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Literatur-Hinweise

 

 

 

 

 

 

www.rosa-winkel.de

www.schwule-geschichte.de

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www.homo-denkmal.de

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Wettbewerb (und Marktwirtschaft)

Aus verschiedenen Beiträgen eines Threads in der Newsgroup bln.verkehr:

... Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass allein ein funktionierender Wettbewerb die optimale Versorgung der Menschen sicherstellt.

Bloß gehört zu einem funktierenden Wettbewerb:

ein schlagkräftiges und gegenüber Wettbewerbsverzerrungen durchsetzungskräftiges Kartellrecht (das seit den 1970er Jahren ständig geschwächt und massakriert worden ist); Monopole, Oligopole und exzessive Marktbeherrschung sind das Gegenteil von Wettbewerb;

eine auch international gut organisierte Gewerkschaftsbewegung, die weniger ideologische Grabenkämpfe ausficht und sich stattdessen als wirksame Interessenvertretung der arbeitenden Bevölkerung profiliert; der "Wettbewerb" äußert sich hier, auch wenn es zynisch klingt, in sinkenden Mitgliederzahlen der "real existierenden" (da war doch was ...) Gewerkschaften;

eine staatliche Wirtschafts- und Steuerpolitik, die endlich berücksichtigt, dass die wichtigsten wirtschaftlichen Innovationen und Leistungen nicht von bürokratisierten Großkonzernen erbracht werden, sondern von flexiblen, oft inhabergeleiteten mittelständischen Unternehmen.

Laissez-faire mag zu Marktdarwinismus führen, nicht aber Wettbewerb in einem Staat, der seine Kontrollaufgabe ernst nimmt. So war Laissez-faire vor rund 200 Jahren im ausgehenden Feudalismus und der damaligen Ständegesellschaft eine richtige Forderung. Heute klappts damit nicht mehr so einfach. Aber - wie schrieben schon die Nationalliberalen in ihrem Programm von 1867?

"Die Endziele des Liberalismus sind beständige, aber seine Forderungen und Wege sind nicht abgeschlossen vom Leben und erschöpfen sich nicht in festen Formeln. Sein innerstes Wesen besteht darin, die Zeichen der Zeit zu beachten und ihre Ansprüche zu befriedigen."

Es ist die klassische Aufgabe des liberalen Nachtwächterstaats Marktkannibalismus zu verhindern und Wettbewerb sicherzustellen, nicht durch Subventionen für schwächere, sondern durch Fusionsbegrenzung (und erforderlichenfalls Entflechtung) der Stärkeren. Das nennt sich dann Ordoliberalismus.

Je dezentraler Planungs-Entscheidungen getroffen werden (können), desto gegenläufiger die Einzelfehler, die durch Unachtsamkeit oder individuelles Versagen eines einzelnen Entscheiders entstehen. In deren Summe könnte - ich lehn mich da mal aus dem Fenster - der systematische Fehler irgendwo in der Nähe von 0 herauskommen - naja, wohl doch eher nur wesentlich kleiner ausfallen als bei zentralen Fehlentscheidungen.

Wichtig wäre nach meiner Überzeugung das Entstehen von innovativen Unternehmen, die der Tatsache, dass Deutschland auf Rang II der Anmeldung von Patenten weltweit steht, auch einen wirtschaftlichen Ausdruck verleihen. Dafür braucht es engagiertes und perspektivisches Risikokapital, innovative Banken, unbürokratische Verwaltungen und motivierte / motivierbare Mitarbeiter. Also so ziemlich alles das, was es derzeit in Deutschland nord/östlich des Mains gar nicht gibt und süd/westlich davon auch nur höchst begrenzt und um so weniger, je größer die wirtschaftliche Einheit (der Bank oder des Unternehmens).

Forderung nach Steuersenkungen und geringeren Sozialabgaben, weniger Paragraphendschungel

