|
Im Gegensatz zu Tennis und vielen anderen Sportarten,
die im Winter in einer Halle ausgeübt werden können, ist dies beim
Golf nicht möglich. Golf ist, wie zum Beispiel Skifahren, eine
Saisonsportart. Die Golfsaison dauert je nach Witterungsbedingungen ca.
6 bis 9 Monate. Die verbleibenden 3 bis 6 Monate ist Winterpause. Wir
hier auf dem Jakobsberg sind in der glücklichen Lage, eine sehr lange
Saison zu haben. Dafür sorgen ein recht mildes Klima und die sehr
trockenen Bodenbedingungen.
Die nachfolgende
Grafik verdeutlicht die Entwicklung von zwei gleichstarken Spielern mit
und ohne Wintertraining.

Bei Spieler A
ist während der Wintermonate eine deutliche Verschlechterung zu
erkennen. Spieler B dagegen schafft es, seine Spielstärke durch das
Wintertraining auf einem konstanten Niveau zu halten. Er hat so zu
Beginn der neuen Saison eine deutlich verbesserte Ausgangsposition,
welche sich in einer erneuten Verbesserung des Handicaps auszahlt.
An Hand der
Grafik lässt sich gut erkennen, wie wichtig das
Wintertraining für den Golfspieler ist. Wird während der Wintermonate eine
komplette Pause eingelegt, so sinkt die im Sommer hart erarbeitete
Spielstärke im Winter stark ab. In der folgenden Saison sind dann oft 2
bis 3 Monate nötig, um die alte Spielstärke wieder zu erreichen. Hat
man dies geschafft oder sich sogar ein bisschen verbessert, neigt sich
die Saison meist schon wieder dem Ende entgegen. Erneut geht die mühsam
erworbene Spielstärke im Winter wieder verloren. Eine wesentliche Verbesserung des Handicaps
ist so nur sehr schwer zu erreichen.
Um aus diesem
Kreislauf herauszukommen ist es nicht hilfreich, im Sommer mehr oder
härter zu trainieren. Das Problem liegt im Winter. Durch gezieltes und
effektives Training im Winter ist es möglich, die im Sommer erarbeitete
Spielstärke auf gleichem Niveau zu halten oder sogar zu verbessern. Der
Start in die neue Saison beginnt so auf einem viel höheren Niveau und
macht außerdem mehr Spaß. Eine erneute Verbesserung des Handicaps ist
so zumindest leichter.
2. Wie könnte
ein Wintertraining aussehen? Welche Inhalte sollte ein Wintertraining
haben?
Auf Grund der
schlechten Witterungsbedingungen ist es im Winter oft unmöglich im Freien zu trainieren. Das Putting-Grün bietet schlechte Bedingungen und
ist wegen Frost und Schnee oft ganz geschlossen. Das Pitching-Grün ist
nass und matschig und ebenfalls oft geschlossen. Außerdem ist es kalt,
windig und es regnet oder schneit. Bleibt zum Üben lediglich die
überdachte Driving-Range, die Indoor-Anlage oder das heimische
Wohnzimmer. Dies ist jedoch für ein Wintertraining vollkommen
ausreichend.
2.1 Putten:
Eine
Schlagtechnik, die im Winter sehr gut trainiert werden kann, ist Putten.
Griff, Haltung, Zielen und eine kompensationsfreie Pendelbewegung sind
mit ganz einfachen Hilfsmitteln und ohne großen Aufwand zu Hause ganz
leicht zu verbessern. Und Putten ist mit ca. 43% aller Schläge beim
Golf nicht ganz unwichtig.
|
Bilder und
Grafiken mit eingezeichneten Linien sind eine gute
Unterstützung für das Training zu Hause.
|
|

