eines bestimmten Differenzial-Operators zum Bispinor, der die Dirac-Gleichung löst. Sobald man also eine Lösung der Klein-Gordon-Gleichung hat, kann man durch einfaches Differenzieren eine Lösung der Dirac-Gleichung erzeugen.
Schrödinger-Gleichung als Grenzfall der Klein-Gordon-Gleichung. Wie aus Lösungen der Schrödinger-Gleichung Näherungslösungen der Dirac-Gleichung gemacht werden. Schrödingers Wellenfunktion ist ein degenerierter Repräsentant, eine Hilfsgröße für Rechnungen ohne direkte physikalische Bedeutung.
Ladungsverteilung und elektrischer Strom als messbares Resultat der Dirac-Gleichung.
Eichinvarianz: Ein im Bispinor der Dirac-Gleichung beliebiger Phasenwinkel wird genutzt um die Vieldeutigkeit des Vektorpotentials zu kompensieren. Besonderheit beim Bohm-Aharonov-Experiment: Die Eichtransformation selbst ist vieldeutig. Quantenelektrodynamik als Vorbild für die Yang-Mills-Theorien.
Lösung der Dirac-Gleichung für ein Elektron im elektrostatischen Zentralpotential mit einem Darstellungssatz, den Spinor-Kugelfunktionen und der Reduktion auf Whittaker's Differenzialgleichung. Damit ist Kapitel 3. des beabsichtigten Inhalts (siehe oben) fürs Erste erledigt.
Als Kontrast die zweite Quantisierung des Elektronen-Photonen-Felds, wie sie bis heute in den Lehrbüchern steht. Etablierung einer Hamilton-Dichte aus Dirac-Gleichung und Vektorpotenzial-Gleichung mit einem Term, der im Wesentlichen aus Strom mal Vektorpotential besteht und die Kopplung zwischen Elektronen- und elektromagnetischem Feld beschreibt. Für rechteckige Elektronen und Photonen (vgl. Vorlesungen am 15.4. und am 26.6) Aufstellung einer Wellenfunktion des Gesamtsystems aus photonischen und elektronischen Faktoren mit Koeffizienten, die die zeitliche Entwicklung beinhalten. Schrödinger-Gleichung für diese Koeffizienten. Vergleich der Matrixelemente in dieser Schrödinger-Gleichung mit den Termen in der Hamilton-Dichte. Übergang zu den Besetzungszahlen. Daraus Definition eines Hamilton-Operators in zweiter Quantisierung mit Erzeugern und Vernichtern, alles wie in den Vorlesungen vom 29.4. bis zum 13.5.2009.
Ausdrücklich vorgeführt: Die Matrixelemente geben nur dann etwas aus, wenn bestimmte Summen der Wellenzahlvektoren von Elektronen und Photonen gleich Null sind. Die so genannte Impulserhaltung beruht auf Interferenzen.
24.9.2009: Student/innen haben diese Vorlesung benotet.
[Bohm-Aharonov-Effekt]
In der Dirac-Gleichung wird das Bispinor-Feld des Elektrons nicht mit den
elektromagnetischen Feldstärken, sondern mit deren Potenzialen
gekoppelt. Die Richtigkeit dieses Ansatzes wird durch den Bohm-Aharonov-Effekt
bestätigt. Der wird durch eine Reihe von Animationen veranschaulicht:
Ein Elektron passiert einen doppelten Spalt. Zwischen den Spalten ist eine dünne Spule,
in der ein elektrischer Strom fließt oder nicht.
[Bose]
Eigenwillige Ableitung der Einstein-Bose-Statistik
in einem Wikipedia-Artikel. Einfacher ist wohl die Originalarbeit:
S. N. Bose, Plancks
Gesetz und Lichtquantenhypothese, Zeitschrift für Physik 26 (1924) 178. Ohne Lizenz
kann die Übersetzung der Arbeit ins Portugiesische runtergeladen werden:
A lei de Planck
ea hipotese dos quanta de luz, worin die Formeln alle stehen und die
paar portugiesischen Wörter auch nicht schwierig sind.
