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BANA-Umweltprojekt der TU Berlin 2005/2006 „Die Veränderungen städtischer Ufer - am Beispiel Nordufer in Berlin” |
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"Die Grundstücke der Kiautschoustraße 9-12 und der Sprengelstraße 28-32 durchzog ein Entwässerungsgraben, der in das frühere Hafenbecken unter der Samoastraße und dem Pekinger Platz mündete. Erst 1924 erwarb Adolf Rohrbach, ein Flugzeugkonstrukteur, der auf den Bau von Leichtmetallflugzeugen spezialisiert war, die gesamte knapp 11.000 Quadratmeter große freie Fläche und baute darauf eine Flugzeugfabrik, die Rohrbach Metallflugzeugbau GmbH."
Aus: Der Kiezbote, Sept./Okt.2005, S.15, 100 Jahre Samoa- und Kiautschoustraße
„Der Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal verbindet mit einer Länge von 12,2 km die Flüsse Havel und Spree.
Der Kanal liegt vollständig auf Berliner Stadtgebiet. Er zweigt im Südosten am Humboldthafen (unmittelbar am Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof) aus der Spree ab, führt erst in nördlicher Richtung durch den Nordhafen zum Westhafen, dann in westlicher Richtung durch die Jungfernheide und mündet schließlich in den Tegeler See. Um den Pegelunterschied zwischen Spree und Havel auszugleichen, entstand die Schleuse Plötzensee.
Der Kanal wurde in den Jahren 1848-59 erbaut (Planung Peter Joseph Lenné), um den Verkehr zwischen Berlin und den östlichen Landesteilen in Richtung Finowkanal zu erleichtern. Die direkte Verbindung verkürzt den Weg und umgeht den stark gewundenen Unterlauf der Spree.
Von 1945 bis 1990 verlief entlang des Kanals zwischen Sandkrugbrücke und Kieler Straße die Sektorengrenze. Das östliche Ufer wurde nach dem Mauerbau zum Sperrgebiet ausgebaut, wobei große Teile des Invalidenfriedhofs verwüstet wurden.
Nach der Wiedervereinigung wurde 1994 mit dem Bau einer Promenade auf dem östlichen Ufer des Kanals begonnen. Die Uferpromenade führt 2004 von der Sandkrugbrücke in nördlicher Richtung über den Invalidenfriedhof bis zur Kieler Straße am Nordhafen. Im Endausbau soll sie vom Tiergarten bis zum Volkspark Rehberge im Wedding führen. Schon Peter Joseph Lenné hatte die Idee zu einer uferbegleitenden Promenade, aber erst 150 Jahre später wurde sie Wirklichkeit."
Aus:de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Spandauer_Schiffahrtskanal
Der Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal
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| ca. 1910 |
"Im Winter 1842/43 erhielten mehrere Privatunternehmer die Genehmigung, einen Schifffahrtskanal zwischen der Spree unterhalb Berlins und der Havel oberhalb Spandaus anzulegen. Zweck des Unternehmens war es, den Verkehr zwischen Berlin und den östlichen Landesteilen in Richtung Finowkanal zu erleichtern. Durch die direkte Verbindung sollte der Weg abgekürzt und vor allem der stark gewundene Unterlauf der Spree ausgeschaltet werden. Der 12,2 km lange Kanal zweigte in der Nähe des Unterbaumes am rechten Ufer aus der Spree ab und folgte, nach Lennés Vorschlag, dem Laufe des Charité-Grabens, der hier zwischen dem gerade neu errichteten Hamburger Bahnhof (1846) und dem Invalidenhaus verlief. Am Abzweig aus der Spree wurde der Humboldthafen und etwa 1,5 km von diesem entfernt, an der Einmündung der Panke in den Kanal, der Nordhafen errichtet. Mitten durch die Jungfernheide verlief der Kanal in westlicher Richtung bis Haselhorst, wo er aus "fortificatorischen" (festungs-, befestigungs-technischen, d.A.) Rücksichten einen scharfen Knick nach Westen machte, um dann in den Tegeler See zu münden.
