Klassentreffen der Klasse MT1-3S (1972-1975) vom 16.-18. September 2005 in Rostock

 

Wie alles begann

 

(Wer die Vorschaubilder vergrößert sehen will, muss diese anklicken!)

 

Wie ist denn das Klassentreffen eigentlich zustande gekommen? Tja, ich hatte ja mehr oder weniger sporadisch Kontakt zu Holger Langbein, damals auch Bewohner der Kammer 116. Auch zu Jens Falkenhagen gab es über Jahre hin und wieder telefonische Gespräche. Vor Jahren im Urlaub auf Rügen habe ich mich mal nach Andreas (Vadder) Pietsch erkundigt. Der Chef vom SPAR Laden konnte sich erinnern. Der Pietsch sein nach Sellin umgezogen. Ich also beim Meldeamt Mönchgut angerufen: Keine Auskunft. Ab ins Auto und ins Meldeamt. Gegen ein geringes Entgelt von ca. 12,00 DM bekam ich seine Adresse. Pietschie war sehr überrascht und allzu viel geredet wurde nicht. Damals habe ich noch nach Erich Oberreich in Göhren gefragt. Man konnte sich erinnern, dass die Familie vor vielen Jahren schon nach Berlin verzogen ist. Irgendwann suchte ich dann Siegfried Kinast. Ich wusste, dass er aus Morl stammte und zur Feuerwehr wollte. Telefonbücher gewälzt, Internet durchkämmt, dutzende Anrufe mit Kynasten geführt. Nichts. Ich glaube es war im Frühjahr 2004. Endlich suchte ich nach Kinast (ohne y). Der Name war in Morl aufgeführt. Seine Frau erzählte mir, dass Siggi vor kurzer Zeit verstorben ist. Er war bei der Berufsfeuerwehr in Halle und hätte gerne mal mit seinen alten Kumpels von der Fischerei sich noch mal getroffen. Zu spät. Spätestens zu diesem Zeitpunkt kam mir der Gedanke, ein Klassentreffen zu organisieren. Erst mal die alten Bilder rausgekramt und versucht, alle Namen zu ermitteln. Mit Holger und Jens telefoniert. Die meisten kannten wir noch, aber es gab auch einige, da hatten wir echt Probleme. Da dauerte es sehr lange, bis wir nur die Namen hatte. Letztendlich hatten wir sie alle und dabei kamen auch die Erinnerungen langsam zurück.

Die Schwierigkeit war, dass keiner Kontakte, außer meinen, zu anderen hatte.

Nun ging es Sonntag für Sonntag an den Computer, um die Adressen herauszufinden. Da die Kumpels aus der ganzen Republik kamen, wusste ich noch, wo sie früher wohnten. So z.B. Holger Ahnelt, genannt Balduin nach Louis de Funes. Ich wusste, dass er aus Meuselwitz kam. Dort gab es zwar noch eine Frau Ahnelt, aber diese kannte ihn nicht. Aber durch eine Cousine (?) gab es einen Tipp, so dass ich seine Adresse herausbekam. Balduin arbeitete und arbeitet bei der Berufsfeuerwehr in Magdeburg. Bei Jörg Hantscher ging es über seine Eltern. Bei Lothar Gelhar führte die Spur über Onkel und Tante nach Stendal. Dort wohnt sein Bruder, der mir dann seine Adresse in Klein Schwechten gab. Holger Wünsche war relativ leicht zu finden, nach 3 Anrufen bei anderen Holger Wünsche. Peter Komischke haben wir nicht gefunden, obwohl mindesten 4 Peter Komischke angerufen wurden. Dasselbe Malheur bei Roland Heber, Uwe Schatz, Joachim Kolberg, Karl Zillmann und Erich Oberreich. Olaf Haberland, jetzt wohnhaft in Gardelegen, habe ich auch über Verwandte gefunden. Lothar Lautenschläger aus Nieder Schmon war nicht einfach zu finden. Im Querfurter Raum gibt es davon viele. Aber auch das hat geklappt. Unsern letzten noch aktiven Hochseefischer Frank Steger zu finden, war einfach. Meistens hatte ich seine Ehefrau am Telefon, da er auf See war. Er fährt auf einem Trawler bei P&P (Niederlande) in der Verarbeitung.   Frank hat mir die Adressen von Rainer Scholz und Rainer Nikolaus besorgt. Mit Scholle hatte ich dann auch Kontakt, aber sein Interesse an einem Klassentreffen war wohl nicht unbedingt ausgeprägt. Rainer Nikolaus habe ich in Ermangelung einer Telefonnummer geschrieben. Antwort ist nicht eingetroffen.  Andreas Pietsch hat dann noch Georg „Schorsch“ Kossert, auch wohnhaft in Sellin, Bescheid  gegeben. Als ich ihn anrief, wollte er im Sommer noch Erich Oberreich, der immer im Sommer nach Göhren zum Volleyball kam, informieren. Adresse kannten wir nicht und diesen Sommer ward Erich auf Rügen nicht gesehen. Mit Unterstützung von Jörg Holtz habe ich dann über die Mutter von „Ille“ Wilfried Hinz gefunden. Weit früher hat Lothar Gelhar die Adresse von Günther Kadagies herausgefunden.