[Casimir-Effekt]
Der Casimir-Effekt
gilt als beste experimentelle Bestätigung der
Nullpunktsschwankungen des elektromagnetischen Felds.
Zwei metallische Platten werden zusammengedrückt, auch wenn sie nicht
elektrisch geladen sind. Der Effekt ist winzig und wird messbar erst dann,
wenn die Platten sehr dicht beieinander liegen. Originalarbeit: Hendrik Casimir, On
the attraction between two perfectly conducting plates,
Proceedings of the Royal Netherlands Academy of Arts and Sciences, 51
(1948), 61-63
[Darstellungssätze]
Kennt man die Lösungen der skalaren Helmholtz-Gleichung, kann man daraus
die Lösungen der vektoriellen Maxwell-Gleichungen oder der spinorischen
Dirac-Gleichungen durch schlichtes Differenzieren ableiten. Ähnliche Sätze
gelten für die vektoriellen Gleichungen der Hydrodynamik und der Elastodynamik.
Das Prinzip derartiger Darstellungssätze wurde erstmals von U.Brosa:
Zur Lösung von Randwertproblemen mit Vektorfeldern (siehe Literatur) dargelegt.
Zum in der Vorlesung entwickelten Darstellungssatz für die Dirac-Gleichung
vergleiche I.C.Biedenharn, Remarks
on the relativistic Kepler problem, Phys.Rev. 126 (1962) 845.
[Einsteins Artikel über induzierte und spontane Emission]
Strahlungs-Emission und Absorption nach der Quantentheorie
Verhandlungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, 13/14 (1916) 318–323
Zur Quantentheorie der Strahlung
Mitteilungen der Physikalischen Gesellschaft Zürich 18 (1916) 47–62
[Einstein-de-Haas-Effekt]
Experimenteller Beweis,
dass Elektronen nicht Vektoren, sondern Spinoren sind.
Die Kopplung eines externen Magnetfelds mit dem inneren magnetischen Moment
eines Elektron, dem Spin, ist doppelt so groß wie die Kopplung des externen Magnetfelds
mit dem magnetischen Moment, das durch die Bewegung des elektrisch geladenen
Elektrons zustande kommt. Das Einstein-de-Haas-Experiment sollte mit dem Stern-Gerlach-Experiment
verglichen werden. Im zweiten wird das innere magnetische Moment mit dem Impuls,
im ersten mit dem Drehimpuls in Beziehung gesetzt. Unvereinbarkeit der beiden Effekte,
wenn Elektronen Vektoren wären. Einleuchtende Erklärung von A.A.Sokolow et al.,
Quantenmechanik (siehe Literatur).
[Geschichte]
Originelle Veröffentlichungen aus den Anfängen der Quantenelektrodynamik
hat E.P.J. de Haas
gesammelt.
[Grotrian]
Ein Grotrian-Diagramm,
heute meist Niveau-Schema genannt, veranschaulicht den Zusammenhang
zwischen den Energie-Niveaus eines quantenmechanischen Systems
und den Energien der emittierten oder absorbierten Strahlung.
Die Atom-Physik war Vorbild für die Kern- und Hochenergie-Physik.
Von höchstem Interesse ist immer die Multiplet-Struktur der Niveaus,
weil man aus ihr schließen kann, wieviele Fermionen (Elektronen, Nukleonen
oder Quarks) an den Übergängen teilnehmen. Z.B. in der Atomphysik:
* Dublets: ein Elektron (z.B. Hydrogen, Lithium, Sodium)
* Singlets und Triplets: zwei Elektronen (z.B. Helium, Carbon)
* Dublets und Quartets: drei Elektronen (z.B. Nitrogen)
Der durchschlagende Erfolg dieses Konzepts begründet die Annahme,
dass sich jedes Fermion in einem eigenen Raum ausbreitet,
wobei jedoch stets die Antisymmetrie gewährleistet wird.
