| 1925 |
Bell Laboratories (bis 1984 Bell Telephone Laboratories), Forschungs-
und Entwicklungseinrichtung der Firma American Telefone & Telegraph
Corporation (AT&T) mit Hauptsitz in Murray Hill (New York). Die Bell
Laboratories gingen 1925 aus der technischen Abteilung der Western
Electric, eines amerikanischen Herstellers für
Telekommunikationssysteme, hervor. Zahlreiche Forschungsarbeiten,
die an den Laboratorien durchgeführt wurden, trieben die technische
Entwicklung in den Bereichen Elektronik, Computer und
Telekommunikation in entscheidender Weise voran. Ausgewählte
Meilensteine sind beispielsweise die Erfindung des Transistors,
die Entwicklung der Programmiersprachen C und C++ sowie des weit
verbreiteten Betriebssystems UNIX.
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| 1950 |
FORTRAN, Abkürzung für den englischen Begriff FORmula TRANslator
(Formelübersetzer). FORTRAN ist die erste höhere Programmiersprache
(1954 bis 1958 von Jim Backus entwickelt) und Wegbereiterin vieler
fundamentaler Konzepte höherer Programmiersprachen. FORTRAN ist eine
strukturierte Compilersprache und wurde für
mathematisch-wissenschaftliche Anwendungen entwickelt.
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| kA |
ARPANET (Advanced Research Projects Agency-Netzwerk), 1990
eingestelltes, US-amerikanisches Netzwerk mit etwa 60 000
Computern mittlerer bis hoher Datentechnik. Das ARPANET wurde
Ende der sechziger Jahren gegründet und von einer Behörde des
US-Verteidigungsministeriums (DARPA: Defense Advanced Research
Projects Agency) entwickelt. Es lieferte die Grundbausteine für
das später ins Leben gerufene Internet. Obwohl ARPANET dem
US-Verteidigungsministerium unterstand, diente es nicht nur zu
militärischen Zwecken. Dieses dezentrale Forschungsnetzwerk sollte
u. a. auch Universitäten und Forschungsorganisationen den freien
Informationsaustausch ermöglichen. Beim Ausfall von Verbindungen
oder Knoten blieb die Funktionstüchtigkeit durch dynamisches
Umleiten" erhalten. Der sendende Computer verschickt die
entsprechenden Daten in Form eines besonderen Pakets, in dem die
Empfängeradresse enthalten ist, vergleichbar dem Internet-Protokoll.
Beim Ausfall von Verbindungen gewährleistet der sendende Computer die
Umleitung über andere, noch bestehende Verbindungen, damit
die Daten fehlerfrei zum Endempfänger gelangen.
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| kA |
BASIC, siehe Programmiersprache, die Mitte der sechziger Jahre von
den Amerikanern John Kemeny und Thomas Kurtz am Dartmouth College
entwickelt wurde. BASIC steht für Beginner's All-purpose Symbolic
Instruction Code (Allzweck-Symbolbefehlssprache für Anfänger) und
erlangte seine enorme Popularität auf Grund zweier Implementationen:
Tiny BASIC (kleines BASIC) und Microsoft BASIC. Andere wichtige
Implementationen waren z. B. CBASIC (compiliertes BASIC), Integer-
und Applesoft-BASIC (für den Apple II), GW-BASIC (für den IBM-PC),
Turbo-BASIC (der Firma Borland) sowie QuickBASIC und VisualBASIC
(beide Microsoft). BASIC wurde im Lauf der Zeit kontinuierlich
weiterentwickelt. Während frühere Versionen meist unstrukturierte
Interpretersprachen waren, sind einige spätere Versionen
strukturierter und Compilersprachen. BASIC wird oft
Programmieranfängern beigebracht, da es einfach zu lernen und zu
verstehen ist und die gleichen Grundkonzepte enthält, die in anderen
Programmiersprachen wie PASCAL und C schwerer zu vermitteln sind.