Im Sommer 2004 habe ich Frau Steger in Rostock besucht. Im September kam Holger Langbein zu mir und im „Kleiner Harz“ haben wir das Treffen und den geplanten Termin im Jahr 2005 besprochen. Ende Juni 2005 zog ich mir einen Achillessehnenriss zu und hoffte, dass es im September mit dem Gehen ginge. Balduin besuchte mich (ich mit einem „Weltraumstiefel“), wir tranken ein paar Biere und unterhielten uns über alte Zeiten.

Viele hatten mir Bilder geschickt, insbesondere auch Holger Langbein, Jörg Hantscher, Balduin, Jens, Günther usw., die ich dann mühselig einscannte, um später die CD`s zu brennen.  So war das also mit der Vorbereitung. Ganz kurz noch: Ich suchte unsere ehemalige Klassenlehrerin Frau Schneider und setzte mich mit der „Ostseezeitung“ in Verbindung. Diese brachte auch 2x meine Suchmeldung. Hat leider nicht geklappt. Erst nach dem Treffen habe ich sie gefunden und wir haben bereits telefoniert und mehrfach gemailt. Sie hatte von einem ehemaligen Kollegen erfahren, dass sie gesucht wird. Leider hatte die „OZ“ meine Tel.Nr. nicht mehr gespeichert.

Auch mit der Zimmerbestellung war es nicht so einfach. Pensionen in Warnemünde waren entweder zu klein oder ausgebucht.
Hotels wollten wir nicht, so dass im Gästehaus Lütten Klein (ehemals zur DSR gehörend) Zimmer gebucht wurden. War dann etwas internatsähnlich, aber sauber und ordentlich. Nur die Toiletten waren auf dem Flur.

 

 

2. Das Treffen

Die Zeit war schnell heran. Im Sommer hatte ich noch alle angeschrieben und die Adressenliste beigelegt. Im telefonischen Kontakt stand ich sowieso mit den meisten. 11.00 Uhr am 16.09.2005 verliess ich in aller Eile meinen Arbeitsplatz in Schönebeck, raste nach Magdeburg, wusch mich und zog mich um. Zwischen 11.30 und 12.00 Uhr erwartete ich Balduin mit Jörg Hantscher. Ich wartete und wartete. Erst gegen 13.30 Uhr klingelte es und die beiden kamen. Sie hatten beim Wiedersehen die Zeit vergessen und viel erzählt. Also, rein ins Auto und auf die A2. Das Wetter wurde immer besser und kurz vor Rostock gab es schon überwiegend blauen Himmel. Durch den Warnowtunnel und geradeaus nach Lütten Klein. Ohne Probleme haben wir dann das Gästehaus gefunden. Vor dem Eingang standen dann schon einige ältere Herren und erzählten. Irgendwie kamen sie uns bekannt vor. Bis auf Günther und Holger Langbein waren alle da. Man erkannte sich wieder. Ich nahm dann die Schlüssel in Empfang und nach einer halben Stunde trafen wir uns. Für Holger und Günther hinterließen wir an der Rezeption Nachricht, denn wir wollten gleich nach Warnemünde. Natürlich hinterließen wir auch Nachricht an Frank Steger, doch der war noch auf See und kam erst am darauf folgenden Dienstag nach Hause.

 

Auf dem Weg zum IGA Bahnhof gab es schon viel zu erzählen. Als wir dann gegen 17.00 Uhr bei strahlendem Wetter in Warnemünde ankamen, 2 große Kreuzfahrtschiffe lagen an der Pier, wollten wir erst mal, da viele schon Jahre nicht mehr in Warnemünde waren, bummeln gehen.
Da rief Holger an und fragte, wo wir denn seien. Kurzentschlossen habe ich dann verfügt, ins Bier- und Branntweinkontor am Alten Strom zu gehen. So waren wir also schon gegen 17.30 Uhr beim gemütlichen Teil angelangt.

