Schiffsbrand auf ROS 332 "Kurt Barthel im Sommer 1981

aufgeschrieben und zugesandt vom PA Lothar Kutsche

 

Echo auf unvergessenes Erlebnis !

 

 

Sent: Tuesday, February 10, 2009 11:15 PM
Subject: ROS 332 " Kurt Barthel " KuBa

Hallo und Moin Moin Kapitän !


Es war im Sommer 1981 vor den Färör Inseln. Nach 3 Wochen schwerer See war es plötzlich windstill geworden. Spiegelglatte See ! Ich fuhr als Bunkermann in der Produktion. Im Bunker noch 30 Kiepen
Blauer Wittling.

Meine Schicht ging von 00:00 Uhr bis 12:00. Es war gerade 06.30 Uhr. Wir kamen von der Essenpause. ( von 05.30 Uhr - 06:00 Uhr ). Fast gleichzeitig vernahmen wir einen Geruch auf, nach brennenden Gummi. Und schon schellte die Alarmsirene.

Feuer im Schiff. ! Sofort wußten wir, das ist keine Übung !! Auf dem Weg zum Arbeitsdeck kam uns auch schon der erste Rauch entgegen.

Die angstvollen Blicke von meinem Prod.-Meister Wolfgang Schröder sind mir auch noch nach 27 Jahren ( ! ) allgegenwärtig. Er hatte große Sorge,das es seine Produktionsjungs nicht bis an Deck schaffen.

Es herrschte hohe Dissziplien. NULL PANIK ! Die Decksleute übernahmen zuerst die Brandbekämpfung. 150 Schiffe, die meißten aus der UdSSR kamen uns sofort zur Hilfe.Ein sowjet.Löschboot,das

für solche Ünglücksfälle spezialisiert war, sollte später den Brand löschen. Ich glaube es war 11:00 Uhr als wir das Schiff verlassen mußten. Viele Seeleute wurden nun auf andere DDR Verarbeitungsschiffe verteilt. Ich landete auf ROS 312 " Bodo Uhse".

Sie nahmen uns sehr, sehr freundlich auf.  Nach der Brandbekämpfung ging ein kleiner Teil zurück zum Schiff, was nun nach Rostock geschleppt wurde.

Ein großer Teil wurde mit einem Transporter nach Hause gefahren. Ich wollte sogern in der Produktion als Bunkermann fahren. Jetzt durfte ich den Bunker nach dem Brand säubern und alle 30 Kiepen mit der Hand entsorgen. Tausend Mal rief ich dabei nach Uuuuuuulf.

Zu Hause war man in großer Sorge. Ach war das schön Warnemünde zu sehen. Zu Hause angekommen brauchte ich 90 Tage um alles zu verarbeiten. Ich werde es nie vergessen, wie Decksmann Leonardt sich in höchste Lebensgefahr begab, um die Rauchabzüge zu schließen, damit das Feuer keinen Sauerstoff mehr erhält.

                   Für mich waren alle Hochseefischer vom Fischfang Rostock irgendwie Helden. Kein Wunder bei solch gut ausgebildeten Offizieren !

Gruß an ALLE Hochseefischer. PS: Das Arbeitsdeck wurde bei 500 Grad Celsius in der Prod.- Werkstatt regelrecht angehoben.

                                                                 Lothar Kutsche / Abt.Produktion