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Die Anlage von Ulrich Röcher |
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| Solange ich zurückdenken kann bin ich ein Eisenbahnfan. Schon als kleiner Junge habe ich mich immer geärgert, wenn die Bahnschranke offen war. In meiner Heimatstadt gab es ein Modellbaugeschäft, das insbesondere vor Weihnachten Modellbahnanlagen in den Auslagen zeigte. Meine Mutter konnte mich da bedenkenlos stehen lassen und Einkäufe tätigen; so leicht bekam man mich nämlich von dort nicht weg! | ||||||||
| Die "Jugendsünde" | ||||||||
| Aus Platzgründen war meine erste Anlage in den 70er Jahren eine Fußbodenanlage. Sie kombinierte eine Märklin-M-Gleis-Anlage mit Faller AMS. Die Autobahn war ausgeführt als Verkehrslayout mit entgegengesetztem Verkehr, Kreuzung, Bahnübergängen, Abzweigungen und zwei unabhängig steuerbaren Fahrzeugen pro Fahrtrichtung. In ihrer letzten Ausbaustufe hatte diese Anlage eine Faller-AMS-Autoverladung, das Faller Container-Terminal, einen Märklin-Drehkran, Märklin-Oberleitung sowie ein kleines BW. Die durch das Fußbodenlayout bedingten Probleme mit Entgleisungen und häufigen Störungen der elektrischen Anlage führten dazu, dass die Anlage ab ca. 1977 nicht mehr aufgebaut wurde. | ||||||||
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| Bild 1 | Bild 2 |
Bild 3
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Bild4 | |||||
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Einige wenige noch existente Aufnahmen meiner Jugendsünde aus den 70er Jahren. Bild 1 ist die älteste Aufnahme davon noch ohne Tunnel, Drehkran, Oberleitung usw. Meine Lokomotiven waren damals eine 23 von Primex, eine 141 und eine quasi-T3 von Märklin. Bei den LKWs handelte es sich nicht um original Faller-Fahrzeuge, sondern um von mir umgebaute Wiking-LKWs unter Verwendung der Faller Antriebe. | |||||||
| Bild 5 | ||||||||
| Bild 2 ist eine deutlich spätere Aufnahme, auf der bereits der Tunnel im Hintergrund existierte. Man sieht auch mein Klappbett im Hintergrund. Bild 3 zeigt den Tunnel von oben Bild 4 erklärt, wie das Klappbett über den Tunnel passte: Das Teil in der Mitte mit der Ruine konnte wie eine Mütze abgenommen werden. Ohne es war der Tunnel niedrig genug, um unter das Bett zu passen. Da die ganze Anlage auf dem Fußboden aufgebaut war, hatte der Tunnel seine eigene Grundplatte, in die Gleisaussparungen eingesägt waren. Die erforderlichen Versteifungen des Tunnels erfolgten durch die Tunneleinfahrten bzw. durch Bleche unter dem Gleis. Bild 5 zeigt einen späten Ausbaustand der Anlage. Interessant war der Verlauf der einspurigen Autostrecke, die rechts vorne an der Autoverladung abzweigte, dann hinter dem Containerterminal in einer Schleife in das rechte Tunnelportal mündete (!) und oben neben der Burgruine wieder die Hauptstraße erreichte. | ||||||||
| Konzept einer neuen Anlage | ||||||||
| 1979 entstand in Anlehnung an einen Gleisplan aus dem Buch "Die schönsten Modellbahn-Anlagen", Alba-Verlag 1978/4, der Neuentwurf einer stationären Anlage für einen Raum in unserem Hause, der mir damals noch nicht zur Verfügung stand. Diese Anlage sollte abwechslungsreiche Fahrmöglichkeiten bieten, natürlich aussehen und Platz für viele Fahrzeuge bieten. Das wiedergegebene Landschaftsbild sollte sich an meiner heimatlichen deutschen Mittelgebirgslandschaft orientieren und extreme Situation (Meer und blanke Felszinnen) vermeiden. Außerdem wurde bewusst ein Streckenkonzept verfolgt, das für unbedarfte Beobachter sehr verwirrend wirken sollte und eine Einschätzung, welcher Zug wann und wo wieder auftauchen würde, kaum zulassen würde. Mit der Vorstellung des Märklin-Digital-Systems 1984 und den Perspektiven der Computersteuerung war mir klar, dass damit die Möglichkeiten meines Gleisplanes in einer zuvor undenkbaren Weise zur Geltung gebracht werden würden. Die Anlage würde kreuzungsfrei den Betrieb von nur zwei Zügen erlauben, aber bei einem effizienten Steuerungssystem nach meiner Schätzung bis zu sechs Stück. | ||||||||
