Vergaser zerlegen
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Hier zeigt sich die miese Schraubenqualität besonders!
Vor allem bei den Schrauben mit Schraubenkleber (Schienen). Am besten durch
Innensechskant-Edelstahlschrauben ersetzen.
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Um an die Nadeldüse (alias "Mischrohr")
ranzukommen, muß man die Hauptdüse rausdrehen und dann die Schieberführung
(Kunststoff) nach oben rausdrücken. Am besten einen mit einem Lappen
umwickelten breiten Schraubendreher oder Beitel durch die Ansaugöffnung
stecken und damit die Führung hochhebeln.
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Die Schieber und die Schieberführung penibel
von Benzinrückständen (senfartiger Schmier) reinigen. Membrane
vor allem an den Kanten auf Undichtigkeiten prüfen. Austauschmembranen
gibts z.B. bei ebiker24.
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Die benutzten Rillen in den Düsennadeln
können mit den Jahren stark einschlagen. Bei meiner damals neun Jahre
alten Big lagen die E-Clips schon lose im Schieber. Die Karre lief nur
noch deswegen, weil die Grate, die sich an den mittleren Rillen gebildet
hatten, die Funktion der E-Clips übernommen hatten. Außerdem
sorgt das ständige Rütteln der Düsennadel in der Nadeldüse
auf Dauer für eine Vergrößerung des Querschnitts, wodurch
das Gemisch im Teillastbereich u.U. überfettet wird.
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Achtung: die
Leerlaufgemischschraube
hat ein superempfindliches Gewinde. Nie gegen den Sitz bzw. mit Kraft gegen
einen Widerstand anziehen oder mit einem Schraubendreher im Schraubenloch
rumfuhrwerken, sonst ist schnell ein neuer Vergaser fällig! Falls
die Schraube schwer geht oder irgendwo hakt, kann man sie auch verkehrtherum
mit dem Gewinde voran reindrehen und versuchen, durch leichtes Hin- und
Herdrehen das verschmutzte oder beschädigte Gewinde wieder gängig
zu machen. Nach meinem ersten Vergaserausbau hab ich drei Versuche und
somit drei Tage gebraucht, die Schraube wieder so weit reinzukriegen, daß
die Karre startete.
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Vergeblich waren meine Versuche, die Bypass- und Leerlaufluftdüsen
(sitzen unten im Ansaugtrichter) auszudrehen. Das weiche Material bricht
schnell. Vielleicht ginge es mit Kälte. Ausblasen kann man sie aber
auch so.
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Die Schwimmerkammern der SR42B haben im Unterschied
zu den Nachfolgemodellen noch keinen Überlauf. Wenn also aufgrund
eines undichten Schwimmerventils der Vergaser vollläuft, geht
das irgendwann ins LuFi-Gehäuse oder gar ins Motoröl, was sich
dann zwar auf wundersame Weise vermehrt, dem Motor aber garnicht schmeckt.
Merkt man aber meist schon im Frühstadium, wenn der Bock nach längerer
Standzeit beim Starten rumzickt. Hauptursache dafür ist ein ausgelutschter
O-Ring des Ventilsitzes. Ich empfehle jedem Besitzer einer SR42x oder
SR41x, diese O-Ringe unbedingt bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit
zu erneuern, wenn sie nicht bereits erneuert wurden. Der Ventilsitz ist
die kleine, ihrerseits rausnehmbare Messingbuchse, in die die Ventilnadel
reingeschoben wird. Sie ist außen gegen das Vergasergehäuse
mit einem O-Ring abgedichtet. Man sieht diesem O-Ring seine Undichtigkeit
meist nicht an! Andere Ursachen für Vergasersabbern sind Ablagerungen
bzw. Dreck im Schwimmerventil (gern nach der Winterpause) oder - sehr selten
- eingeschlagene Ventilnadelkegel. Manchmal klemmt auch nur ein Ventil
kurzzeitig und kommt von allein oder durch leichtes Klopfen wieder frei.
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Man hört, daß viele Vergaser mit der Zeit
anfangen, an der Drosselklappenwelle Falschluft zu ziehen. Kann man bei
der Gelegenheit mal einen Blick drauf werfen.
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Den Schwimmerkammerbelüftungsschlauch nicht
schlampen! Durch den nach oben zeigenden Stutzen kann leicht Dreck in die
Schwimmerkammern geraten. Das Ende des Schlauches darf übrigens nicht
dem Fahrtwind ausgesetzt sein. Durch veränderte Luftdruckverhältnisse
in der Schwimmerkammer würde die Gemischbildung negativ beeinflußt.
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Alle Düsen und Kanäle mit Preßluft
(Allzweckkompressor 25.- im Baumarkt) durchblasen.
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Beim Wiedereinbau alle O-Ring-Dichtungen leicht einölen.
Hier noch ein paar Fotos. Besten
Dank an Pepe900 aus dem DR-Big Forum für die exzellenten Bilder!
Bild 1: Vergaser vom Luftfilter her. Man sieht
die schwarzen Schieber mit den Düsennadeln unten dran sowie die kleinen
Luftdüsen (Hauptluft und Leerlaufluft).
Bild 2: Vergaser vom Motor aus. Man sieht die Drosselklappen
und oben den Unterdruckschlauch der Benzinpumpe.
Bild 3: Gaser auf dem Kopf stehend von der linken
Seite (in Fahrtrichtung gesehen) mit dem Chokeknopf der DR 750.
Bild 4: Schwimmerdeckel des linken Gasers. Pepe900
hat die miesen Kreuzschrauben an den Deckeln und den Schienen durch Innensechskant-Edelstahlschrauben
ersetzt.
Bild 5: Ansicht bei appem Schwimmerdeckel. Hier
der rechte Gaser, die Leerlaufgemischregulierschraube wurde bereits freigebohrt.
Bild 6: Ansicht ohne Schwimmer, hier am linken
Gaser. Im Ventilsitz steckt hier die Ventilnadel. Rechts neben dem Loch
der Leerlaufdüse das Steigrohr der Kaltstartanreicherung (Choke).
Bild 7: So sieht der Ventilsitz mit dem berüchtigten
O-Ring aus, wenn man ihn aus der Gehäusebohrung zieht.