INTERVIEWS:
FormFleisch Vs. In-Nomine (Dezember 2004)
FormFleisch Vs. Schwarzes Leipzig (Juli 2004)
FormFleisch Vs. Black Paper (Juli 2004)
FormFleisch Vs. Amboss (März 2004)
FormFleisch Vs. In-Nomine (November 2003)
KONZERT BERICHTE:
Schwarzes Dresden Festival V Gothic Paradise (November 2004)
FormFleisch Geburtstags Party Gothic (August/ September 2004)
Autumn Days Festival 2004 Radio Morituri (September 2004)
Gig mit Excession Satansfotzen (Projekt G16, Leipzig 10.05.2003)
Gig mit Cinema Strange Orkus/ Spooky Mind (Moritzbastei Leipzig 10.04.2002)
REZIS:
"Puppet" Nocturnal Hall (Mai/Juni 2005)
"Grip" Nocturnal Hall (Februar 2004)
"FormFleisch" Sonic Seducer (Juli/August 2001)
Nocturnal Hall _ 2005
FORMFLEISCH - Puppet
Label: Demo
Release: Dezember 2004
Von: Psycho
Punkte: -/-
Time: 20:36
Stil: Gothic Rock
URL: FormFleisch
Die letzte Demo CD Grip dieser Leipziger Band hatte mir ja schon sehr gut gefallen, insofern war
ich natürlich extrem gespannt, was mir denn die neueste Veröffentlichung Puppet bieten würde.
Mutiger sind FORMFLEISCH geworden, arbeiten mehr mit verschachtelten Songstrukturen und
wirken somit nur wenig berechenbar; auf der anderen Seite hatte ich aber auch an einige Stellen
den Eindruck, als würde man zuviel auf einmal wollen und damit dann eher einen negativen
Effekt erzeugen. Stilistisch bewegt man sich immer noch im rockigen Rahmen alten US-Goth-
Rocks und vor allem im weiten Einflussfeld des Schaffens von Siouxsie & The Banshees. Wer
dies auch heute noch als ultimativ empfindet, ist bei FORMFLEISCH bestens aufgehoben. Mir
persönlich gefällt zum einen, dass man sich inzwischen an deutlich schrägere, von mir aus auch
experimentellere Melodien und Strukturen heranwagt, zum anderen geht dadurch aber ein wenig
die bereits erlangte Eigenständigkeit der letzten CD verloren. Denn paradoxer Weise wird
dadurch der Einfluss der Vorbilder eher noch deutlicher, wobei aber klar gesagt sei, dass es
musikalisch an sich wenig zu meckern gibt und alle vier Stücke absolut hochklassig sind.
Probleme habe ich heuer allerdings mit dem Gesang von Frontfrau Dorain. Noch immer muss ich
ihr eine fantastische Stimme zugestehen, und ich behaupte sogar einfach mal, dass es in
Deutschland nur wenige Sängerinnen gibt, die dermaßen authentische Emotionen vermitteln
können. Leider muss ich aber diesmal auch feststellen, dass sich Dorain an einigen Stellen über
die Grenzen dessen hinweg bewegt, was ihr rein sangestechnisch sauber gelingen kann. Da wird
die Stimme dann in sich wackelig, oder die Phrasierungen und Tonhöhen passen nicht mehr so
recht zur Musik. Vermutlich wird dieser Umstand sogar nur wenigen Menschen auffallen, zumal
man ihn an einigen Stellen sogar für Absicht halten könnte; ich persönlich fand es aber schade,
weil dadurch der ansonsten sehr mitreißende und atmosphärische Effekt des Gesangs doch
geschmälert wird. Denn musikalisch gehen die vier Fleischformer plus Aushilfsbassist nicht nur
ausgesprochen ambitioniert, sondern auch extrem gelungen ans Werk.
Bereits der Opener Array macht schnell klar, dass das Attribut Demo-Band hier eigentlich eine
Beleidigung darstellt: stimmige, düster-bedrohliche Riffs und Arrangements, viel Abwechslung
und doch ein flüssiger, straff durchkomponierter Track. So ist man der (nationalen) Konkurrenz
mehr als eine Nasenlänge voraus. Batkäver ist in bester Siouxie-Manier rockig, bietet aber auch
träumerische Strophen und Zwischenteile, die einem heute so leider nur noch selten geboten
werden. Lücke von Ruhe hingegen entspricht eher dem klassischen Wave mit mehr im
Hintergrund agierenden Gitarren, während das letzte Stück Skin in dieser Hinsicht wiederum
aus dem Vollen schöpft und so vielleicht am amerikanischsten klingt. Als Bonus gibt es noch ein
Video zu Trip vom letzten Demo, welches allerdings etwas unter dem bestenfalls spärlichen
Budget leidet.
Trotzdem aller Kritik (auf hohem Niveau wohlgemerkt) ist Puppet sein Geld mehr als wert.
Wer anspruchsvollen Gothic Rock abseits des alltäglichen Geschehens sucht, kann um
FORMFLEISCH nicht herumkommen. Bin echt mal gespannt, wann hier ein Label zuschlagen wird.
[Weitere Rezis zur "Puppet"]

