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Es geht weiter
Große Aufregung herrschte 1987 in Rhodos, als Taucher der Küstenwache in der Nähe der Hafeneinfahrt in 52 Meter Tiefe einen Kalksteinbrocken von der Form einer Faust entdeckten und bargen. Man glaubte, einen Teil des sagenhaften Kolosses gefunden zu haben, was jedoch von den sogleich hinzugezogenen Archäologen bestritten wurde. Kurze Zeit später wurde das Rätsel gelöst: Der Felsbrocken war bei Bauarbeiten zwei Jahre zuvor ins Meer geworfen worden.
Vor kurzem machte man in der im Mittelalter von Kreuzrittern erbauten Festung "St. Nikolaus" eine neue Entdeckung: Bei Restaurierungsarbeiten stießen Arbeiter auf drei große Blöcke aus rhodischem Marmor und auf einen antiken Marmorblock, der im Kastell verbaut ist. Letzterer weißt merkwürdige Vertiefungen und Rundungen auf, die Berechnungen nach Teilstücke eines Kreises von 17 Metern Durchmesser sein könnten. Dr. Wolfram Hoepfner glaubt, dass es sich bei den drei zuerst erwähnten Marmorblöcken um künstlich hergestellte Felsen gehandelt hat, die zusammen mit dem Marmorblock eines wahrscheinlich hellenistischen Rundmonuments die Basis des Kolosses gebildet haben. Ob es sich bei den "Kunstfelsen" jedoch wirklich um antike Reste handelt, ist unklar. Und auch für den antiken Marmorblock lassen sich sicher auch noch andere Möglichkeiten der ursprünglichen Verwendung finden.
In den letzten Jahren wurde verstärkt über einen Wiederaufbau des Kolosses am Hafen diskutiert. Geplant ist ein Monument, das dem internationalen Frieden an der Schnittstelle zwischen Europa, Asien und dem Nahen Osten gewidmet sein soll. Ungeklärt ist jedoch bisher die Frage der Finanzierung des auf rund 30 Millionen Euro geschätzten Projekts, welches man bis 2004 abgeschlossen haben wollte. Nach den Worten Georgios Jannopoulos', welcher 2002 noch Bürgermeister von Rhodos war, muss der neue "Koloss" nicht unbedingt eine Statue sein. Es sei auch eine Säule oder gar eine Laserinstallation denkbar. Nur müsse sich das Monument seiner Umwelt anpassen.
Es bleibt also abzuwarten, was die Zukunft noch alles bringen wird.
© Matthias K. Bothe 2004
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