Da gibts noch mehr: Unsinnige Staatsausgaben reduzieren - beispielsweise

Warum sollen Studenten keine Studiengebühren zahlen, wenn doch die soziale Auslese bis zur Studienberechtigung in Deutschland sowieso fast perfekt verhindert, dass Menschen aus weniger vermögenden Familien in die Hochschulen gelangen? Sozial gerechter und bildungspolitisch sinnvoller wäre eine Ausweitung hochschulgenerierter Stipendien für die, die es wirklich brauchen - dazu eine stärkere Bindung von Absolventen (Alumni) an die Hochschulen, um Stipendien-Rückzahlung und Spendenaufkommen zu stärken. Und eine wesentlich verstärkte (finanzielle, aber vor allem pädagogische) Förderung der schulischen Eingangsstufe(n), um das Bildungspotential wirklich sich entwickeln zu lassen - Ganztagsförderung, Motivation und Forderung (weil das zwingend zusammengehört!), Anreiz zu Eigeninitiative und Spezialinteressen über einen Lehrplan-Kanon hinaus. Warum gibt es bis heute an den Schulen viel zu wenige Angebote, die praktisches, musisches und kognitives Lernen integrieren? Wie man so etwas machen könnte, dafür gibt es genügend Beispiele / Vorbilder aus den 1920-er Jahren! Warum fehlen bis heute in den meisten Schulen Angebote, die mitgebrachte Fähigkeiten von Schülern - z.B. Zweisprachigkeit - in schulische Fertigkeiten umsetzen können? Warum findet das EU-Modell des Sprachenpasses hierzulande allenfalls vereinzelt Anwendung - und schon gar nicht in den Hauptschulen, die den höchsten Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund haben?

Warum soll mit der Eigenheimförderung die Zersiedelung immer weiter vorangetrieben werden?

Was soll dieser Unsinn mit der Pendlerpauschale? Gießkanne statt notwendigem, sozialem Ausgleich?

Roden des Abschreibungs- und Subventionsdschungels in den Bilanzierungs- und Steuervorschriften der Unternehmen. Dafür dürfen dann gern die nominalen Steuersätze (nach unten) angepasst werden. Und der Bürokratie-Aufwand wird gleich mit reduziert und schafft freie Kapazität für unternehmerisches Handeln!

Schaffen von Klarheit und Wahrheit in den Steuer- und Sozialausgaben - Verzicht auf die Verschiebebahnhöfe im Sozialsystem, die Ausgaben in Institutionen verstecken, wo sie nicht hingehören.

Erbschaftssteuer

Was das Problem an dieser Stelle ist, ist die Schwierigkeit zu unterscheiden zwischen einer rein monetären Erbschaft und dem Erbe eines mittelständischen Unternehmens als Personengesellschaft, Einzelunternehmer oder Kapitalgesellschaft mit nur wenigen einzelnen Gesellschaftern.

Das wird man nicht allein anhand der Höhe des vererbten Vermögens unterscheiden können. Die monetäre Erbschaft sollte vernünftigerweise weiterhin besteuert werden, das vererbte Unternehmen jedenfalls solange nicht, wie es betrieben wird. Eine nachgelagerte, degressive Besteuerung im Verkaufsfall schadet dem Unternehmen nicht, nur dem monetären Verkaufserlös. Dass eine derartige potentielle, nachgelagerte Besteuerung nicht mit dem Erbfall als Belastung des Unternehmens oder des Erben in den Büchern auftaucht, sollte sich vielleicht regeln lassen.

Wettbewerb funktioniert bei dauerhafter struktureller Arbeitslosigkeit nicht,

weil entweder die Marktzugangsbarrieren für kreative Marktteilnehmer, die auf für ihre Marktidee qualifizierte Arbeitssuchende zurückgreifen könnten, zu hoch sind (man denke z.B. an Finanzierungsbarrieren, Bürokratiebarrieren, übermächtige Wettbewerber - Marktkannibalismus);

oder weil trotz der strukturellen Arbeitslosigkeit keine qualifizierten Arbeitskräfte für kreative Unternehmer zur Verfügung stehen;

oder weil durch Korruption und Schattenwirtschaft die strukturelle Arbeitslosigkeit geringer ist, als den Statistiken zu entnehmen wäre.


Und konkret zur Verkehrspolitik ...

Um das ganze mal auf die Verkehrspolitik herunterzubrechen: Wettbewerbsverzerrungen bestehen durch

die Einbindung des bundeseigenen Eisenbahnnetzes als Teilkonzern in den nunmehr "kapitalistisch" funktionieren sollenden DB-Konzern; Schienenwege sind Infrastruktur und es spricht vieles dafür, sie in öffentlicher Trägerschaft zu halten, auf jeden Fall aber die Verkehrsbetreiber in einem Wettbewerbsverhältnis zu organisieren, zumal so auch die Zugangsmöglichkeiten für neue Verkehrsbetreiber erleichtert werden können;

die asymmetrische Belastung der verschiedenen Verkehrsträger mit deutlicher Bevorzugung der Straße und des Luftverkehrs;

die insgesamt vorherrschende versteckte Subventionitis im Verkehrsbereich und die so entstehende Umwidmung der Verkehrswege zu Materiallagern in öffentlicher Baulast.