Nocturnal Hall _ Februar 2004
FORMFLEISCH - Grip
Label: Demo
Release: November 2002
Time: 20:50
Stil: Gothic Rock/ Death Rock
Der schon seit Jahren kränkelnde Gothic Rock-Bereich hätte ja nun wirklich dringend
eine Blutauffrischung nötig, aber leider fehlt es potentiellen Newcomern meistens an
Originalität, technischem Können und dem richtigen Flair.
Umso erfreulicher, wenn man mal wieder einen Lichtstreifen am Horizont zu entdecken
vermag, in diesem Fall in Form des (zugegebener Maßen schon älteren) Demos Grip der
Leipziger Gruppe FORMFLEISCH. Die vier Herren samt Sängerin Dorain gehen die Sache
nämlich erfreulich unverkrampft, mit dem sowohl nötigen Bezug auf bewährte Standards
als auch einem ausreichenden Maß an eigenem Stil und unverbrauchten Ideen an.
Folglich gehören die vier vertretenen Stücke zum oberen Drittel dessen, was ich mir in
den letzten Jahren in diesem Genre angehört habe. Trip kommt relativ rockig und mit
sirrenden Gitarrenkaskaden daher, Tidal Wave erinnert mich manchmal, vor allem bei
einigen Bass-Läufen, an Siouxsie And The Banshees, ist aber ansonsten eher amerikanisch
geprägt. Das langsamere und in deutscher Sprache gesungene Lust verbreitet zum Schluss
hin düsteren Bombast im Stile von Cancer Barrack, während ich mich beim letzten Stück
Jade manchmal an (sehr harte) This Ascension erinnert fühle. Wobei alle genannten
Referenzen eher als stilistisch verwandt angesehen, nicht jedoch als stumpf abgekupfert
betrachtet werden sollten. Alle Tracks haben ihre eigene Note, klingen durchdacht und
auskomponiert und verbreiten diese wunderbare gloomy atmosphere, die keiner anderen
Musikrichtung so zu eigen ist; an deren Umsetzung aber viele Bands dieses Genres dann
doch scheitern. Die intelligenten und sinnvollen Texte werden von Dorain mit viel
Leidenschaft und einer sehr aussagekräftigen, dunkel-voluminösen Stimme vorgetragen.
Allein dadurch haben FORMFLEISCH gegenüber der nationalen Konkurrenz ein nicht zu
unterschätzendes As im Ärmel. Zusammen mit der vorhandenen musikalischen Klasse
betrachtet, ist es dann auch nicht mehr so erstaunlich, dass die Band bereits mit
einigen nationalen und internationalen Größen auf der Bühne stehen konnte. Leider
scheint es noch keine Planungen bzgl. eines neuen Studioaufenthaltes zu geben.
Egal, dann müsst ihr euch halt noch Grip auf der Homepage bestellen.
Diese CD sollte nämlich in keiner gut sortierten Sammlung fehlen...
Psycho
Weitere Rezis zur "Grip"

Sonic Seducer _ Juli/August 2001, Demo-Zone
FormFleisch "FormFleisch"
FormFleisch aus Leipzig sind ein gemischtes Quintett, das bereits mit ihrer ersten Demo-CD
eine ganz eigene Nische gefunden hat. Irgendwo im weiten Feld zwischen amerikanisch
inspiriertem Goth Rock und europäischem Dark Wave zeigt das Songwriting erstaunlich
gute Ansätze. Der Opener "Weltallerdemensch" hat das Zeug in den Clubs gespielt zu
werden, was vor allem am tollen Gesang von Frontfrau Nadine Stefanie Klara liegt.
Aber auch die übrigen drei Songs "Sentimental", das humorige "London After Derrick" und
"Echo" haben ihren eigenen ganz bestimmten Reiz. Ich bin gespannt auf weitere Outputs
der Band!
Thomas Thyssen

Orkus _ Juli/August 2002, Tourtagebuch Cinema Strange Teil II
Leipzig, 10. April 2002
"... . Der heutige Special Guest ist die Leipziger Gruppe Formfleisch, die in dieser
Besetzung erstmalig gemeinsam auf der Bühne steht und dabei ihre Feuertaufe mit
Bravour besteht. ..."
Ralf Thyssen
Review: CINEMA STRANGE, live am 10.04.2002
in der Leipziger Moritzbastei
"... . Um 22 Uhr stand die Leipziger Band Formfleisch auf der Bühne, welche vor allem
durch die Stimme der einzigartigen Sängerin beeindruckte. Doch auch die musikalische
Seite war es wert, diese Band im Gedächtnis zu behalten: Gothic Metal, sehr melodisch;
meist englische Texte, und selbst die deutschen Texte wirken nicht "verkitscht".
Formfleisch sind eine Formation, die man dringendst unterstützen sollte ... so als
Tipp ... ! Nach einer Spielzeit von ungefähr 45 Minuten gab es eine kurze Pause ... wer
weiß, warum ... vielleicht stand Daniels' Iro noch nicht perfekt ? ..."
[Text & Photos: LJ]
LJ and Dan
Konzertbericht
Cinema Strange 10.04.2002 in Leipzig, Moritzbastei
"... . Nun warteten wir erst einmal auf die Vorband namens "Formfleisch". Der Name der
Band lies, glücklicherweise, keine Rückschlüsse auf die Musik der Band schliessen.
So gab es eine Mischung aus Wave und Goth mit, fantastischem, weiblichem Gesang,
welcher zeitweise mit männlichem "Gesang" unterstützt wurde.
Alles in allem ein sehr guter Support, auch wenn mir die zwei Herren an Gitarre und Bass
des öfteren ein Lachen entlockten :). ..."
www.Cinema-Strange.de