Um unterschiedliche Wasserstände von Havel und Spree ausgleichen zu können, wurde bei Plötzensee eine Schleuse (nutzbare Maße 47,50 x 6,04 m) errichtet, die oben und unten doppelte Tore erhielt. Diese Anordnung war anfangs erforderlich, da die Spree bei größeren Hochwässern den normalerweise höheren Wasserstand der Havel überschreiten konnte. Bei der später erfolgten Regulierung der Unterspree konnten diese Spreehochwasserspitzen gekappt werden, so dass die Tore in Plötzensee nur noch gegen die Havel zu kehren brauchten.
Durch die Schleuse Plötzensee wurde der Kanal in eine 8 km lange Havel- und eine 4 km lange Spreehaltung unterteilt. Vom Profil her war er genauso wie der Landwehrkanal konzipiert und für Schiffe bis zum späteren Großfinow-Maß ausgelegt.
Die Bauarbeiten schritten anfangs zügig voran (Baubeginn war 1847), wurden aber durch die Ereignisse des Jahres 1848 unterbrochen. Der größte Teil der Arbeiter wurde damals auf die Straße gesetzt. Später übernahm der Staat die Bauausführung, und nach etwas schleppendem Verlauf konnte 1859 das erste Schiff direkt von Berlin nach Stettin fahren.
1891/92 wurde die Spreehaltung des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals erweitert. Sie erhielt in Klinkermauerwerk eingefasste Steilufer. Nach dem Ausbau konnten bereits Plauermaß-Schiffe verkehren.
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| ca. 1930 |
Beim Bau des Großschifffahrtsweges wurden Teile des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals benutzt und dann in den Jahren 1933 bis 1939 zwischen der Schleuse Plötzensee und der Mündung des Kanals in die Oberhavel dreischiffig mit einer Wasserspiegelbreite von 53,00 m bei einer Wassertiefe von 3,20 m ausgebaut."
Aus: Uhlemann, Hans-Martin: Berlin und die märkischen Wasserstraßen, 1987, S. 101/102
"In den Jahren 1891 bis 1892 wurde die Spreehaltung des Kanals für den Verkehr mit 600-t-Schiffen ausgebaut. Der Kanal erhielt damals auch an vielen Stellen eine Fußsicherung mit anschließendem Klinkerdeckwerk.
In einem seit 1967 laufenden Programm der Grundinstandsetzung wird das nicht mehr standsichere Klinkerdeckwerk mit der unzureichenden Fußsicherung durch Stahlspundwände mit anschließender Steinpacklage und Rasenböschung ersetzt.
Darüber hinaus wurde ein für die Schifffahrt gefährlicher Knick in der Wasserstraße im Bereich der Torfstraßenbrücke beseitigt. Hierbei wurde das südliche Ufer erheblich abgeflacht."
Aus: Die Kanäle nördlich der Spree, Besondere Mitteilungen zum Gewässerkundlichen Jahresbericht des Landes Berlin (1985),S. 15/16
"Peter Joseph Lenné war 15 Jahre lang an dem Projekt des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals tätig. Seine Vision war die Realisierung eines öffentlichen Wandelraumes, der den Schifffahrtskanal begleiten sollte. Er konnte seine Vision nicht durchsetzen. Wir wissen nicht, woran er gescheitert ist."
(Einleitung)
"Der 1853 begonnene Kanal wird schließlich 1855 fertiggestellt, und noch bis in die 60er Jahre hinein nimmt Lenné lebhaften Anteil an Fragen der detaillierten Ufergestaltung und -bepflanzung. Die Anfrage eines Seidenraupenzüchters, die Uferstraßen des Berlin-Spandauer-Kanals mit Maulbeerbäumen zu bepflanzen, nimmt er daher 1861 zum Anlass, um sich gegen diese unmaßstäbliche und unstädtische Planung auszusprechen und betont: ‚...dass das großartige Werk der Kanalanlage mit seinem imponierenden Wasserspiegel, den hohen breiten Wällen und grandiosen Uferlinien sachgemäß nur eine Bepflanzung erhalten kann, die mit diesen Eigenschaften übereinstimmt. Es würden demnach hierzu Bäume zu wählen sein, welche durch imponierende Höhe und kräftige Kronenausbildung sich auszeichnen. Diesen Anforderungen dürften demnach Platanen, Rosskastanien, Ulmen, Linden und dergleichen am meisten entsprechen, nicht aber Maulbeerbäume, welche selten eine große Höhe erreichen'."
(S. 15/16, Freiraumgeschichte)
Der Vorläufer des Spandauer Kanals, der Schönhauser Graben, wurde nach NIKOLAI zu Spazierfahrten von Schönhausen nach Charlottenburg angelegt.
