Abgedruckt in der PRO BAHN-Post Mai 2000
Im Auftrag der Gemeinde Aschheim und der Stadt München wurden die Möglichkeiten zum Bau einer U-Bahn- oder einer Stadtbahnstrecke als Querverbindung von der S8 zur Neuen Messe und zur Entlastung von Aschheim untersucht. Laut dem Gutachten, das vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum, dem MVV und dem Büro TransVer erstellt wurde, ist die U-Bahn-Strecke weder rentabel noch sinnvoll: Der maximale Auslastungsgrad ist kleiner als 10%. Eine Stadtbahnstrecke dagegen hat wegen der besseren Erschließung mehr Fahrgäste als die U-Bahn und kommt auf eine Auslastung von 65% -- und entspricht damit genau den Empfehlungen des VDV.
Enttäuschend ist jedoch, daß bisher niemand den Bau der Stadtbahn offensiv vorantreiben will. Dabei sind bei dieser Strecke größtenteils ein eigener Gleiskörper -- und damit Zuschüsse von bis zu 90% -- möglich. Die Kosten pro Fahrgast, die vom Aufgabenträger aufgebracht werden müssen, sind dadurch deutlich niedriger als bei der U-Bahn nach Garching. Wenn dagegen jetzt keine Alternativen zum Autoverkehr gesucht und umgesetzt werden, liefert man Bürger und Gemeinden dem zukünftigen Verkehrswachstum ungeschützt aus. Gerade wenn das Verkehrswachstum aufgefangen werden soll, das in fünf bis zehn Jahren zu erwarten ist, müssen jetzt Maßnahmen ergriffen werden. Während munter neue Straßen geplant und gebaut werden, entstehen beim Öffentlichen Verkehr nur Studien. Von einer Gleichberechtigung von Öffentlichem Verkehr und Autoverkehr -- oder gar einer Bevorzugung der Öffentlichen Verkehrsmittel, wie sie eigentlich das Bayerische ÖPNV-Gesetz vorsieht -- kann leider keine Rede sein.
Andi Barth
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