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| 1956 |
CCITT, die Abkürzung für Comité Consultatif International
Télégraphique et Téléphonique (Internationales Beratungskomitee
für Telegraphie und Telefon). Bei der CCITT handelt es sich um
eine Organisation mit Sitz in Genf (Schweiz), die 1956 gegründet
und als Teil der United Nations International Telecommunications
Union eingerichtet wurde (ITU: Internationale
Telekommunikationsvereinigung der Vereinten Nationen). Die CCITT
(im angelsächsischen Sprachraum auch International Telegraph and
Telephone Consultative Committee) erarbeitet technische Standards
und gibt beispielsweise Empfehlungen für Kommunikationsstandards
heraus, die weltweit anerkannt werden. Die Funktionen der CCITT
hat mittlerweile die ITU übernommen. Der Verband veröffentlicht
seine Empfehlungen alle vier Jahre, wobei jede neue Version durch
eine bestimmte Farbe des Einbands gekennzeichnet ist. Die
entwickelten Protokolle finden u. a. bei Modems, Netzwerken
und Faxgeräten Anwendung.
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| 1959 |
COBOL, die Abkürzung für Common Business Oriented Language,
was sinngemäß „allgemeine, geschäftlich orientierte Sprache"
bedeutet. COBOL ist eine mit umfangreichem Befehlssatz ausgestattete,
der englischen Sprache ähnliche Compilersprache, die zwischen 1959
und 1961 entwickelt wurde. Ursprünglich kam COBOL im amerikanischen
Verteidigungsministerium zum Einsatz. Später diente diese
Programmiersprache für geschäftliche Anwendungen, die typischerweise
auf Großrechnern laufen. Mit COBOL entwickelte Programme teilen sich
in vier Einheiten auf: Erkennungsteil, Maschinenteil, Datenteil und
Prozedurteil. Der Erkennungsteil (Identification Division) legt den
Namen des Programms fest und enthält die übrigen, dokumentierenden
Angaben (Name des Programmierers, allgemeine Kommentare zum Programm
usw.). Der Maschinenteil (Environment Division) bestimmt und
verwaltet den oder die zu verwendenden Computer. Er bestimmt außerdem
die Dateien, die für Ein- und Ausgaben benötigt werden. Das Format
der Datenstrukturen wird in dem Datenteil (Data Division) beschrieben
(siehe Dateiformat). Der Prozedurteil (Procedure Division) enthält
die Operationen und Prozeduren, die praktisch die Aktionen des
Programms bestimmen. Obwohl COBOL als veraltet gilt, findet diese
Programmiersprache in besonderen Bereichen noch heute Anwendung.
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| 1962 |
Josephson-Effekt, physikalisches Phänomen, das durch den Fluss
elektrischen Stromes in Form von Elektronenpaaren (so genannten
Cooper-Paaren) durch zwei supraleitende Materialien auftritt. Bei
diesem Vorgang sind die Supraleiter durch einen extrem dünnen
Isolator getrennt. Der dort fließende Strom wird Josephson-Strom
genannt, die Durchdringung der Cooper-Paare durch den Isolator
bezeichnet man als Josephson-Tunneleffekt. Dieser Effekt wurde
nach dem britischen Physiker Brian D. Josephson benannt, der das
Phänomen 1962 vorhersagte. Wenn eine feste Spannung an den
Supraleitern angelegt wird, entstehen in dem Isolator sehr
starke Wechselströme. Ein gleichmäßiger Stromfluss durch den
Isolator kann durch ein stabiles Magnetfeld induziert (erzeugt)
werden. Der Josephson-Effekt wird beispielsweise in Geräten genutzt,
die hochenergetische elektromagnetische Strahlung erkennen und
erzeugen, sowie beim Aufspüren extrem schwacher Magnetfelder.
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| 1963 |
ASCII, die Abkürzung für American Standard Code for Information
Interchange (amerikanischer Standardcode zum Informationsaustausch).