 

Nachdem der erste halbe Liter runtergeschluckt war, kam schon Holger. Wir hatten 2 Tische und legten los. Erst mal wurde zu Abend gegessen.
Alte Erinnerungen wurden ausgetauscht. Gegen 19.00 Uhr kam dann noch Günther, der stilgerecht eine Uniformmütze aufhatte. Schnaps und Bier flossen in Strömen und es wurde stets lauter und verqualmter.

 

Gruppenfoto
Eine Kellnerin übernahm das, damit alle auf dem Bild waren.

Gegen 22.00 Uhr verließen die Cruiser den Hafen, und es gab ein großer Feuerwerk zum Ende der Kreuzfahrtsaison. Gegen 01.00 Uhr wurde abkassiert, stattliche Summen kamen zusammen. Obwohl wir Gruppenkarten hatte, entschlossen wir uns zur Taxifahrt. Die 200 m zum S-Bahnhof hätten wohl nicht alle geschafft. Ich bin gegen 03.30 Uhr ins Bett gefallen. Andere waren wohl noch bis gegen 04.00 Uhr auf den Beinen.

Im Gästehaus Lütten Klein ging es weiter. Das Seemannsgarn wurde immer feiner gesponnen.
Vom Abtauchen im arktischen Meer bis zu ..., aber darüber gebietet sich das Schweigen.

 

Wir hatten uns gegen 09.00 Uhr verabredet. Vorher war noch individuelles Frühstück angesagt.

Gegen 09.15 Uhr ging es dann per Straßenbahn nach Marienehe. Bei herrlichen Wetter, morgens gab es noch ein Gewitter, mit mehr oder weniger brummendem Schädel, besuchten wir die BBS. Gruppenfoto.

 

 

 

Dann ging es hinein. Die Kammer 116 gab es noch. Die alten Insassen Holger Langbein, Lothar Lautenschläger und ich ließen davor ein Foto machen. Andere taten dies vor ihren Kammern. Die legendäre „Muttchen Roll“ gab es nicht mehr.

 

Die neuen Gebäude achteraus wurden mittlerweile abgerissen. Der „Notausgang“, zur Verlängerung des Ausganges, war noch vorhanden. Ob Hermann Frahm, unser damaliger Erzieher, davon wusste. An wen konnte man sich überhaupt noch erinnern?

 

Die Kammern waren wie folgt belegt:
105 Ahnelt, Gelhar, Falkenhagen
106 Hantscher, Haberland, Heber, Holtz
107 Kossert, Ihlenfeld, Kolberg, Komischke
116 Lautenschläger, Langbein, Meyer, (Nikolaus)
117 Oberreich, Pietsch, Schatz
118 Thörmer, Scholz, Steger
119 Kadagies, Kinast, Wünsche, Zillmann

 

Frau Christa Schneider Klassenlehrerin, Deutsch, Englisch
Herr Kücken Biologie
Herr Hauke und Herr Lewerenz Mathematik
Herr Bobzin Fangtechnik
Herr Schwarz Nautik
Herr Mau Fischereifachkunde
Herr Lienhardt Schiffstechnik
Herr Mieske Lehrmeister Netzboden

Ist schon toll nach 30 Jahren.

 

Nachdem wir in aller Ruhe uns die BBS angesehen hatten, ging es rüber zum Kombinat
Am Denkmal des Hochseefischers gab es ein Gruppenfoto

 

Dann zum Kombinatsgebäude und zur Warnowpier.

Hier lag der GT „Fornax“. Jörg Holtz und Schorsch Kossert fuhren schon mal auf einem GT.

 

 

Wir enterten das Schiff und guckten uns alles an, bis hoch zur Brücke
. Ein herrlicher Ausblick bei diesem klaren Wetter.

 

Dann ging es in Richtung altes Hafenbecken. Wieder lagen 5 Gefriertrawler am südlicher Ende des Warnowkais (Joint Venture Unternehmen Deutschland/Russland).

Im alten Hafen lag gleich die „Prof. Penck“, früheres Forschungsschiff (umgebauter Logger). Danach 2 polnische Hecktrawler und der Forschungskutter „Clupea“.

 

Auf der Südseite dann die „Seeadler“. Alles prima und das Wetter, wie vorher bestellt. Das so viele Trawler im Hafen lagen, kommt leider nur noch selten vor.