|

|

|
|
- Der Körper ist
parallel zum Ziel ausgerichtet: Füße, Knie, Hüfte, Schultern
und Unterarme.
- Die Augen sind
direkt
über dem Ball.
- Die Hände sind
direkt
unter den Schultern.
- Der Putter
verläuft in
Verlängerung der
Unterarme.
|
- Das Gewicht ist
gleich- mäßig verteilt.
- Der Ball liegt im
linken
Drittel des Standes.
- Die Hände sind auf
Höhe
des Balles oder
leicht davor.
|
- Es
gibt viele gute und funktionelle Griffe.
- Der
"Reverse-Overlap" ist eine Griffhaltung, die ein gutes
Gefühl vermittelt und auch von Tour-Pros häufig verwendet
wird.
|
|

|

|

|
|
Putten Sie von einem
Spiegel und üben Sie die richtige Haltung:
- Die Augen über dem
Ball
- Die Schultern
parallel zur
Ziellinie
ausgerichtet.
|
Putten Sie zwischen
zwei Schlägern und üben Sie die richtige Schwungbahn.
- Gerade zurück und
gerade nach vorne durch.
|
Putten Sie zwischen
aufgestellten Tees und Sie
verbessern
Schwungbahn und
Treffen im Sweetspot.
|
|

|

|

|
|
Kleben Sie Tees auf
Ihren
Putter, um besser im
Sweetspot zu treffen. |
Nutzen Sie ein einfaches Dreieck,
um Ihr Zielen zu verbessern. |
Ein Tape auf dem
Putter zeigt, wo Sie den Ball treffen. |
|
Alle Übungen können auf einem Teppich oder auch auf einer
Putting-Matte durchgeführt werden. |
|
|
|
|
2.2 Der
Golfschwung
Auch der
Golfschwung kann und sollte im Winter trainiert werden. Oftmals ist es
sogar besser, komplizierte Schwungänderungen im Winter durchzuführen.
In dieser Zeit ist es leichter, sich an eine neue Haltung oder Bewegung zu
gewöhnen, da Sie nicht viel auf dem Platz spielen und sich auf keine
Turniere konzentrieren müssen. Natürlich kann
der Golfschwung nicht komplett zu Hause trainiert werden. Sie sollten
auch mind. 1 mal pro Woche für ca. 1 bis 2 Std. Bälle schlagen. Dies
kann entweder auf der Driving Range oder auch in einer Indoor-Anlage sein.
Eine Indoor-Anlage mit Videounterstützung, wie sie auf dem Jakobsberg
zur Verfügung steht, ist natürlich die beste
Möglichkeit. Zusätzlich sollten Sie auch zu Hause
einige Übungen machen, um das Training zu unterstützen. Griff, Haltung
und auch der Start können problemlos zu Hause geübt werden. Mit ein
wenig mehr Platz können sogar volle Probeschwünge gemacht werden.
|
Bilder und Grafiken
mit eingezeichneten Linien sind eine gute Unterstützung für
das
Training. Sie dienen
als Vorlagen und bieten einen guten Vergleich zwischen
alt und neu oder
zwischen falsch und richtig. |
|

|

|
Auch ein richtiger
Griff ist eine wichtige Voraussetzung.
 |
|
Hier ist
der Rücken zu stark gekrümmt. Ein guter Golf- schwung ist
schwierig und Rückenprobleme sind vorprogrammiert.
|
Üben Sie eine gute Ansprechhaltung, sie ist
eine wichtige Grundlage für einen guten Golfschwung.
|
Hier sind beide Hände zu weit auseinander
gedreht, ein Winkeln der Handgelenke wird erschwert und die
Flugrichtung des Balles wird beeinflusst. |
|

