Virtueller Rundgang in Athen Teil 2
Das zentrale Dreieck
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"Akropolis vom Norden"
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Du hast sicherlich in Deinem Reiseführer bereits gelesen, dass das Dreieck gebildet von Syntagma Platz, Omonias Platz und Monastiraki Platz, und umrahmt von der Panepistimiou Str., Athinas Str. and Ermou Str., das Zentrum Athens
darstellt. Auch die Teile etwas ausserhalb dieses Dreiecks zählen dazu. Nimm
Dir also ruhig einen Tag Zeit und durchwandre kreuz und quer diese
Gegend bis Du Dich heimisch darin fühlst (vergiss nicht die
Kaffee-Pausen! Frischer Orangensaft tut es auch). Und als Orientierungspunkt blicke immer zur Akropolis hinauf,
Nord-Seite, wie im obigen Bild. Wenn Du eine andere Seite zu Gesicht
bekommst, hast Du Dich vom Zentrum wirklich entfernt!
Also gehe nun vom Syntagma Platz aus entlang der Panepistimiou
Strasse. Auf der rechten Seite wirst Du gleich das alte Haus von Heinrich
Schliemann erblicken (nun Münzen-Museum) und etwas weiter, gleich nach der
katholischen St. Dionysios-Kirche, die geradezu byzantinisch anmutende
Augenklinik! Die darauf folgenden Gebäude sind in der Reihenfolge die Athener
Akademie (nach dem Vorbild der Academie Francaise), die alte
Universität (die moderne Universität hat heute ein eigenes Gelände, "Universitäts-Stadt", etwas ausserhalb vom Zentrum), und schliesslich die
National-Bibliothek, wobei es sich wirklich lohnt die Treppe hoch zu
gehen und einen Blick hinein zu werfen! Es ist eine wunderschöne Bibliothek im
alten Stil! Fotografieren ist leider nicht gestattet, es sei denn Du bist bereit (wie ich) mit dem Wärter
ein längeres Gespräch anzufangen, dabei die Vertiefung der deutsch-griechischen
Beziehungen zu erwähnen, nach eventuellen gemeinsamen Bekannten mütterlicherseits zu forschen etc. etc. :-)
Wenn Du gleich nach der Bibliothek die Ippokratous Str. hinauf gehst,
gelangst Du in die "Bücher-Gegend" und findest im ganzen angrenzenden Viertel
die eine Buchhandlung nach der Anderen.
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"Stoa Arsakeiou"
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Diese Anhäufung von gleichen Gewerbe-Betrieben ist tatsächlich ein antikes Überbleibsel.
"Kerameikos" (s. in Deinem Reiseführer), der antike Friedhofsbezirk, war beispielsweise urprünglich,
wie der Name schon sagt, die Gegend der Töpfer. Ähnlich in der Gegend vom Hephaistos-Tempel
(Theseion) in der alten Agora, waren verständlicherweise Schmiede-Betriebe
ansässig. Und wenn Du nun die Panepistimiou Str. weiter hinunter gehst, siehst
Du an der linken Seite die "Stoa Arsakeiou", die fast vollständig in der Hand
von Leder-Geschäften ist! Übrigens, wenn Du Leder-Waren brauchst, findest Du
dort beste Qualität teilweise fur weniger als die Hälfte des Preises
vergleichbarer Waren in Deutschland!
INTERMEZZO:Die meisten Museen und archäologischen Stätten
in Athen haben Montags geschlossen und die Öffnungszeiten beginnen
meistens um 8.30 Uhr. Ausnahmen: Akropolis und Nationales Archäologisches
Museum, die täglich geöffnet sind.
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"Klafthmonos-Platz"
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Am Omonia Platz angelangt, hast Du die Wahl, eine der parallelen Strassen
Stadiou oder Akadimias wieder hinauf zu gehen. Am besten testest Du beide aus
und besichtige auch einige Querstrassen dazu. Das Ausruhen nicht vergessen!