| Bauausführung | ||||||||
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Die 1988 begonnene Anlage ist in offener Rahmenbauweise mit aufgeständerten Trassenbrettchen und Plattenstücken ausgeführt. Die Berge bestehen meist nur aus einer Rückwand aus Spanplatte und einigen wenigen Stützpfeilern. Die Geländeformationen wurden aus Fliegendraht, Toilettenpapier und Gips erstellt. Felsen bestehen aus mit dem Stechbeitel bearbeiten Gipspartien, die mehrfarbig lasiert wurden. Wiesen wurden mit Streufasern (keinem Sägemehl!!) erstellt, die in eine grüne Einbettmasse eingespritzt wurden. Die sonstige Vegetation orientiert sich in Art und Dichte an deutscher Mittelgebirgslandschaft und versucht - jedenfalls in den neueren Teilen -, den berüchtigten Allgäu-Eindruck (einige wenige Tannen auf sattgrünen Wiesen) zu vermeiden. Die Häuser sind teilweise handelsübliche Bausätze, teilweise aber auch Eigenkreationen aus Teilen eines oder mehrerer Bausätze und sonstigen Bestandteilen. Alle Häuser wurden farblich nachbehandelt und gealtert. Die Tunnelportale und Mauern wurden überwiegend aus Hekidur-Platten erstellt. Die Kulissen stammen von Merz oder wurden selbst gemalt bzw. ergänzt. Generell habe ich viel Wert auf die Detailausführung gelegt. Die Tiefe der Anlage, der erforderliche Zugang zum Fenster und der Weg in den Gang haben es erforderlich gemacht, mehrere herausnehmbare Anlagenteile zu konzipieren. Eine Besonderheit ist der variable Einsatz rechts. Die untere Ebene wurde als Falltür konstruiert, die nach unten herunterklappt. Die obere - derzeit noch nicht gebaute - Ebene wird wie ein Deckel werden und sich nach oben herausziehen lassen. Der große bewegliche Einsatz in der Mitte kann wie eine Schublade nach vorne heraus gezogen werden. Und der als hängende Schlucht ausgeführte Anlagenteil vorne links vor der Tür liegt auf beiden Seiten auf der Anlage auf. Wenn dieses Teil eingesetzt ist, kann man nur mittels "Duck-Under" (Methode "Bundeswehr" ;-) ) in die Anlage kommen. Bei diesen beweglichen Teilen wurde auf präzise und winklige Gleisübergange geachtet. Für die elektrischen Kontakte dieser Teile wurden solide Mehrfachstecker benutzt, wie sie auch die Telekom verwendet. Ungewöhnlich dürfte sicher die Baureihenfolge sein, in der die Anlage entstanden ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Modellbahnern, die jeweils über die ganze Anlage zuerst die Gleise verlegen, dann Verkabeln, Gelände bauen usw., habe ich meine Anlage abschnittsweise aufgebaut. Es wurde jeweils ein Teil der Anlage vollständig und in allen Details erstellt und nach dessen Fertigstellung zum nächsten Abschnitt übergegangen. Der Vorteil dieses Konzeptes besteht darin, einen besseren Zugang zu den bearbeteten Anlagenteilen zu haben und fertige Versatzstücke außerhalb der Anlage erstellen zu können, der Nachteil aus evtl. Übergangsproblemen zwischen den Bauabschnitten. Außerdem ist der Anlagenbau auf diese Weise abwechslungsreicher und macht mehr Spaß. Derzeit fehlen nur noch die beiden letzten Bauabschnitte 10 und 11 sowie der Schattenbahnhof unter der Anlage. |
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| Untere Ebene | Obere Ebene | |||||||
| Bauabschnitte: | Bauabschnitte: | |||||||
| Gleisplan: | Gleisplan: | |||||||
| Seite 2 >> | Für alle Bilder und Texte auf diesen Seiten gilt: © Ulrich Röcher | |||||||