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„Was hat
sich der Dichter wohl gedacht, und was will er uns mit diesem Text sagen?“
das sind die schlimmsten und verhängnisvollsten Fragen überhaupt!
Erich Kästner schreibt in „Entwicklung
der Menschheit“:
„Und
sie stellen durch Stiluntersuchungen fest,
Dass
Cäsar Plattfüße hatte.“
Das ist das verderbliche Werk und Wirken
der Deutschlehrer - und wenn jemand das nur lange genug erlitten hat, dann
macht er um Gedichte und manchmal auch
um jede Art von Literatur, die nur irgendwie an Deutschunterricht
erinnern könnte, einen weiten Bogen; oft sein Leben lang. Wie schade! Denn
ursprünglich spürt jeder, dass es mit Gedichten und manch anderen Texten
etwas auf sich hat, das uns anrührt, das wir aber nicht richtig erklären
können; keine Interpretation kann das, und der Dichter selbst kann es auch
nicht, denn sonst hätte er ja kein Gedicht zu schreiben brauchen. „Uns
Laien hat es immer mächtig gereizt zu wissen, woher diese merkwürdige
Persönlichkeit, der Dichter, seine Stoffe nimmt [...] und wie er es zustande
bringt, uns mit ihnen so zu ergreifen, Erregungen in uns hervorzurufen,
deren wir uns vielleicht nicht einmal für fähig gehalten hätten.[..]“
schreibt Sigmund Freud.
Das Geheimnis poetischer Texte bleibt
unter einer Decke verborgen. Eine gute Interpretation kann an der einen
oder der anderen Ecke die Decke ein wenig anheben, sodass wir ein bisschen darunterlugen können, das Geheimnis bleibt indes
gewahrt, wie denn auch eine gute Interpretation den Text als Kunstwerk
unversehrt lässt.
Manchmal ist es mit poetischen Texten wie
in einer Ausstellung: Die Exponate sagen einem nicht allzu viel. Kommt aber
jemand und lenkt unseren Blick auf Besonderheiten und Zusammenhänge, so
beginnen die Dinge zu uns zu sprechen, und wir können den Dialog alleine
fortführen. Das kann und soll eine Interpretation leisten.
Und dazu
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