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Erstmals 1536 als Hammerwerk Oberblauenthal erwähnt, wurde Wolfsgrün als Werksweiler an der Mündung des "Wolfsgrüner  Baches" in rund 480 m.ü. NN. gegründet.

Das fast komplett verwachsene Gleisbett der alten Eisenbahnstrecke Chemnitz - Aue - Adorf (der alte Bahnhof befand sich ca. 500 Meter weiter flussaufwärts) begrenzt den Ort im Nordosten, die Straße nach Neidhardtsthal auf südwestlicher Seite. Im Nordwesten läuft der Ort in einer Mulde entlang des gleichnamigen Flusses in Richtung Neidhardtsthal, und im Südosten geht er nahezu nahtlos in das Waldgebiet "Am Auersberg" in Richtung Blauenthal, Sosa, Eibenstock über.

Von Südwesten nach Nordosten teilt die B 283, Aue - Eibenstock, den Ort.

Direkt hinter den Fabrikgebäuden von "Verpackungsmittel Bretschneider" erhebt sich der (von den Bewohnern so genannte) Kehrichthaufen, ein Hügel, auf dem stolz das 1904 erbaute Wohnhaus der Familie Bretschneider. Zu DDR Zeiten genutzt als Ferienheim für "Parteimitglieder", dient es heute unter dem Namen "Wolfsgrüner Schlößchen" als Hotel, und ist mit seiner exponierten Lage, in einer Parkanlage über dem Ort, zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.

 

In Blickweite aus einem der vielen Fenster des "Schlößchens" liegt das weitaus ältere Hammerherrenhaus. Dieses erhielt bei einem Umbau in den Jahren 1653 / 54 seine heutige Gestalt.

 

Dem alten Herrenhaus direkt gegenüber befindet sich das Hotelrestaurant "Sächsischer Hof", die ehemalige Hüttenschänke.

 

Eine häufig genutzte Bezeichnung für den Ort ist Oberblauenthal, denn auch die Gründung Wolfsgrüns geht auf den Nürnberger Andreas Blau zurück, der, als er die Blechverzinnung im Erzgebirge einführte um 1536 den Ort gegründet.

 

Danach ging es turbulent in der kleinen Gemeinde zu. 1638 schon lag das Hammerwerk zum Teil still, nur um 1640 gleich zwei Besitzer aufweisen zu können. Einen für das Werk und einen anderen für das Hammergut.

 

Es sollte dann bis 1665 dauern bis Abraham Siegel Wolfsgrün zeitweise wieder mit Blauenthal vereinte.

 

Im Jahre 1730 kaufte der Besitzer des ca. 2 km entfernten Neidhardtsthal, Johann Gottlieb Gottschald, Wolfsgrün. Zu diesem Zeitpunkt bestand das Hammerwerk aus : einem Hochofen, zwei Frisch- und Blechfeuern, dem Zinnhaus, Mahl- und Brettmühle, Brauhaus, Schenke, kleiner Schmiede, Kohl- und Pochhäusern, Wohnhäusern, dem Herrenhaus, Gärten, Ställen und Teichen.

 

 

Zwischen 1742 und 1749 war es im Besitz des Wildenthaler Hammerherren Carl Heinrich Gottschaldt, und 1781 ging Wolfsgrün an den Schönheider Hammerherren David Rauh über.

1795 bestimmte die sächsische Regierung zum Musterbetrieb für alle Sächsischen Hammerwerke. So wurde es 1809 königliche Domäne, in der ein Hammerinspektor wohnte. 1810 entstand darin eine Eisengießerei , die mit der Stahlbrennerei zu Schedewitz bei Zwickau zusammenarbeiten sollte. Es wurden eiserne Öfen, Bratröhren, Kochöfen, Herdplatten und Ambosse gegossen, aber auch Töpfe, Gewichte, Kessel, Geländer, Wellenzapfen, Vasen und Leuchter angefertigt. Die Produktion vermochte jedoch nicht, die entstehenden Selbstkosten zu decken. Der Staat hatte vergeblich 70 000 Taler investiert. Ausländische Konkurrenz führte dazu, das 1818 der Hammerwerksbetrieb aufgelöst werden musste. 

Der Wandel der nun in Wolfsgrün eintrat , begegnet uns im oberen Tal der Zwickauer Mulde häufig. Zunächst kaufte 1821 ein Apotheker aus Eibenstock das Hammergut. Dazu gehörten außer dem Gasthof und der Schmiede noch das westlich auf der Höhe über dem Tal gelegene Sachsengütel (heute nicht mehr vorhanden), eine Bäckerei, Arbeiterhäuser, über 85 Acker Grundfläche als Wiesen, Felder und etwas Wald. Diesen Besitz übernahm 1837 ein Landwirt, der ihn 1850 ohne den Gasthof an seinen Sohn, Carl Heinrich Bretschneider verkaufte. Die Mühle wurde nach einem Brande aufgegeben. Die verbliebene Wasserkraft war der Anlass, hier Holzstoff- und Pappenfabrikation einzurichten. So entstand die Bretschneider´sche Holzstoff- und Pappenfabrik.