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Was sind Steherrennen?
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Steherrennen werden auf der Radrennbahn gefahren. Die Akteure sind dabei jeweils ein Sportler auf einem Rennrad, der "Steher", und ein Sportler auf dem Motorrad, der "Schrittmacher". Gemeinsam bilden sie das "Gespann" und konkurrieren mit bis zu acht gegnerischen Gespannen um den Sieg. Auf der Nürnberger Bahn werden Motorräder der Marke Honda mit 500cm³ Hubraum verwendet. Extra für diese Radsport-Disziplin wurden folgende Veränderungen an den Motorrädern vorgenommen: - anstelle von Fußrasten sind
Kästen montiert, da der Fahrer auf der Maschine steht Um die Bedingungen für den Steher
zu optimieren, wurden auch an den Rennrädern einige Veränderungen
vorgenommen:
((Angriff des Gespanns Nr.7 auf Gespann Nr.4; gut zu sehen die blaue Linie der Radrennbahn und die Bauart der Motorräder und Steherräder) Beim Starten eines Rennens müssen die Steher an der Bahninnenseite hintereinander Aufstellung nehmen. Dazu wird die Startreihenfolge ausgelost. Als erstes werden die Schrittmacher auf die Bahn gelassen. Während sie ihre Positionen gemäß der Reihenfolge der Steher einnehmen und dabei im Abstand von 5 bis 10 Metern um die Bahn kreisen, warten die Steher auf ihren Rädern sitzend auf das Startzeichen. Beim Start werden die Rennfahrer von einem Helfer angeschoben, um schnell Tempo zu bekommen und sich an der Rolle ihres Schrittmachers einzuordnen.
(Start des Steherrennens in Zürich) Die Gespanne erreichen eine "Reisegeschwindigkeit" von ca. 70 km/h, schnelle Runden wurden aber auch schon mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 100 km/h gemessen. Eine große Rolle beim Erreichen der Geschwindigkeit spielt der Windschatten, der hinter dem Schrittmacher entsteht. Deshalb haben alle Schrittmacher die gleichen, auch gleich großen, zweiteiligen Lederanzüge an. Sie versuchen möglichst viel Fahrtwind in die Jacke und in die Hose zu bekommen, damit sich die Anzüge richtig aufblähen. Durch die normierten Anzüge spielt es keine Rolle, ob der Schrittmacher groß oder klein, dünn oder dick ist. Eine gute Platzierung hängt zum großen Teil vom guten Zusammenspiel zwischen Schrittmacher und Steher ab. Wenn der Schrittmacher zu schnell ist und der Steher die "Rolle verliert", das heißt, sich der Abstand zwischen Motorrad und Rennrad vergrößert, verliert der Rennfahrer den Vorteil des Windschattens und es kann mehrere Runden dauern, bis sich das Gespann wieder so gefunden und an Tempo zugelegt hat, dass es wieder in den Wettkampf eingreifen kann. Ein Auffahren auf die Rolle, die nur als Orientierungspunkt für die Rennfahrer dient, wirkt wie ein Bremsvorgang. Deshalb ist es für die Steher wichtig, so nah wie möglich an, aber nicht auf die Rolle zu fahren. Diese ideale Position erfordert viel Konzentration und besonders Routine. Bei dem Motorenlärm ist eine Verständigung zwischen Schrittmacher und Steher akustisch nur durch kurze, in ihrer Bedeutung festgelegte Rufe möglich. Dazu benutzen die Schrittmacher Helme mit nach hinten geöffneten Ohrenklappen. Auf der Fahrfläche der Rennbahn
sind in verschiedenen Höhen farbige Streifen aufgebracht. Sie dienen
dem Einhalten bestimmter Regeln. Die blaue Linie - etwa ein Drittel
von der Innenseite der Bahn entfernt - dient als Fahrlinie des Gespanns,
das überholt wird, während das überholende Gespann über
dieser Linie fährt. Überholt wird also ausschließlich
rechts. Aus Sicherheitsgründen dürfen nicht mehr als drei
Gespanne nebeneinander fahren. |
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