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über die Untiefen des Informatikstudiums an der FH-Lübeck

Literaturliste

Die Professoren empfehlen für ihre Vorlesungen zwar auch bestimmte Literatur, aber ich hab hier trotzdem Bücher aufgelistet, die ich selbst für die einzelnen Fächer verwendet habe. Manche Professoren benutzen selbst die gleichen Bücher zum Erstellen Ihrer Vorlesungen und Übungen und sind nicht besonders kreativ beim Abwandeln der Beispiele. Daher befinden sich auch jede Menge Lösungen für die Praktika darin.

Da es leider auch Professoren gibt, die nicht verstehen, wie schlecht sich Powerpoint-Präsentationen eignen um Lernstoff zu vermitteln, sind diese Bücher teilweise auch die einzige Möglichkeit den Stoff nachzuarbeiten, wenn man ihn denn nicht gleich in der Vorlesung verstanden hat. Spätestens zur Prüfungsvorbereitung kann man die Präsentationen nicht mehr nachvollziehen...

1. Semester

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Mathematik 1

Viele meiner Kommilitonen haben die Lehrbücher von Papula benutzt. Wer viel Text mag, dem sind die wohl zu empfehlen. Mein Ding sind sie jedenfalls eher nicht. Die Formelsammlung ist eingeschränkt auch empfehlenswert. Eingeschränkt deshalb, weil man sie während der Klausur nicht benutzen darf, sondern eine eigene auf 5 DIN A4 Seiten erstellen soll. Zur Lösung der Aufgaben und nachrechnen von Beispielen macht sie allerdings Sinn.

Meine persönlichen Favoriten sind wegen der Anschaulichkeit der Beispiele die gelben Rechenbücher von Furlan. Leider muß ich sagen, kommt dort die Vektorrechnung zu kurz. Ansonsten sind die uneingeschränkt zu empfehlen.

Evtl. gibt es ein Skript von Prof. Schiffer, dann kann man auf Bücher wohl verzichten. Bei Prof. Lewe ist das definitiv nicht der Fall.

Programmieren 1

Zu dieser Vorlesung bei Prof. Ebel kann man käuflich ein Skript bei der Hochschuldruckerei erwerben. Dort steht so ziemlich alles drin, was dem Herrn Ebel wichtig ist. Allerdings handelt es sich dabei weder um ein vollständiges Schriftstück zum Thema Programmieren in C, noch ist das Skript übersichtlich. Es ist eher eine ziemliche Bleiwüste. Bücher zu C gibt es Unmengen. Wer sonst nicht weiß, welches er nehmen soll, dem kann ich das Buch von Jürgen Wolf empfehlen, auch wenn ich nur die Version über C++ selbst besitze.

Das tollste daran: Es ist auch als Openbook auf der Verlagsseite herunterladbar.

Rechnerstrukturen

Dank Prof. Kamsties Vorliebe für Powerpoint, ist man hier definitiv aus oben genannten Gründen auf externe Literatur angewiesen, wenn man keinen Plan hat von technischer Informatik. Das inoffizielle Lösungsbuch zum Fach ist hier wenigstens bis zu dem Zeitpunkt von Nutzen, wenn es daran geht Assembler für Atmel Prozessoren zu schreiben.

Informatik 1

Prof. Schiffer hat ein hervorragend ausgearbeitetes Skript. Die Vorlesung ist super aufgebaut, die Übungen nehmen eigentlich auch den letzten mit. Es bleibt dazu nur zu sagen: Wozu ein Buch?
Ich wünschte meine Professoren im Physikstudium hätten das auch alle so gehandhabt wie er... Naja, dann wäre ich nicht hier, oder?

2. Semester

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Mathematik 2

Hier gilt das gleiche, wie schon im 1. Semester. Man erweitert am besten nur noch seinen Buchbestand um den Teil 3 von Furlan um auch mit Differentialgleichungen etc. keine Probleme zu haben.