Unter ASCII versteht man ein Codierungsschema, das Zeichen, Zahlen,
Interpunktionszeichen sowie einigen Sonderzeichen jeweils numerische
Werte zuordnet. Durch die Standardisierung dieser Zuordnungswerte
schafft ASCII praktisch die Basis für den Informationsaustausch
zwischen unterschiedlichen Computern und Computerprogrammen. Der
Standard wurde 1963 von dem ANSI als Norm eingeführt. Insgesamt
enthält ASCII 256 Codierungen, die in zwei Sätze aufgeteilt sind:
den Standardsatz und den erweiterten Satz, beide mit jeweils 128
Codierungen. Diese Sätze enthalten praktisch alle möglichen
Kombinationen mit entweder sieben oder acht Bits - acht Bits
entsprechen einem Byte. Der Basis- oder Standard-ASCII-Satz
benötigt sieben Bits für jeden Code. Er besteht also aus 128
Zeichencodes von 0 bis 127 (hexadezimal von 00H bis 7FH). Der
erweiterte ASCII-Satz stellt jeden Code mit acht Bits dar und
verfügt so über weitere 128 Codes, die von 128 bis 255 (hexadezimal
von 80H bis FFH) durchnummeriert sind. Im Standard-ASCII-Satz sind
die ersten 32 Werte für Kommunikations- und Drucksteuerzeichen
reserviert - z. B. nichtdruckbare Zeichen wie Rückwärtslöschen
(Backspace), Zeilenumbruch und Tabulator. Diese Zeichen werden
für die Kontrolle der Datenübertragung zwischen mehreren Computern
oder Computern und anderen Peripheriegeräten (beispielsweise Druckern)
benötigt. Die restlichen 96 Codes stehen für allgemeine
Interpunktionszeichen, die Ziffern 0 bis 9 sowie die Groß-
und Kleinbuchstaben des lateinischen Alphabets. Die Codes des
erweiterten ASCII-Satzes von 128 bis 255 werden von
Computerherstellern und Softwareentwicklern variablen Zeichensätzen
zugewiesen. Diese Codes sind im Gegensatz zu den
Standard-ASCII-Zeichen nicht so einfach in verschiedenen Programmen
und Computern anwendbar. Die Firma IBM benutzt beispielsweise eine
Gruppe von erweiterten ASCII-Zeichen für ihre PCs, die unter dem
Begriff allgemein erweiterter IBM-Zeichensatz zusammengefasst werden.
Das Unternehmen Apple Computer verwendet eine ähnliche, aber doch
etwas andere Gruppe von erweiterten ASCII-Zeichen für ihre
Macintosh-Computer.
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| 1972 |
C (Programmiersprache), eine Programmiersprache, die von Dennis
Ritchie bei der Firma Bell Laboratories 1972 entwickelt wurde. Sie
bekam ihren Namen aufgrund der Tatsache, dass ihre unmittelbare
Vorgängerin die Programmiersprache B war. Obwohl viele Menschen C
eher als eine maschinenunabhängige Assemblersprache und nicht als
höhere Programmiersprache ansehen, machten ihr enger Zusammenhang mit
dem Betriebssystem UNIX, ihre enorme Beliebtheit und ihre
Standardisierung durch das American National Standards Institute
(ANSI: Amerikanisches Nationales Institut für Normung) C fast zu
einer Standardprogrammiersprache im Mikrocomputer- und
Workstation-Marktsegment. Bei C handelt es sich um eine
Compilersprache, die eine kleine Anzahl eingebauter
maschinenabhängiger Funktionen enthält. Den Rest der C-Funktionen
bilden maschinenunabhängige Funktionen, die sich in Bibliotheken
(Libraries) befinden und von C-Programmen genutzt werden können.
C-Programme werden aus einer oder mehreren Funktionen zusammengesetzt,
die von Programmierern definiert werden. Daher stellt C eine
strukturierte Programmiersprache dar. Siehe auch C++
(Programmiersprache).
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| 1973 |
Festplatte, ein Magnetplattenspeicher, bei dem der Datenträger
fest in das Laufwerk eingebaut wird. Mit großem Speicherplatz
bei schnellen Zugriffszeiten und geringen Kosten ist die Festplatte
das wichtigste Massenspeichergerät in PC-Systemen und Netzwerken. Die
Daten werden auf den Flächen rotierender Scheiben magnetisch
gespeichert. Die Schreib- und Leseköpfe sind kleine
elektromagnetische Wandler und schweben auf einem Luftkissen von
0,2 tausendstel Millimeter Dicke über der Plattenoberfläche. Da
keine Berührung auftritt, sind hohe relative Geschwindigkeiten
möglich. Die Platten (meistens sind mehrere Platten übereinander
gestapelt) rotieren dabei einige tausend Mal in der Minute. Die Köpfe
werden an Abtastarmen mechanisch zu den einzelnen Spuren geführt.