In der Mitte etwa der Stadiou Str. ist der Klafthmonos Platz
mit der überdimensionalen modernen Skulptur (Symbol der Versöhnung der
griechischen Nationalisten und Kommunisten in der Zeit des Bürgerkriegs
1945-48). Der Name "Klafthmos" bedeutet "Gejammer" und rührt davon her,
dass in früheren Jahrzehnten nach jedem Regierungswechsel die Beamten der
Gegenpartei allesamt jeweils entlassen wurden. Sie versammelten sich dann auf
diesem Platz, um mit ihrem Schicksal zu hadern. Rund um den Platz wirst Du
eine ganze Reihe von Cafés finden. Und wenn Du Dich erholt haben, lohnt es sich
dem "Museum der Stadt Athen" (auch als Vouros-Museum bekannt), ebenfalls an diesem Platz,
einen Besuch abzustatten. Es ist ein kleineres unscheinbares Haus und nur das Schild davor
deutet darauf hin.
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"König Ottos Zimmer"
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Das Haus war die erste Residenz des ersten griechischen Königs, Otto, bevor der
königliche Palast am Syntagma Platz gebaut wurde. Ich habe selten einen Touristen dort angetroffen!
Während Du gemütlich Deinen Kaffee geniesst, ist es höchst wahrscheinlich,
dass an Deinem Tisch ein kleines, etwas schmutziges Kind mit einem Schild in der
Hand (Übersetzung: "ich habe 3 Geschwister und mein Vater ist arbeitslos oder
tot", oder "ich komme aus Serbien. Wir sind mitellos"), oder vielleicht eine
alte, schwarzgekleidete Frau kommt und Dich um einen Almosen bittet. Und solche
Bettler wirst Du auf Schritt und Tritt überall in Athen antreffen,
Zigeuner mit kleinen Babys, verkrüppelte Menschen, alte Frauen, Kinder! Die
meisten Menschen in Athen meinen, es handle sich um Berufsbettler. Das mag
stimmen, jedoch niemand konnte mir jemals Antwort darauf geben, was diese
Bettler sonst hätten tun konnen!
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"Obdachloser in einer Stoa"
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Arbeiten? Wo denn, wenn selbst Leute mit bester Ausbildung und Berufserfahrung keinen Platz finden?!
Sozialhilfe? Von wem, etwa vom Staat? HA, HA !!! Deswegen gebe ich JEDEM dieser Bettler, den ich antreffe,
eine Münze. Das ist mein Beitrag zu deren Sozial-Versicherung, zu deren Krankenversorgung, zu deren Rente!
Wie DU es machst, überlasse ich Dir. Doch Du wirst noch eine Sorte von Bettlern in
Athen antreffen, die Unterhalter. Wenn plötzlich im Bus oder in der Metro
Akkordeon-Musik erklingt, dann wird auch der Musiker bald vorbei kommen. Und wenn Du abends
in einer Taverne sitzt, mag sein, dass ein Geige-Spieler aus der Ukraine begleitet
von einem phantastisch singenden jungen Mädel von Tisch zu Tisch vorbei geht! Ich
finde die Idee wirklich gut!
INTERMEZZO:Und wenn wir schon vom Geld reden,
müssen wir als Erstes erwähnen, dass mit der Einführung des Euro als offizieller
Währung eine ganze Menge Umrechnungs-Arbeiten UND Geldverluste entfallen sind!
Jetzt wirst Du nicht von Deiner Bank hierzulandemehrfach geschröpft, musst Du auch
nicht nach dem besten Wechselkurs Umschau halten, und am Flughafen angekommen, entfällt
das Herumfragen nach griechischen Münzen, um einen Gepäckwagen zu bekommen! Ich liebe
den Euro!! Freilich es wird damit in Griechenland genauso abgezockt wie in Deutschland.
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