Programmieren 2

Es gibt ein Skript, aber lassen wir das. Die Sprache C# ist auch für den Professor Ebel neu, daher sollte man sich zwecks Literatur woanders umsehen. Es gibt dazu ein Openbook bei Galileo Computing.

Ich selbst hab aber folgende benutzt:

Das MONO Buch ist höchstens als kurzer Einstieg in die Sprache C# und die Entwicklungsumgebung Monodevelop gedacht. Spätestens bei der grafischen Programmierung (so nennt man das zusammenklicken von Oberflächen), in der vom Fachbereich vorgeschrieben IDE Visual Studio 2008, ist der Nutzen des Buches nicht mehr vorhanden, zumal der Windows Forms Designer vom Mono-Projekt noch in der Alpha-Phase steckt. Dafür ist das Buch aber extrem günstig zu bekommen und man erhält immerhin einen Blick über den Tellerrand mit GTK#. Das Buch von Doberenz ist zwar auf Visual Studio ausgelegt, aber enthält soviele Infos zu Techniken, die zukünftig auch in Mono einfließen, dass sich das auch für Nicht-WinDAUs lohnt. Wurde sogar vom Linux-Magazin 11/08 empfohlen. Ein für mich großer Nachteil des Buches ist allerdings, dass Interfaces mit gerade 1,5 Seiten extrem zu kurz kommen.

Datenbanksysteme

Prof. Kamsties' Freund Powerpoint... Wer auch bei völlig konfusem Schriftsalat ohne ergänzende Erklärung den Durchblick behält, der kann es ja mal damit versuchen. So richtig empfehlen kann ich da leider auch nichts. Aber um zumindest im Ansatz zu verstehen was im Skript gemeint sein könnte, hilft ein Blick in folgendes Buch, das übrigens in ausreichender Zahl in der Hochschulbibliothek vorrätig ist:

Informatik 2

Auch Prof. Krohn ist ein Liebhaber durchklickbarer Präsentationen. Immerhin ist seine sogar zum Nachschlagen zu gebrauchen, auch wenn ich sie dennoch nicht als Skript bezeichen würde. Leider läd er die PDFs viel zu spät hoch, als dass man noch zeitnah die Vorlesungen nacharbeiten könnte. Aber auch hier findet sich Abhilfe mit dem inoffiziellen Lösungsbuch zum Fach. Auch dieses ist in der Bibliothek vorhanden, aber meist vergriffen.

PS: Ein Buch über Java und eine Regex-Referenz sind sicher auch von Vorteil.

3. Semester

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Betriebssysteme 1

Die Vorlesung von Prof. Krause ist ganz gut strukturiert. Wen das Thema nicht tangiert, der sollte mit dem Skript klar kommen. Natürlich ist es wenig ausführlich und die fürchterliche Tatsache, dass Betriebssysteme 2 nur auf dem Lehrplan angeboten wird, aber nicht in der Realität, dürfte dem ein oder anderen übel aufstoßen. Wer ausführlichere Infos zum Thema sucht, der sollte erstmal mit dem Tanenbaum beginnen. Was auch sonst? Die englische Version soll angeblich besser sein und weniger Fehler enthalten, das nur nebenbei. Die englischen Versionen sind in der Bibliothek auch nie vergriffen.

Softwaretechnik 1

Das Skript, das Prof. Krause von anderen geerbt hat, ist wegen seines Powerpoint Charakters nicht ganz optimal. Lässt sich nicht ändern, man braucht aber auch nicht viel mehr. Wer im Praktikum gut mitkommt hat 90% des Stoffes kapiert. Ergänzend kann man sich noch ein Büchlein über UML 2 ansehen. Nötig ist das aber nicht.

