Fritz Hartung

Arbeitskreis  "Tradition  Rostocker Hochseefischerei" :

 

Kapitän Günther Kröger beschreibt in seinem neuen Buch  unter anderem auch den Vorfall , als der Logger ROS 104  " Rosa Luxemburg"  bei der

Ausreise zum Fangplatz am 19.8.1951  im Großen Belt durch die Explosion einer Mine beschädigt wurde .

Kapitän Peter Burmeister  fuhr auf diesem Schiff als 2.NO  und schrieb unserem Arbeitskreis über diesen außerordentlichen Vorfall ein paar weitere Erinnerungen , die  wir allen Interessierten nicht vorenthalten  möchten.

Es zeigte sich , daß auch  1951  noch keine  sichere  Schiffahrt  selbst auf den geräumten Zwangswegen gewährleistet war  .

Es  zeigte sich aber auch weiter, daß bereits zu diesem Zeitpunkt  unsere Besatzungen solch extremen Anforderungen an ihre eigene Sicherheit  und für das Schiff voll gewachsen waren . Noch heute muß man den Beteiligten dafür höchste Hochachtung zollen !

Darüber hinaus kann man diesen Zeilen auch aber entnehmen , in welchem atemberaubenden Tempo die Logger  aus dem Programm der Volkswerft

Stralsund dem Fischkombinat Rostock in diesen Gründungsjahren zur Verfügung gestellt wurden .

 

 

Kapitän Peter Burmeister  schreibt uns  :

 

Als wir am 18.8.1951 abends Rostock verlassen hatten, legten wir zum Ausklarieren in Warnemünde an .

Die Aus- und Einklarierung erfolgte zu dieser Zeit durch die Behörden in Warnemünde.

Der Logger ROS 131 lag auch dort nach der Überführungsfahrt von der Volkswerft Stralsund nach seinem künftigen Heimathafen. Das Kommando hatte auf ROS 131 noch die Werftbesatzung. Ein Teil der künftigen Besatzung  und Kapitän  Richard Rath waren auch an Bord

.

(Einfügung : ROS 131 war nach der Explosion zur "Rosa Luxemburg" zur Hilfeleistung beordert .)

Als ROS 131 bei uns ankam , war das Erste , was der Werftkapitän zu uns sagte : " Ihr liegt ja mitten auf dem Zwangsweg !"  Er dachte wohl ,wir hätten Ecken geschnitten und außerhalb des Zwangsweges sei die Explosion erfolgt.

An dem Tag  war herrliches Sommerwetter , kaum Wind und ruhige See , so daß  wir nicht verdriftet waren und wenige Zeit später vor Anker lagen . Die Tonne am Eingang zum Großen Belt hatten wir ja kurz vorher dicht bei passiert .

Die Fahrt im Schlepp von ROS131 ging einigermaßen vernünftig vonstatten.

Nach dem Festmachen in Warnemünde sowie Einklarierung kamen Vertreter des Betriebes und Hauptdirektor Kurt Gramm an Bord. Er sagte uns , daß nach Einlaufen in Rostock und Erledigung aller Arbeiten die gesamte Besatzung 7 Tage Sonderurlaub bekommt , und daran anschließend können alle Besatzungsmitglieder nach Stralsund fahren und einen neuen Logger ROS 133 " Aufbau " übernehmen . Damit sind  wir Anfang September 1951 zur ersten Fangreise ausgelaufen , die aber ein Reinfall war .

Abgesehen von den zahlreichen Schäden innerhalb desSchiffes sind keine Menschen zu Schaden gekommen. Außer, der 1. Steuermann sprang hastig aus der Koje , rein in die Klamotten und in die Stiefel . Damals waren noch überall Petroleumlampen als Notbeleuchtung angebracht . In unserer Kammer war der Glaszylinder von der Lampe gefallen  und ein Teil der Scherben in die Stiefel vom 1. Steuermann. Die Scherben steckten dann mehr oder weniger in den Fußsohlen des 1.Steuermanns , konnten aber alle wieder entfernt werden .

 

Noch eine kurze Ergänzung zu dieser damaligen Zeit :

Kapitän Johannes Ley aus dem Westen , wie viel andere , war im Sommer 1951 auf dem Netzboden ( Kopfende Fischhalle 2 ) . Zu der Zeit war wohl gerade kein Schiff frei . Unter seiner Leitung wurde auf dem Netzboden ein erstes Heringsnetz aus Perlon gestrickt und montiert , es sollte dann bei uns auf ROS 104 erprobt werden . Kapitän Ley stieg dann  ( nach der Explosion)auf einen anderen Logger  über ( wahrscheinlich ROS 108 ) .

So viel wie ich weiß, war die Erprobung in der Nordsee ein Reinfall. Kapitän Ley hat sich danach auch nicht mehr lange in Rostock aufgehalten .

 

Zu den Schäden auf ROS 104 hat D. Strobel in dem BUch " Hiev up " auf Seite 46 ausführlich geschrieben .

 

Im Namen des  AK Tradition Rostocker Hochseefischerei bedanke ich mich

hiermit recht herzlich bei Kapitän Peter Burmeister  für diesen Erinnerungsbericht .

 

 

 

 

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