Diese konzentrischen Kreise enthalten die Daten und sind in Sektoren
unterteilt. Durch die gleichzeitige Positionierbarkeit in zwei
Dimensionen ergeben sich kurze Zugriffszeiten. Optimale Zugriffszeiten
ergeben sich durch Speicherung in Zylindern, also den geometrisch
übereinander liegenden Spuren der einzelnen Platten. Hier brauchen
die Köpfe nicht mechanisch bewegt zu werden, sondern es muss nur
elektronisch zwischen den Platten geschaltet werden. Die erste serienmäßige Festplatte entstand in den Fünfziger
Jahren bei IBM. Zwar hatte das Gerät bei einem Speicher von fünf
Megabyte die Abmessungen eines Kühlschranks, es bot aber den
Speicherplatz von 50 000 der damals vorherrschenden Lochkarten.
Unter dem Namen Winchester-System stellte IBM 1973 das erste
versiegelte Plattenlaufwerk vor. Diesem Prinzip folgt der Aufbau
der Festplattenlaufwerke bis heute. Bei der Herstellung von
Festplatten wird auf Aluminiumplatten eine magnetisierbare Schicht
aufgetragen, die von einem Schutzfilm versiegelt wird. Diese Arbeit
muss in Reinsträumen durchgeführt werden. Die empfindliche Mechanik
und die magnetische Speicherfläche bleibt auch während des Betriebs
hermetisch von der Außenwelt abgeschlossen und damit gegen
Verunreinigungen geschützt, was höhere Aufzeichnungsdichten
ermöglicht. Einheitliche Standards bezüglich geometrischer
Abmessungen und der Schnittstelle ermöglichen den Austausch von
Festplattenlaufwerken in Computern.
Die technische Entwicklungsarbeit gilt derzeit vorwiegend der
Erzielung höherer Aufzeichnungsdichten der Platten und der Verkürzung
der Zugriffszeiten. Waren bei den ersten Festplatten die Spuren noch
breiter als ein Millimeter, so passen heute leicht hundert Spuren auf
einen Millimeter. Auf einen Quadratmillimeter Plattenoberfläche passen
heute rund 100 Kilobyte, und typische PC-Festplattenlaufwerke fassen
bis zu 20 Gigabyte. Die Schreib-/Leseköpfe werden miniaturisiert, um
die bewegte Masse zu reduzieren und die immer feineren Spuren
ablesen zu können. Eine Steigerung der Aufzeichnungsdichten mit rein
magnetischer Technik stößt jedoch irgendwann an physikalische Grenzen,
weil sich die magnetisierten Partikel gegenseitig beeinflussen, wenn
sie zu dicht beieinander liegen. Das führt zu Datenverlust. Mit einer
optisch unterstützten Schreib- und Lesetechnik lassen sich dagegen
Spurdichten bis zu 5 000 Spuren je Millimeter erreichen, ohne dass
sich die Datenbits gegenseitig beeinflussen. Mittels eines extrem
scharf fokussierenden Lasers können die Bits wesentlich präziser
gesetzt werden, ohne dass die Nachbarbits beeinflusst werden.
Gefahren für Festplatten und die darauf gespeicherten Daten gehen von
mechanischen Belastungen und Computerprogrammen (Viren) aus.
Erschütterungen oder Verunreinigungen können zur Berührung von
Schreib-/Lesekopf und Plattenoberfläche führen. Solch ein Headcrash
kann Datenverlust und mechanische Zerstörung zur Folge haben.
Computerviren können auf der Festplatte katastrophale Auswirkungen
haben. Die kleinen Computerprogramme gelangen von anderen
Datenträgern oder vernetzten Computern auf die Festplatte und können
zum Verlust sämtlicher Daten führen.
Von Betriebssystemen wie MS-DOS oder Windows 95 werden beim Löschen
von Dateien, die auf der Festplatte gespeichert sind, die
Verzeichnis-Einträge beseitigt und der entsprechende Speicherplatz
zum Beschreiben freigegeben. Die Daten selbst werden aber zunächst
nicht von der Festplatte beseitigt. Sie bleiben solange auf dem
Datenträger, bis sie durch neue Daten überschrieben werden. Daher
können sich auf Festplatten scheinbar gelöschte Daten mitunter doch
wieder auffinden lassen.
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