Vor dem Ausbau im Abschnitt zwischen Sandkrugbrücke und Nordhafen wurde der alte Schönhauser Graben zwischen dem Invalidenhaus und der Spree vor allem zur Versorgung des Invalidenhauses mit Brennmaterialien etc. benutzt und in schiffbarem Zustand gehalten. Die Charité leitete jahrelang ihre Abwässer in den Graben.
Ausbau und Anlage des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals dienten vor allem zur besseren Anbindung der Stadt Berlin an das umliegende Kanalnetz, vor allem zur Havel und Oder, zur Umgehung der besonders in Trockenzeiten schwer befahrbaren Unterspree, zur Bewältigung des vermehrten Schiffsverkehrs, als Anreiz zur Ansiedlung von Fabriken, Schiffsbau- und Ausladeplätzen sowie zur Förderung der Heu-, Stroh-, Holz-, Torf- und sonstigen Märkte.
Daneben war die Kanalufer-Promenade für die Bewohner Berlins von ästhetischer und gesundheitsfördernder Bedeutung, und sie war ein wichtiger Verbindungsweg nach Saatwinkel, einem zur Bauzeit wichtigen Ausflugsziel.
Daten zur Kanalbaugeschichte| 1704 | Anlage des Schönhauser Kanals |
| 1843 | Bebauungsplan für das Pulvermühlengelände mit projektiertem Schifffahrtskanal mit Mündung westlich des projektierten Hafenbeckens |
| 1847 | Baubeginn des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals nach Plänen von Lenné |
| 1848 | Der König genehmigt den Kanalbau |
| 1848 | Lenné legt dem König seinen Entwurf für die Mündung des Berlin-Spandauer-Kanals vor. Dieser wird vom König in allen Teilen genehmigt |
| 1853 | Allerhöchste Cabinetts-Ordre und Verfügung zur Abänderung des Lennéschen Bebauungsplanes hinsichtlich Richtung und Ausmündung des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals zwischen Nordhafen und Spree sowie eines Stichkanals im Bett der Panke |
| 1854 | Genehmigung der Vorschläge zur Vollendung des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals |
| 1855 | Die Richtung vom Nordhafen bis zur Spreemündung wird festgelegt |
| 1857 | Abschluß der Bauarbeiten am Kanal zwischen Nordhafen und Sandkrugbrücke |
| 1860 | Der Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal ist bis zur Spree befahrbar |
| 1872 | Das Reststück des Schönhauser Grabens wird verfüllt |
| 1896 | Kostenanschlag zur Erweiterung der Spreehaltung zwischen Sandkrugbrücke und Nordhafen. Zwischen 1896 und 1898 Beseitigung des Leinpfades am linken Ufer |
| 1898 | Kostenanschlag für rechtes Ufer zwischen Humboldthafen und Sandkrugbrücke. Baumaßnahmen 1901 vollendet |
| 1937 | Generalbebauungsplan für die Reichshauptstadt Berlin |
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| ca. 1959 |
Nachweisbar sind
um 1786:
um 1800:
um 1838:
"Zunächst war nur die Chaussierung des nördlichen Kanaluferdammes geplant. Auf Antrag der Domainenverwaltung wurden jedoch auf der Strecke zwischen Fenn- und Seestraße das nördliche, von dort bis Haselhorst das südliche Ufer und im Anschluss daran wieder das nördliche Ufer chaussiert.
Die Chaussee wurde wie das linke Kanalufer des Landwehrkanals ausgebaut und mit Baumreihen versehen. Geplant war, die Chaussee von der Fennstraßenbrücke bis nach Plötzensee zu pflastern, im Anschluss sollte der Fahrdamm mit Lehm und Kies versehen werden."
(Hans-Jürgen Geyer, Stadtteil- und Baugeschichte, S.18/19)
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Treidelwege, in Süd- und Westdeutschland auch Leinpfade genannt (oder sächsisch "Bomätschen", auch "Halferei"), verlaufen an den Ufern schiffbarer Flüsse und Kanäle. "Leinpfade" nach den bis zu 500 m langen Leinen, mit denen die Schiffe gezogen wurden. Stromaufwärts oder bei nur wenigen Treidlern kamen die Schiffe nur langsam voran, sodass der Volksmund aus treideln "trödeln" machte. |
Schiffe und Flöße wurden schon seit Jahrtausenden getreidelt (gezogen), wo die Strömung zu schwach war, oder gegen die Strömung angekämpft werden musste und die Kraft des Windes nicht genutzt werden konnte. Ausgenutzt wurde hierbei das Phänomen, dass schon ein einzelner Mensch in der Lage ist, einen viele Tonnen schweren Kahn in ruhigem Wasser zu bewegen. Getreidelt wurde mit Pferden oder Ochsen, aber immer wieder auch von Menschen.
