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Literatur-Hinweise

 

 

 

 

 

 

www.rosa-winkel.de

www.schwule-geschichte.de

Wider die Legendenbildung

Flyer aktualisiert zum 27.01.09
PDF-Dokument zum Download

www.homo-denkmal.de

www.gedenkort.de

Die Mutation der drei Affen

Irgendwann – lange vor Vera am Mittag – da gab es das Sinnbild der drei Affen: »nichts sehen, nichts hören, nichts sagen«. Das ist – wie gesagt – lange vorbei. Seit Vera am Mittag, wahrscheinlich schon vorher (wars nun Hans Meiser oder doch Ilona Christen?) ist der dritte Affe »nichts sagen« in der Versenkung verschwunden. Statt dessen ist mittlerweile ein neuer Affe aufgetreten, der sich leider nicht so einfach bildlich darstellen lässt: Auch er tritt nur mit seinen Kollegen »nichts sehen« und »nichts hören« – gemeinsam auf. Seine entscheidende neue Eigenschaft, die sich aber eben bildlicher Darstellung verweigert, ist »nichts denken«!

In der neuen, modischen Plappergesellschaft darf jeder reden, wie er will und was er will. Einzige Voraussetzung: Denken darf er sich dabei nichts – und zwar überhaupt nichts! Die wichtigste Voraussetzung für eine Teilnahme an der Vera am Mittag-Gesellschaft ist so unverändert dreifach:

Tomaten auf beiden Augen, fest verankert und vor Verrutschen geschützt,
Gummistöpsel in beiden Ohren, ohne jede Gefahr, sie einfach zu verlieren,
und – zum finalen Selbstschutz – ein dauerhaft ausgeschaltetes Gehirn.

Nichts ist schlimmer, als die Anfeindung durch eigene Gedanken. Wer selber denkt, könnte ja feststellen, dass sich mit dem eigenen Denken Zweifel an der verordneten Weltsicht einstellen.

In meiner Schulzeit hatte ich im Deutsch-Unterricht als Aufsatzthema das Gedicht eines Göttinger Lehrers und Schriftstellers zu bearbeiten:


Steigerung

denken
nachdenken
zweifeln

Rudolf Otto Wiemer
aus der Anthologie Beispiele deutscher Grammatik
 

Das Aufsatzthema hat mich damals gar nicht transpirieren lassen, wohl aber heftig inspiriert und zu zwei gegensätzlichen Fortsetzungen animiert:

eine der beiden Varianten mündete in Aktion und Aufbegehren,
die andere in stiller Resignation und Selbstzerstörung.

Heute hätte ich die Vermutung, dass zeitgenössische Schüler eher zu Transpiration als zu Inspiration neigen würden ...
(siehe: Wider die Leisetreterei).

Schon vor langer Zeit meinte ein von mir sehr geschätzter Journalistenkollege, man müsse aufpassen, dass man nicht zu viel recherchiere, am Ende könne die gewünschte Story darob über den Deister gehen (hannöverscher Schnack, anderwärts "über den Jordan" / "über die Wupper" oder so) ...

Ungefähr zur selben Zeit machte die Unterscheidung zwischen innengeleiteten und außengeleiteten Charakteren die Runde: "Innengeleitet" war – für heutiges Sprachverständnis übersetzt – jemand, der Rückgrat besaß. "Außengeleitet" war – überspitzt gesagt –, wer seine Meinungen am Stammtisch oder aus der Bildzeitung bezog. Einhellige Überzeugung war, dass die "innengeleiteten" Charaktere eine aussterbende Spezies seien. Für Puristen unter den Lesern sei nachgetragen, dass die "innengeleiteten" Charaktere in zwei Formen auftreten konnten: als Gesinnungsethiker oder als Verantwortungsethiker.

Altbundeskanzler Helmut Schmidt jüngst auf die Frage, ob denn das 21. Jahrhundert besser oder schlechter werde als das zwanzigste: Das neue Jahrhundert werde schlimmer, viel schlimmer.


Ein wenig Schmidt – und nicht nur -Schnauze

In der zweiten Beilage der Zeit zu Helmut Schmidts 90. Geburtstag (Dez. 2008) finden sich einige Worte und Widerworte, die ich gern an dieser Stelle anfügen möchte:

»Ehrlichkeit verlangt nicht, dass man alles sagt, was man denkt. Ehrlichkeit verlangt nur, dass man nichts sagt, was man nicht auch denkt.«

»Der Rechtsstaat hat nicht zu siegen, er hat auch nicht zu verlieren, sondern er hat zu existieren.«

»Zwar kann ein Politiker im Augenblick seines Handelns oder, wenn er sein Handeln erklären und begründen muss, nicht gleichzeitig auch große Philosophie liefern. Aber sofern er ohne philosophisch-ethische Grundlage handelt, ist er in Gefahr Fehler zu begehen. Er ist in Gefahr, in Opportunismus abzusinken. Er ist sogar in der Gefahr, ein Scharlatan zu werden.«

»In den grundlegenden Fragen muss man naiv sein. Und ich bin der Meinung, dass die Probleme der Welt und der Menschheit ohne Idealismus nicht zu lösen sind. Gleichwohl glaube ich, dass man zugleich realistisch und pragmatisch sein sollte.«
 

 

 
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Schäubles Reden und hier
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Schäuble-Rede
vom 3. Juli 2007
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