 

Nachdem wir alles angeschaut hatten, ging es zur Straßenbahnhaltestelle. Dann hieß es wieder „Rahnstedter Weg“ und „Doberaner Platz“. 

Am „Kröpeliner Tor“ stiegen wir aus und bummelten die Kröpeliner runter bis zum neuen Markt. Bisschen gegessen und getrunken, mal hier, mal da reingeschaut. Es war auch gerade Stadtfest und viele Leute unterwegs.

Eigentlich wollten wir in der „Kogge“ etwas essen, aber unterwegs hatten wir uns schon genügend verköstigt.

Leider war die „Stubnitz“ nicht im Hafen. Ich hatte bereits im Frühjahr versucht, einen Besuch zu terminisieren. Es sollte nicht sein. Sie sagten mir, dass sie zu dieser Zeit unterwegs, ich glaube in Belgien, seien. Nächstes Mal klappt es dann.

Nun, im Stadthafen (früher von uns nur Alter Hafen genannt) nahmen wir, trotz vorhandener Tagesgruppenkarten, die „Rostocker 7“ und es wurde ein sehr schöne Seefahrt bis nach Warnemünde, vorbei am Fischkombinat. In Warnemünde haben wir dann im „Fischerhaus“ Mittag gegessen.

 

Danach sind wir in mehr oder weniger großen Gruppen durch Warnemünde gezogen, waren auf der Mole und setzten uns später in das „Schuster“ neben dem „Teepott“.

Der Genuß von Kaffee und Bier hielt sich die Waage. Nach langem Suchen, Warnemünde war voller Menschen, sind wir abends in den „Ankerplatz“ in der Kirchenstraße gelandet. Ein paar Bierchen, lange nicht mehr so viele wie am Vortrag, ließen den Fisch besser schwimmen.

 

Vadder Pietsch, mit seinen umwerfenden rüganischen Humor, brachte uns immer wieder zum Lachen.
Er war bis weit in die 90er noch als Netzmacher auf einen Sassnitzer Stahlkutter gefahren.

 

Auch Schorschi Kossert, zu Kombinatszeiten Steuermann, fuhr noch bis in die 90er Jahre als Steuermann bei der Fischereiaufsicht.
Jörg Holly Holtz, der von Anfang bis zum Ende in Agadir als Steuermann auf einem Frosttrawler dabei war, hat nach der Wende sofort noch ein Patent gemacht und fährt jetzt als Kapitän auf einem 10.000 t Frachter.

Er wollte nie Geradeausfahrer werden, so ist das. Holly war bis Samstag früh um eins unser Gast. Auf Grund seines 50. Geburtstages konnte er Samstag nicht mehr bleiben. Bis März ist er wieder unterwegs.

 

Jörg Hantscher hat auch eine lange Fahrenszeit hinter sich gebracht. Insbesondere war er auf dem Frosttrawler „Svinöy“ als Bestmann zu Hause.

 

Wir Saßnitzer Lehrlinge hatten auch 2 Rostocker Lehrlinge in der Klasse, Peter Wünsche und Günther Kadagies.
Günther ist auch noch jahrelang auf einem Spezi gefahren und hat später Wasserwirtschaft in Magdeburg studiert.

 

Auf dieser Homepage befinden sich schon Fotos von Jörg Hantscher, Holger Langbein, Jens Falkenhagen und mir. Ich hoffe, dass noch einige andere aus der alten Klasse Bilder bereitstellen.

Jetzt aber weiter: Gegen 22.00 Uhr ging es diesmal mit der S – Bahn zurück. Da noch einiges an Bier da war, spendiert von Balduin und Günther, ging es weiter. Gegen Mitternacht war es dann zu Ende.

Am Sonntag sind dann alle bei besten Wetter nach Hause gefahren. Leider wurde in Balduins Auto eingebrochen und das Navigerät geklaut. Das war ein herber Tropfen.

Insgesamt haben sich alle amüsiert , und es war fast wie in alten Tagen. In 3 Jahren wollen wir uns dann wieder in Sassnitz treffen.

 

Willi wird der Organisator sein, und wir freuen uns schon jetzt darauf.
Auf jeden Fall sind wir jetzt auch wieder enger telefonisch und persönlich in Verbindung. Vielleicht finden wir in den 3 Jahren noch den einen oder anderen wieder.

Tja, das war es erst einmal. Vielleicht regt mein Bericht andere ehemalige Hochseefischer an, zu versuchen, auch ein Klassentreffen zu organisieren.

Bernd Meyer

 

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