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www.rosa-winkel.de

www.schwule-geschichte.de

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www.homo-denkmal.de

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Der Yps-Effekt macht wieder den Koch zum Gärtner

Ganz ohne Gimmick!

Natürlich hat sie nicht resigniert, aber immerhin ist sie am hesslichen Wahlabend zurückgetreten. Geholfen hat es zu diesem Zeitpunkt niemandem mehr – außer dem Schwarzgeist Koch. Aber wenigstens hat es auch Thorsten Schäfer-Gümbel nicht noch mehr geschadet. TSG ist wieder vor allem die Bezeichnung eines Fußball-Überraschungsvereins mit Software-Sponsor. Aber der Ortsname Hoffenheim könnte ja vielleicht in fünf Jahren auch für die hessliche SPD verfangen, wenn die TSG 1899 bis dahin die Stürme der Bundesliga übersteht.

Der Yps-Effekt ohne Gimmick ist ein Musterbeispiel fürs politische Versagen – nicht nur einer von feministischem Ehrgeiz getriebenen Schmalspur-Politikerin. Versagt hat vor allem ein System, in dem die Bürger keinen Einfluss mehr auf die Auswahl des politischen Personals haben. Von den hesslichen Polit-Protagonisten hätten neben dem Schwarzkoch wahrscheinlich nur Tarek al-Wazir und Dagmar Metzger die Prozedur eines amerikanischen Vorwahlkampfs überstanden. So aber sank die Wahlbeteiligung noch einmal auf nurmehr 60 %; SPD und CDU verloren Stimmen en gros. Zwar hatte die CDU im Stimmenanteil an den gültigen Stimmen einen leichten Zugewinn, aber die absoluten Stimmenzahlen belegen auch bei ihr: erneuter Verlust! Und das nach dem Erdrutsch-Ergebnis des Jahres 2008.

Keine der hesslichen Landesparteien hat sich im zurückliegenden Jahr mit Ruhm bekleckert. Das Gegacker, mit dem alle außer der geschundenen SPD sich dennoch als "Sieger" feierten, ist platte Zweckrhetorik, die bei echter Analyse des Wahlergebnisses den gackernden Hähnen auf die Füße fallen sollte. Wenn vor einer Wahl alle Parteien sich ein so enges Korsett schnüren, dass sie nach der Wahl keine Luft zum Atmen mehr kriegen, dann erleidet die Demokratie den Erstickungstod.

Das galt bei der Wahl des Jahres 2008 vor allem für die FDP: Blaugefroren und gelb vor Neid zelebrierte sie völlige Politik-Unfähigkeit. Da wurde dann der programmgemäße Marktkannibalismus zum Politkannibalismus von Westerwelles Gnaden.

Als nur wenig geschickter erwiesen sich die Grünen: Auch wenn sie im Farbenkreis die Mischung aus Blau und Gelb abgeben, so wollten sie doch keinesfalls mit den Blau-Gelben zusammenarbeiten. Im Streit um eine ähnliche Wählerklientel wäre nach ihrem parteiegoistischen Selbstverständnis jede Zusammenarbeit mit den Hauptgegnern Teufelszeug gewesen.

Wahrscheinlich wäre das alles anders gekommen, wenn die SPD 2008 drei Wählerstimmen mehr als die CDU erhalten hätte. Aber so? Nach dem Wahldesaster des Schwarzgeistes wollte die SPD den Koch unbedingt von seiner Rolle als Gärtner ablösen. Es war absehbar, dass das nicht recht gelingen konnte: Weder die Wahl einer Regierung Yps konnte im Landtag die erforderliche Stimmenzahl erreichen, wie sich später herausstellte, noch beherrschten die potentiellen Mehrheitsfraktionen das notwendige Handwerkszeug für eine gemeinsame Sachpolitik, die den Schwarzgeist hätte in die Schranken weisen können.

Genüsslich lehnte sich die geschäftsführende CDU-Regierung zurück und ließ die potentielle Landtagsmehrheit gegen die Wand laufen.

So sieht eine Politik aus, die sich nicht aufs Machen, sondern aufs Kaputtmachen versteift. Leider ist das derzeit die einzige politische Disziplin, die die erstarrten Parteien der Republik bis zur Perfektion beherrschen. »Dem Volke dienen« war einmal der propagierte Anspruch einer Polit-Sekte, deren Reste bei den Grünen Unterschlupf fanden. »Dem Volke dienen« ist als Maxime den hesslichen Pateien gänzlich abhanden gekommen.

So kam, was kommen musste: Die SPD zerlegte sich selbst und der hessliche Landtag strebte zu Neuwahlen. Vielleicht hatten die Grünen auf ein Wunder gehofft und sich eine Zukunft in schwarz-grüner Kombination erträumt. Das Ergebnis lässt sie indes zwar mandatsmäßig erstarkt, aber politisch im Abseits erwachen. Politisch gestärkt ist allein der grüne Fundamental-Gegner: die Marktkannibalen.

Die Wahlergebnisse, wie sie wirklich sind

Die drastisch sinkende Wahlbeteiligung vermittelt ein zunehmend falsches Bild von den Wahlergebnissen, wenn man nur die gültigen Stimmen zur Ermittlung der Parteienanteile heranzieht. Deshalb veröffentliche ich die Wahlergebnisse der letzten Bundestagswahlen und aller letzten Landtagswahlen in absoluten Stimmenzahlen und Anteilen auf der Basis der Wahlberechtigten.

 

 
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vom 3. Juli 2007
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