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Einleitung
Die Zahl Sieben ist schon in der Antike als eine magische, ja sogar heilige Zahl betrachtet worden. So wurden seit dem Altertum zahllose Siebenheiten aufgestellt: Die alten Griechen beispielsweise ernannten die sieben größten Lyriker, wählten alljährlich die jeweils sieben besten tragischen und komischen Schauspieler, die sieben freien Künste, etc.
Eine der ältesten Siebenheiten ist die der "Sieben Weltwunder" [1], einer Sammlung der berühmtesten und großartigsten Bau- und Kunstwerke rund um die Ägäis. Ihre Auswahl war lange umstritten und wurde vielfach geändert.
Die erste schriftliche Aufzählung der Sieben Weltwunder, welche uns vollständig erhalten ist, wird dem griechischen Epigrammatiker Antipatros von Sidon (um 130 v. Chr.) zugeschrieben:
- Die Mauern von Babylon
- Die Zeusstatue des Pheidias im Tempel von Olympia
- Die "hängenden Gärten" in Babylon
- Der "Koloss von Rhodos"
- Die ägyptischen Pyramiden von Gizeh
- Das Mausoleion von Halikarnassos
- Der Artemis-Tempel von Ephesos
In späteren Listen sind einzelne Weltwunder ausgetauscht; in den heutigen Aufzählungen findet sich an Stelle der Mauern von Babylon meistens der "Pharos" von Alexandrien.
Nach mehr als 2000 Jahren ist zwar der ehemalige Glanz der Weltwunder zum größten Teil verblasst, trotzdem geht von ihnen immer noch eine gewisse Faszination aus, die den ein oder anderen zu erfassen vermag.
Obwohl außer den Pyramiden von Gizeh alle anderen Weltwunder schon längst zerstört sind, wissen wir heute doch annähernd, wie sie einmal ausgesehen haben. Eine Ausnahme bilden dabei jedoch die "Hängenden Gärten" und der "Koloss von Rhodos". Der Letztere war von allen das kurzlebigste – er stand nur 66 Jahre lang. Dies mag mit ein Grund sein, weshalb von ihm nicht viel mehr als einige Erwähnungen in antiken Quellen übrig geblieben ist. Aber umso mehr reizt es, diesem Mythos auf den Grund zu gehen.
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[1] gr.: ἑπτὰ θεάματα – dt.: "sieben Sehenswürdigkeiten"
© Matthias K. Bothe 2004
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