Ein anderer Beweis für diese seltsame Hypothese ist die kovalente Bindung,
welche die meisten Moleküle zusammenhält.
[Hypergeometrische Funktionen]
C.F.Gauß hatte den Funktionen-Zoo der mathematischen Physik satt und
definierte die überraschend einfache hypergeometrische Funktion F(a,b;c;z),
die die meisten der damals bekannten Funktionen als Spezialfälle enthielt.
Später entdeckte E.Kummer, dass die so zu sagen restlichen Funktionen in der konfluenten
hypergeometrischen Funktion F(a;b;z)
enthalten sind. Die konfluente entsteht aus der hypergeometrischen Funktion
durch einen Grenzübergang; daher die Bezeichnung konfluent. E.T.Whittaker
fand etwa 1900 heraus, dass zwei mit der konfluenten
hypergeometrischen eng
verwandte Funktionen für Anwendungen in der Physik noch besser geeignet
sind als Kummers konfluente. Es ist an der Zeit Physik-Studenten möglichst früh mit
der hypergeometrischen und der konfluenten hypergeometrischen Funktion
vertraut zu machen. E.T.Whittaker, G.N.Watson: A Course of Modern
Analysis (siehe Literatur), W.Magnus, F.Oberhettinger, R.P.Soni:
Formulas and Theorems for the Special Functions of Mathematical Physics
(siehe Literatur).
[Pascal Jordan]
Der angebliche Begründer
der Quantenfeldtheorie war ein gefährlicher Idiot,
der bei geringem Verstand Karriere machen wollte und sich den jeweils
Herrschenden anbiederte. Gut an ihm war nur seine Dummheit, da sie ihm
Schranken setzte.
[Kugel-Besselfunktionen]
Kugel-Besselfunktionen sind Besselfunktionen mit halbzahligem Index.
Zuverlässigste Referenz wohl in M.Abramowitz, I.A.Stegun: Handbook of
Mathematical Functions (siehe Literatur), Chap.10 Bessel Functions of
Fractional Order. Dort findet man auch die Kugel-Hankelfunktionen als
"spherical Bessel functions of the third kind".
Wolfram Research macht Teile seines Programms Mathematica
in einer wissenschaftlichen Such-Maschine WolframAlpha kostenlos zugänglich.
Um beispielsweise den Graphen und die wichtigsten Formeln der zweiten
Kugel-Besselfunktion zu ersehen, tippt man in die Maske von
www.wolframalpha.com
"j_2(x)" ein. Resultat: Klick hier!
[Kugelfunktionen]
Die klassische Theorie der Kugelfunktionen (Spherical Harmonics) wird
leicht lesbar und tiefgründig von J.Lense: Kugelfunktionen (siehe Literatur)
dargeboten. Lenses Buch zeichnet sich durch etliche, hochgradig
nichttriviale Anwendungen auf physikalische Probleme aus, inbesondere
die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen auf der Erdoberfläche.
Standardreferenz ist das Buch von A.R.Edmonds: Angular Momentum in
Quantum Mechanics (siehe Literatur), dem jedoch anzumerken ist, dass
der Autor zwar fleißig gesammelt, aber wenig verstanden hat.
Um Graphen und Eigenschaften der Legendre-Polynome und der zugeordneten
Legendre-Funktionen zu ersehen, tippt man in die Maske der
mathematischen Suchmaschine
www.wolframalpha.com
z.B. "LegendreP[3,x]" bzw. "LegendreP[2,1,x]" usw. ein.
[Lamb Shift]
Die Dirac-Gleichung liefert die Niveaus des Wasserstoffatoms
mit beträchtlicher Genauigkeit, was mit dem Wort Feinstruktur
zum Ausdruck gebracht wird. Dennoch sind winzige Abweichungen davon,
die Hyperfeinstruktur, messbar. Diese winzigen Korrekturen werden
Lambsche
Verschiebungen genannt. Dass sie richtig berechnet werden können,
gilt als größter Erfolg der Quantenelektrodynamik. Juli 2010:
Mit dem größten Erfolg scheint es vorbei zu sein.