Rechnernetze 1

Hier muß man einen Unterschied zwischen Vorlesung und Praktikum machen. Beim Praktikum wird von Prof. Hellbrück manchmal etwas Druck gemacht, was Form und Zeitrahmen der Protokollanfertigung betrifft. Trotzdem steht in den Praktikumsanleitungen schon viel drin, was man so benötigt. Reicht natürlich nicht. Daher lohnt es sich auch einen Blick in folgende Bücher zu werfen:

Die Vorlesung bei Prof. Dahms ist einfach nur schrecklich und völlig ohne roten Faden zusammengestrickt. Das Tanenbaum Buch ist hier manchmal eine Ergänzung, hilft aber nicht immer. Das liegt vor allem daran, dass der werte Herr Dahms zu faul war, den Stoff dem Fach anzupassen und seine Vorlesung Kommunikationsnetze 1 für den Studiengang KIM hält. Darin geht es hauptsächlich um die Signaldarstellung in der Bitübertragungsschicht. Angeblich soll sich die Klausur nur mit den zur Verfügung gestellten Vorlesungsmaterialien lösen lassen. Die Klausur fiel auch entsprechend schlecht aus... Wer ein Buch zum Thema findet, hat großes Glück. Ich hab keins und von Rechnernetze 2 bei ihm lasse ich auch definitiv die Finger.

Verteilte Systeme 1

Es gibt dazu ein gleichnamiges Buch in der Bibliothek. Das taugt aber insofern nichts, als dass es nichts mit dem Stoff zu tun hat. Größtenteils geht es bei Prof. Krohn nur um die Implementation auf Anwendungsebene. Wer mit Java Sockets, Threads und RMI was anfangen kann, der hat hier keine Probleme. Ansonsten reichen die Folien auch aus.

4. Semester

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Betriebswirtschaftslehre

Schwierig dazu was zu sagen. Der Herr Bittermann stellt sowas wie eine Stoffübersicht zur Verfügung, das ist kein richtiges Skript. In der Vorlesung erzählt er eine Menge Zeug, aber nur geschätzt die Hälfte davon ist relevanter Inhalt und außerdem ist es viel zu schnell. Es könnte daher sinnvoll sein, die Vorlesung aufzuzeichnen und anhand der Aufzeichnung die Vorlesung so nachzuarbeiten, dass die Erstellung einer Mitschrift möglich ist, mit der man auch zum Lernen für die Klausur etwas anfangen kann. Ergänzend hilft auch das in der ZHB ausreichend vorhandene Buch

Da steht viel mehr drin als man braucht. Außer Marktdiagramme, wie die funktionieren muß man sich woanders ansehen.

Informationssysteme

An anderen Hochschulen werden hier Datenbanken abgehandelt, das hatten wir aber schon im 2. Semester, daher das Thema XML. Das „Skript” ist wieder nur eine Foliensammlung, für die ersten 6 Übungspraktika ausreichend. Für das anschließende Semesterprojekt kann man entweder auf das Buch zurückgreifen, aus dem auch Prof. Hinrichs seine Informationen extrahiert hat, oder man kennt ein besseres. Ich hab ersteres benutzt, das man auch aus dem Netz ziehen kann.

Und aufgepasst: Die Klausur ist extrem heftig, da man den Inhalt der Praktikas komplett auswendig können muß, inklusive der DOM- und SAX-API in Java und der Syntax für Schema und XSLT. Für jeden syntaktischen Fehler gibts Abzüge.

Softwarekonstruktion

Für die Studentinnen dieses Fachs bietet Frau Prof. Seehusen ein Skript an. Das ist eigentlich für die Aufgaben in dem Semester mehr als ausreichend für alle Programmierinnen, wenn auch, wegen des aufgeteilten PDF, etwas unhandlich. In den folgenden Semestern möchte Professorin Seehusen, so hat sie mir das mitgeteilt, das Skript allerdings stark kürzen bzw. einstampfen, weil nicht genug Studentinnen in die Vorlesungen kommen. Außerdem schreibt sie daraus wohl ein Buch, das kann man sich dann ja besorgen. Desweiteren ist das Fach momentan sehr Java-spezifisch und keiner kann sagen, wie Oracle aus dem JDK Geld machen will. Ich hab daher leider keine Ahnung wie es für folgende Semester aussieht. Inhalte sind Entwurfsmuster, Benutzeroberflächen und Ergonomie, persistente Datenhaltung mit Java, (Enterprise) Java Beans, OSGi und Methoden der Softwareentwicklung. Da UML zur Dokumentation enorm wichtig ist, ist das auch meine einzige Buchempfehlung.