|

|

|
|
Der linke Arm ist zu
stark gebeugt, Körperspannung und Radius gehen verloren. Der zu
geringe Winkel der Hand- gelenke führt zu weniger
Geschwindigkeit und einem kürzeren Ballflug.
|
Hier
ist der linke Arm gerader
und
die Handgelenke sind genug
abgewinkelt.
Körperspannung,
Radius
und Geschwindigkeit
bleiben
erhalten. |
Bei einem guten Griff sind beide Hände
zueinander gedreht. Der linke Daumen wird durch die rechte Hand
verdeckt. Es sind 2 Knöchel der linken Hand und das Logo des
Handschuhs gut sichtbar. |
Viele Übungen
können zu Hause durchgeführt werden. Oft ist nicht einmal ein
Schläger notwendig. Auch ein kleiner alter Kinderschläger ist oft
ausreichend. Dies sind natürlich nur einige Korrekturmöglichkeiten.
Jeder macht andere Fehler. Der eine sliced, der andere hookt die Bälle
und der nächste toppt oder schlägt zu früh in den Boden. Deshalb ist
es natürlich sehr wichtig, die eigenen Fehler und Schwachstellen genau
zu kennen. Da dies alleine sehr schwierig ist, sollten Sie in
regelmäßigen Abständen die Hilfe eines Golflehrers nutzen. Er kann
Ihnen Ihre Fehler besser aufzeigen und Ihnen gezielte Übungen zur
Beseitigung nennen. So wird Ihr Training effektiver und es ist leichter,
den
Golfschwung zu verbessern und die Fehler zu beseitigen.
2.3
Körperliche Fitness
Genau so wie
sich die golferischen Fähigkeiten in einer Winterpause verschlechtern,
verringert sich auch die Ausdauer. Jeder merkt dies schnell, wenn man im
Frühjahr die ersten 18 Löcher spielt und ab Loch 12 oder 13 das Laufen
immer schwerer fällt. Darunter leidet natürlich auch die Konzentration
und somit das gesamte Golfspiel. Es ist also auch ratsam, in den Wintermonaten
einiges für die körperliche Fitness zu tun. Dies verbessert nicht nur
das Golfspiel, sondern ist vor allem gesund. Sie können laufen, joggen,
walken, spazieren gehen, Rad fahren, Gymnastik-, Dehn- oder
Kräftigungsübungen machen, zu Hause, im Freien oder auch in einem
Fitnessstudio. Dauer und Belastung sollte natürlich ihrem Alter und
Trainingszustand angepasst sein.
3. Wann und wie
lange sollte man trainieren?
"Übung
macht ja bekanntlich den Meister" und je öfter Sie üben, desto
besser ist es. Beachten Sie jedoch immer, dass die Qualität, also das
richtige Ausführen der Übungen immer an erster Stelle steht und Sie
sich nicht überanstrengen. Auf dem
Golfplatz sollten Sie mind. 1 mal in der Woche für ca. 1 bis 2 Std.
Bälle schlagen. Zu Hause sollten Sie dieses Training
ca. 3 bis 4 mal pro Woche je 10 bis 20 Minuten durch gezielte Übungen
ergänzen. Sie können im Büro in
der Mittagspause oder auch zu Hause üben. Morgens, mittags oder auch
abends während der Werbeunterbrechung im Fernsehen. Ein bisschen Zeit
wird wohl jeder von uns finden
Wahrscheinlich
will keiner von Ihnen ein Tour-Pro werden und Tiger Woods Konkurrenz
machen. Vielmehr steht bei den meisten der Spaß im Vordergrund. Sie
müssen im Winter natürlich nicht 5 Tage in der Woche auf dem Golfplatz
sein. Ich denke, das würde für die meisten auch den zeitlichen Rahmen
sprengen. Aber einmal in der Woche schafft sicherlich jeder. Zusätzlich
einige Übungen zu Hause würden vollkommen ausreichen, um im Winter im
Schwung zu bleiben und besser und vor allem mit mehr Spaß in die
nächste Saison starten zu können.
Vielleicht
nutzen Sie dies als Anstoß, um auch im Winter ab und an einen
Golfschläger in die Hand zu nehmen.
Viel Spaß beim
Training!
Für Fragen und
Anregungen nutzen Sie bitte die Seite KONTAKT!
|