Messungen der Lamb-Verschiebung im myonischen Wasserstoff-Atom
können nur erklärt werden, wenn ein deutlich kleinerer Radius des Protons
postuliert wird als im gewöhnlichen Wasserstoff-Atom mit einem
Elektron. R.Pohl et.al, The
size of the proton, Nature 466, 213-216 (8 July 2010).
[Parzielle Differenzialgleichungen]
Quantenelektrodynamik läuft auf die Lösung eines gekoppelten Systems
partieller Differentialgleichungen in einem hochdimensionalen Raum
hinaus; die zu findenden Funkzionen sind Vektor- und Spinor-Felder.
Meine Vorlesung besteht zu einem beträchtlichen Teil darin, diese
Differenzialgleichungen auf bekannte Differenzialgleichungen für
skalare Quantitäten zu reduzieren. Um so mehr wird
den verehrten Studentinnen und Studenten geraten sich solide
Kenntnisse zur Lösung einfacher partieller Differentialgleichungen
zu verschaffen: 1) Potentialgleichung, 2) Wärmeleitungsgleichung,
3)Wellengleichung einfachster Art.
Als Lehrbücher dafür geeignet sind
A.N.Tychonoff, A.A.Samarski: Differentialgleichungen der mathematischen Physik,
VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1959
M.A.Lawrentjew, B.W.Schabat: Methoden der komplexen Funktionentheorie,
VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1967
Die Lehrbücher der sowjetischen Ära sind besser als die noch älteren deutschen
und die modernen Lehrbücher, weil in ihnen bei beträchtlicher theoretischer Tiefe
mehr Anwendungen durchgerechnet werden, z.B. Klangfarben der Saiteninstrumente,
Wirksamkeit panzerbrechender Geschosse usw.
[QED]
Was Wikipedia und
PD
Haussmann unter quantum electrodynamics verstehen.
[Quantenchromodynamik]
ist eine Theorie der starken Wechselwirkungen nach dem Vorbild der Quantenelektrodynamik.
Das Ding mit den Quarks. Was ich davon halte, wird als Quakpiep beschrieben.
[Quaternion]
Der Vorläufer der Spinor-Algebra ist die Quaternionen-Algebra.
Die beiden Algebren sind sogar weitgehend identisch. Man muss nur die alten quarternionischen Einheiten
I, J, K mit -i, dem Negativen der gewöhnlichen imaginären Einheit,
multiplizieren um die bei Quanten-Physikern beliebten Pauli-Matrizen zu bekommen.
Moderne Schreibweise der Quaterionen-Algebra mit Pauli-Matrizen im Buch von
C.W.Misner, K.S.Thorne, J.A.Wheeler: Gravitation (siehe Literatur). Hamilton publizierte
die Grundgleichungen der Quaterionen-Algebra zuerst nicht in einer wissenschaftlichen
Zeitschrift, sondern durch einen Akt des Vandalismus. Brougham Bridge
wird heute in ähnlicher Weise verehrt wie Lourdes.
Dass es die Quantenmechanik nicht braucht um Quaterionen (d.h.Spinoren)
nutzbringend anzuwenden, wurde schon von F.Klein und A.Sommerfeld: Über die
Theorie des Kreisels (siehe Literatur) vorgeführt; dazu auch E.T.Whittaker:
Analytical Dynamics (siehe Literatur).
[Spinor]
Auffälligster Unterschied zwischen Vektor und Spinor ist, dass ein
Spinor erst nach einer Drehung um 720° in seine ursprüngliche Lage
zurückkehrt. Dahinter steckt, wie in einem Youtube-Movie Air on the Dirac Strings
vorgeführt wird, keine Eigenschaft, die nur der Mikrokosmos hat,
sondern eine überall beobachtbare Eigenschaft des dreidimensionalen
Raums. Die Visualisierung, die in der Vorlesung geboten wird, ist
allerdings noch anschaulicher als die im Movie. - Wir haben von dem,
was in der Vorlesung vorgeführt wurde, eigene Movies gemacht.
