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....zum Unfall von Jörg Sauer: Wie ich schon mal gesagt habe, der Wilfried Gille hat die seltene Gabe......., nun war ich so leichtsinnig und habe ihm gegenüber verlauten lassen, dass ich den Unfall von Jörg Sauer annähernd kenne und schon war ich eingespannt. Die Bescheidenheit von Jörg ist unbeschreiblich, sowohl damals, als er aufgefischt wurde, als auch noch heute, wenn er davon berichtet. Das Beschreibung des Wetters mit Wind 8 Bft. stimmt so, wie er es ausführte. Nur hat er das teilweise undurchdringliche Schneetreiben in dieser Nacht verschwiegen. Weiter hat er uns nicht von den 45 Minuten erzählt, welche er im eiskalten Wasser trieb. Normalerweise überlebt ein Mensch in einer Wassertemperatur von 4° maximal 10 Minuten, dieser Fall war schon für die Wissenschaft ungeheuer erwähnenswert. Also noch einmal, wir fischten in dieser Nacht in der Barentssee. Ein sich fast unmenschlich, überschreiendes „Mann über Bord“ und weitere fast nicht zu erkennende Erklärungen des Kapitäns der „Brandenburg“ riss alle auf dem Platze Befindlichen aus ihrer geschäftlichen Tätigkeit. Wir mussten den Kapt. erst einmal beruhigen um herauszufinden wo er sich mit seinem Schiff in dem Schneetreiben überhaupt befindet, um suchen zu helfen. Die Identifikation eines Fahrzeuges bei unsichtigem Wetter gehört zu den immer wieder geübten und in Fleisch in Blut gegangenen Tätigkeiten eines Fischers und so hatten wir die Position der „Brandenburg“ schnell gefunden. Hier angekommen, war dann auch umgehend eine Suchformation gebildet. Nur, der Autofahrer weiß ja was er im Dunklen bei Schneetreiben mit eingeschaltetem Scheinwerfer sieht, fast Null. Und so ging es allen Suchenden mit allen den zur Verfügung stehenden Scheinwerfern damals auch. Wir hatten auch alle Mann bis aufs äußerste gespannt an Deck zur Suche. Jörg aber hat uns an sich vorüberfahren sehen, wir ihn im Wasser aber nicht. Nach 45 Minuten, also ich kann mir nicht vorstellen wie es einem in solcher Situation geht, kam dann die „Robert Koch“ in seine Nähe. Jörg hat damals zu sich gesagt, so berichtete er später, “wenn die mich nicht sehen, dann gebe ich mich auf“. Und die vielen Augen auf der „Koch“ haben ihn erblickt. Wie er dann, steif gefroren, auf dieses Schiff gekommen ist, hat er er uns nun ja schon selbst erzählt. In der Flotte berichtete man damals von Nierenschäden, welche Jörg, hervorgerufen durch das eisige Wasser, in der Folge hatte. Als man ihn später befragt hat, ob er denn nun die Schnauze voll hätte von der Seefahrt, da hat er verneint. Jörg war schon damals, ja, ich sag mal, außerordentlich bescheiden. Soviel aus meiner Sicht zu der Rettung von Jörg Sauer. Ursache war ja ein Teilstück Reling, welches auf dem Bootsdeck aller Seitentrawler eingehängt und wegnehmbar angeordnet war. Dieses Stück Reling sollte eigentlich mit Splinten abgesichert sein. Der Inspektor des Seefahrtsamtes hatte die Nichtsicherung der Reling bei der Abnahme im Hafen bemängelt und im Abnahmebericht die Abstellung dieses Mangels noch im Hafen gefordert. Die Nichtbefolgung war dann die Ursache für diesen außergewöhnlichen Seeunfall. |