Web-Technologie

Dieses Fach war überhaupt nicht spaßig. Zwei Lehrbeauftragte teilten sich die Vorlesungszeit. Folge: Die Hälfte des Stoffes wurde nicht vermittelt und wurde auch nicht abgefragt. Das ist eigentlich ein typisches Beispiel für die Organisation in Lübeck. Macht aber nichts, bei der geringen Tiefe, mit der der Stoff hier in der kurzen Zeit nur vermittelt werden kann. Ein Anfängerbuch kann einem da alles erklären, was man so braucht.

Und mal ehrlich, welchen Informatik Studenten interessiert das schon ernsthaft?

5. Semester

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Intelligente Systeme

Liebe Studentinnen, Frau Prof. Seehusen hat für dieses Fach größtenteils nur einen Excerpt folgender Bücher zur Verfügung gestellt, das man kaum als Skript bezeichnen kann. In den Klausuren ist diese Zusammenfassung, im Gegensatz zu den Büchern auch nicht erlaubt, ausdrucken lohnt also sowieso nicht (Zusatzmaterialien ausgenommen).

Es sei erwähnt, dass sich beide Bücher gut gegenseitig ergänzen. Der Ertel ist kein gutes Lehrbuch, eher eine Referenz oder Übersicht, schwächelt außerdem bei Neuronalen Netzen. Der Lämmel dagegen ist ein gut geschriebenes und verständliches Lehrbuch, hat allerdings ebenso Schwächen, nämlich bei der thematischen Vollständigkeit von Suchen und Constraints. Den Ertel gibt es übrigens auch als Onlineausgabe in der Bibliothek.

Kryptologie

Wie von Prof. Schiffer gewohnt, gibt es ein gut ausgearbeitetes Skript. Mitschreiben in der Vorlesung lohnt sich trotzdem, denn sowohl im Skript als auch in der Vorlesung kommen teilweise hilfreiche Sachen, die sich gegenseitig ergänzen.

Modellierung Eingebetteter Systeme

Nur als Hinweis: In dem Fach geht es nicht wirklich ums Programmieren im Embedded Bereich, sondern um die Modellierung von Hardware als Sofware. Im Praktikum wird SystemC und TLM von der OSCI benutzt, welche auf C++ basieren. Ein gutes Buch zu C++ ist also hilfreich für das Praktikum. Der Vorlesungsstoff dagegen ist extrem theorielastig und mit Zeug wie State Charts und Petri-Netzen vollgestopft. Da hilft nur das auswendiglernen der Folien von Prof. Blaurock und dem, was man hoffentlich mitgeschrieben hat. Denn vollständig sind die Folien nicht.
Für C++ hätte ich eigentlich Jürgen Wolfs Wälzer empfohlen, allerdings macht der wohl in seinen Beispielen etwas viele Fehler, hab ich zumindest gelesen. Naja, für mich hat es gereicht und die Bücher von Stroustrup hab ich nicht mal von ferne gesehen.

Softwaretechnik 2

Siehe Intelligente Systeme. Der Excerpt basiert hauptsächlich auf den Büchern der Reihe „Lehrbuch der Softwaretechnik” von Helmut Balzert. Ob sich die Beschaffung der Bücher lohnt, sei mal dahingestellt. So toll sind die Dinger meiner Meinung nach nämlich nicht. Die Basiskonzepte sind ebenfalls als Onlineausgabe in der Bibliothek erhältlich.

Übersetzerbau

Prof. Krohns Vorlesung und Praktikum orientiert sich stark an dem Buch des Entwicklers der Übersetzerbau-Software ANTLR, welche nach dem Top-down-Prinzip arbeitet. Bottom-up kommt auch vor, allerdings nicht so ausführlich und dafür reichen die Folien allemal.

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Stand 24.03.2011