Deutsche Erklärung:
Spinor zweimal gedreht.
Spinor einmal gedreht.
Jede Hand ist ein Spinor
.
English explanation:
Spinor rotated twice.
Spinor rotated once.
Your palm is a spinor
.
[Welle-Teilchen-Dualismus]
Sind Elektronen Teilchen oder Wellen? Eindrucksvollstes Experiment
von A. Tonomura, J. Endo, T. Matsuda, T. Kawasaki, H. Ezawa Demonstration
of single-electron buildup of an interference pattern, American
Journal of Physics 57 (1989) 117-120. Popularisiert wurde
der Versuch mit einem Youtube-Movie Dr Quantum -
Double Slit Experiment. Ein echtes Experiment, in dem Moleküle
nach Beugung am Doppelspalt ein Interferenz-Muster aufbauen, zeigt ein
ein anderes Youtube-Movie
Thomas Juffmann et.al: Real-time
single-molecule imaging of quantum interference, Nature
Nanotechnology (2012). Mit Hilfe extrem kurzer Laser-Pulse werden seit 2008
komplette Movies
von Elektronen gemacht, die aus Atomen gerissen auf einer Lichtwelle
ins Unendliche reiten: J.Mauritsson, P.Johnsson, E.Mansten,
M.Swoboda, T.Ruchon, A.L´Huillier, K.J.Schafer, Coherent Electron
Scattering Captured By an Attosecond Quantum Stroboscope, Phys.Rev.Lett.100,
073003, (February 22nd, 2008). Die Ergebnisse von Mauritsson und anderen
widerlegen die statistische Deutung der Quantenmechanik nicht,
weil sie aus aus einer großen Anzahl einzelner Messungen
gewonnen worden sind, legen aber nahe, dass jedes einzelne Elektron
eine Welle ist.
[Yang-Mills-Theorie]
Was Wikipedia
darunter versteht. Jede Quantenfeldtheorie muss im Wesentlichen so gebaut sein
wie die Quantenelektrodynamik. Es gibt die eigentlichen Teilchen (Elektronen
in der QED) und Hilfsteilchen, welche die Wechselwirkungen zwischen
den eigentlichen Teilchen vermitteln (Photonen in der QED). In die Bewegungsgleichungen
der eigentlichen Teilchen (Dirac-Gleichung in der QED) müssen die Vektorfelder
der Hilfsteilchen so eingehen, dass Vieldeutigkeiten in den Vektorfeldern der
Hilfsteilchen durch physikalisch bedeutungslose Phasenwinkel in den Spinorfeldern
der eigentlichen Teilchen kompensiert werden können. Die gängigen Quantenfeldtheorien
der starken Wechselwirkung und der elektroschwachen Wechselwirkung sind
Yang-Mills-Theorien.
[Zweite Quantisierung]
auch Feld-Quantisierung genannt.
Der in der Vorlesung beschriebene Weg zu Besetzungszahlen, Erzeugern
und Vernichtern stammt von P.A.M Dirac, The
quantum theory of the emission and absorption of radiation, Proc.Roy.Soc., A114
(1927) 243, wurde jedoch etwas entmystifiziert; Lehrbuchdarstellungen in P.A.M.Dirac:
The Principles of Quantum Mechanics (siehe Literatur) und D.I.Blochinzew: Grundlagen
der Quantenmechanik (siehe Literatur). Diracs Weg unterscheidet sich wesentlich von dem,
was in den meisten Lehrbüchern über zweite Quantisierung geschrieben steht.
Im Rahmen des Üblichen, aber leicht lesbar sind die Ausführungen von H.Haken,
Quantenfeldtheorie des Festkörpers (siehe Literatur), §§ 11 ff sowie die Ausführungen
von S.Flügge, Practical Quantum Mechanics II (siehe Literatur), Problem No.212,
die ihrerseits von Jordan und Heisenberg abgeschrieben haben.
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