Das Allerletzte
Bald ist es soweit, in etwas über einem Monat begeht die BRD den 20. Jahrestag der sogenannten Wiedervereinigung. Leider muß ich sogenannten sagen, denn beim gestrigen Lesen der Online-Ausgabe der Financial Times Deutschland wurde mir mal wieder schmerzlich bewusst, dass es noch nicht in den Köpfen aller Deutschen angekommen ist, dass wir nun ein Land sind.
Einer dieser Köpfe gehört Desirée Brenner. Sie lässt sich nicht nur über die Äußerungen ostdeutscher Politiker aus, die zu einfache Antworten auf komplexe Probleme verbreiten, sondern packt auch noch ein paar gute alte DDR-Klischees oben drauf, über die Leute im Osten, die sich manchmal wie Deutsche zweiter Klasse fühlen, den Google-Überwachungsstaat drüben, hinter der immer noch existierenden Mauer in ihrem Kopf. Godwin, bewahre mich vor einem entsprechenden Vergleich mit der BRD der 60er Jahre!
Es ist offensichtlich noch viel zu tun, solange es Leute wie Frau Brenner gibt. Leute
wie die Online-Redaktion der FTD, die solche "Artikel" zur Veröffentlichung
freigeben. Vielleicht haben diese Politiker doch nicht so unrecht? Traurig. Naja gut,
vom Axel-Springer-Verlag hätte man etwas ähnliches vielleicht noch erwartet, unterste
Polemikschublade eben. Hätte eigentlich nur noch die Geschichte gefehlt, wie die BRD den
Ostdeutschen das Wunder der Elektrizität, des geschriebenen Wortes und des Automobils
gebracht hat und natürlich wieder eine Soli-Diskussion. Denn wie jeder Westdeutsche weiß,
zahlen den ja auch nur Wessis und das ganze Geld versickert auch schon immer nur im Osten.
War echt voll unfair, diese Wiedervereinigung...
Bei der Financial Times läuft dieses Machwerk in der Kategorie Das Letzte. Hier ist das tatsächlich absolut zutreffend. Danke für diesen integrativen Beitrag!