Bei funktionierendem Wettbewerb rächt sich das Unterlaufen von Sicherheitsstandards spätestens zu dem Zeitpunkt, wo die Unfallhäufigkeit steigt: Die Kunden bleiben weg. Lohndumping eines in echtem Wettbewerb stehenden Unternehmers führt dazu, dass ihm die Arbeitnehmer weglaufen. Einzig die Bedienung von Streckenabschnitten, die mit üblichen Transportgefäßen nicht rentabel zu bedienen sind, stellt ein Problem dar, das möglicherweise völlig neue Lösungsansätze erfordert, aber funktionierender Wettbewerb ist kreativ.

Funktionierender Wettbewerb kann sich eben auch darin äußern, der volkswirtschaftlich nachteiligen Zersiedlung entgegenzuwirken und völlig neue Ideen für Verkehrserschließung zu entwickeln.

Die real existierenden Verhältnisse im Berliner ÖPNV sind weiterhin planwirtschaftlich. Allein eine kleine marktwirtschaftliche Spielwiese ist integriert, die allerdings durchaus - mit dem städtischen Quasi-Monopolisten voran - Lohndumping-Charakter annimmt, was aber an der spezifischen Ausgestaltung dieser Spielwiese liegt.

In welcher Weise hier realer Wettbewerb organisierbar wäre, ist erst noch zu erarbeiten. Dabei stehen nach meiner Überzeugung verschiedene Aspekte an, die nicht allein durch den Preis als Entscheidungskriterium beherrscht werden sollten. Auszuschreiben sind in der Tat "Netze" - bzw. Versorgungsgebiete, damit kreative Lösungen zur Optimierung der Verkehrsangebote entwickelt werden können - bis hin zu Rufbus- oder anderen Flächenbedienungs-Ansätzen in der "Pampa". Auch die Integration von straßen- und schienengebundenen Angeboten (Arbeitsgemeinschaften) in einer solchen Flächenbedienungsausschreibung sollte möglich sein. Die Vergleichbarkeit der Angebote könnte neben dem Preis vielleicht über Beförderungsplatz-Kilometer und Erreichbarkeit des ÖPNV in Relation zur Bevölkerungsverteilung hergestellt werden. Sicher gibt es weitere sinnvolle Kriterien, die den an der Ausschreibung beteiligten Unternehmen auch einen regionalen Planungseinfluss eröffnen.

Zum Fall eines Eisenbahners, der von der DB zu einem privaten Eisenbahnbetreiber gewechselt ist und dabei Nachteile in Kauf genommen hat:
Wenn ich das richtig verstanden habe, ist er freiwillig gewechselt, hat also die Einschränkungen bewusst in Kauf genommen. Das kann nun z.B. bedeuten:
Die klimatischen Arbeitsbedingungen beim vorherigen Unternehmen können so schlecht geworden sein, dass er das nicht mehr ausgehalten hat. Dann mag er zu den besseren Mitarbeitern gehört haben, die sich ernsthaft gute Chancen bei einem anderen Unternehmen ausrechnen konnten / können.
Was das eigentlich sagt? Die zementierten Kündigungsschutz- und von allem Leistungsdenken abgekoppelten "Aufstiegs-" Regelungen in den Unternehmen, die sich an den Rechtsverhältnissen des öffentlichen Dienstes orientiert haben, sorgen zwingend für eine zunehmend negative Auslese der dort verbliebenen / verbleibenden Beschäftigten.

Wo wäre dann der Wettbewerb?

Im angesprochenen Fall in einer Personalfluktuation, die engagierte und qualifizierte Beschäftigte vertreibt. Irgendwie sowas, was Mehrrezin und Co. derzeit betreiben und sich nur deshalb leisten können, weil es eben noch immer zu wenig Wettbewerb gibt. Merke: Funktionierender Wettbewerb führt auch dazu, qualifizierte Beschäftigte halten zu wollen, denn im eigenen Unternehmen erhöhen sie die Qualität, im fremden Unternehmen den Wettbewerbsdruck.

Eberhard Zastrau in der newsgroup bln.verkehr – Mai/Juni 2005
(Message-ID: <1gx81rp.368ov7w2gpyun%zastrau@gmx.de> und nachfolgende)

 

 

 
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vom 3. Juli 2007
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