Braunschweig - Nordkurve


Der Betriebsbahnhof Nordkurve entstand im 2. Weltkrieg, nachdem seit 1936 die Verbin- dungsstrecke zum Nordbahnhof in Betrieb war. Diese schloß zunächst als Abzweigstelle im Bereich des späteren Stellwerks Nn an die Strecke Gliesmarode - Celle an, ab 1941 wurde dann der Bereich zwischen Bienroder Weg und Ottenroder Straße zum Betriebsbahnhof mit 4 Gleisen und 2 Stellwerken ausgebaut. 1968 wurde der Gleisplan vereinfacht und die Strecke aus Richtung Nordbahnhof schon südlich des Bahnübergangs Ottenroder Straße eingeführt. Zuvor verlief diese Strecke westlich am Stellwerk Nsf vorbei, es waren gleichzeitige Einfahrten aus Richtung Gliesmarode und Nordbahnhof möglich. Hierfür exisiterte auch ein Schutzgleis am Stellwerk Nn.
Alle 3 Strecken waren durch Einfahrsignale gesichert (aus Richtung Nordbahnhof ab 1968 Gleissperrsignal), statt Ausfahrsignalen gab es dagegen bis zum Schluß beleuchtetete Haltetafeln. Das "Ausfahrsignal" wurde durch Stellwerk Nn bzw. Nsf per Hand (grüne Kelle bzw. grünes Handlicht) erteilt.
Ab 1995 war die Betriebsstelle nicht mehr mit Personal besetzt. Die Stellwerke wurden abgerissen, die Signale rückgebaut  und  die 
Weichen und Schrankenanlagen auf Vor-Ort-Handbetrieb umgestellt. Alle Züge fahren heute durch Gleis 2, Gleis 1 wurde durch 2 Gleissperren gesichert. Auch Gleis 4 ist noch vorhanden, wächst aber immer weiter zu. Das Bedienen der Schrankenanlagen Ottenroder Straße und Bienroder Weg erfolgt jetzt durch den Lokrangierführer. Der Richtungswechsel der zum Nordbahnhof fahrenden Züge wird ohne Umsetzen der Lok durchgeführt, da die planmäßige Übergabe nur aus einem Wagen besteht (wird ab hier geschoben). Die Kohlezüge im Winter verkehren mit einer Lok an jedem Zugende, sodaß auch hier Rangierarbeiten entfallen.
Stellwerk Nsf (Nordkurve Süd Fahrdienstleiter) am Bahnüber- gang Ottenroder Straße, Aufnahme von ca. 1985. Wärterstellwerk Nn am Bienroder Weg: Am 21.04.89 fand hier eine Begegnung zwischen Üg 67415 vom Hafen (rechts) und Üg 67390 nach RühmeVW (hinten) statt.
Stellwerk Nsf von innen am 25.02.85: Die 3 Weichen des süd- lichen Bahnhofsteils (vergl. Skizze oben), das Einfahrsignal aus Richtung Gliesmarode und das Gleissperrsignal aus Richtung Nordbahnhof wurden von hier gestellt, außerdem die Schranken des Bahnübergangs Ottenroder Straße. Nachdem die Weichen auf Handbedienung umgebaut waren standen die Stellwerke Nsf und Nn ab dem 01.05.95 leer. Ende November erfolgte der Abriß, hier der Zustand am 30.11.95.
Die Natur kehrt zurück: Blick vom Bahnübergang Ottenroder Straße auf den ehemaligen Betriebsbahnhof, die nicht mehr befahrenen Gleise 1 und 4 sind bereits weitgehend im Gebüsch verschwunden (Aufnahme vom 17.10.08). Die einzige noch genutzte Weiche dient der Einfädelung der ehem. Ringbahn aus Richtung Nordbahnhof. Am 08.03.09 waren hier gerade einige Weichenschwellen erneuert worden.

Stand der Bearbeitung 21.05.09