Zwischen zwei und zwanzig Treidler waren notwendig, ein Schiff zu treideln. Die große Zeit der Treidelwege begann mit dem Kanalbau im 17. Jahrhundert, mit ein Grund für den Kanalbau überhaupt. Erstmals entstanden über weite Strecken begehbare, teilweise sogar befestigte Ufer. Das Ende des 19. Jahrhunderts brachte bezahlbare Maschinenantriebe, die das Treideln überflüssig machten. Nur an Schleusen oder Häfen, wo z.B. nach der Auflösung von Schleppzügen die Bewegung einzelner Zillen notwendig ist, wird bis heute - meist mit Hilfe kleiner Loks am Ufer - getreidelt (z.B. am Schiffshebewerk Niederfinow).
Jede Flussbegradigung, Uferbefestigung, jeder Kanalausbau oder Brückenbau nagt an einem (ehemaligen) Treidelweg. Und ein Treidelweg, der unterbrochen wurde, ist meist schon nach wenigen Jahren vergessen. Nur manchmal hält sich der Name, ohne dass sich die Anwohner der Herkunft bewusst sind. Treidelwege, die bewusst als solche erhalten werden, kann man im nordostdeutschen Raum an den Fingern beider Hände abzählen.
Aus:de.wikipedia.org/wiki/Treidelweg
"Dieses Nordufer trägt am 6. Juni (1970) seinen Namen 100 Jahre, da er ihm am 6. Juni 1870 verliehen wurde, durch Allerhöchste Kabinettsorder. Bis dahin war er nur mit der Nummer 10 in der Abteilung X 1 registriert. Erkennen wir aus dem ersten Wortteil seine Lage, so zeigt uns der zweite den besonderen Charakter an. Es liegt auf der Nordseite des Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanals."
Aus: "Nordberliner" 5. Juni 1970, 100jähriges Nordufer
"Da mag noch einer besonderen Episode am Nordufer gedacht werden. Am 16. Oktober 1906 tauchte hier ein Hauptmann auf, griff sich zwei kleine Soldatenabteilungen, eine vom nahen Schießplatz, eine von der noch näheren Militärschwimmanstalt kommend, und marschierte mit ihnen am Nordufer entlang zum Bahnhof Putlitzstraße. Ring- und Vorortbahn trugen sie dann nach Köpenick, wo der weltberühmte Coup im Rathaus stieg. Es war Friedrich Wilhelm Voigt, der Hauptmann von Köpenick, dessen kriminalgeschichtliche Hauptrolle bei uns begann."
Aus: "Nordberliner" 5. Juni 1970, 100jähriges Nordufer
Der arbeitslose Schuster Wilhelm Voigt kommandiert am 16. Oktober 1906 in einer beim Trödler erworbenen Uniform eines Hauptmanns des 1. Garderegiments zu Fuß zehn ihm zufällig begegnende Soldaten von Berlin nach Köpenick ab und lässt dort den Bürgermeister Dr. Langerhans und den Kassendirektor von Wiltberg verhaften. Anschließend beschlagnahmt der 57-jährige die Stadtkasse und verschwindet.
Wilhelm Voigt wird am 1. Dezember 1906 vor dem Landgericht Berlin wegen des unberechtigten Tragens einer Uniform, Vergehens wider die öffentliche Ordnung, Freiheitsberaubung, Betruges und schwerer Urkundenfälschung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner Begnadigung am 16. August 1908 tingelt Voigt als falscher Hauptmann auf den Varietébühnen Europas und vermarktet seine Geschichte als begehrte und gefragte Ware. Durch die Inflation völlig verarmt, stirbt Wilhelm Voigt am 3. Januar 1922 in Luxemburg.
Dies diente Carl Zuckmayers Komödie "Der Hauptmann von Köpenick" und späteren gleichnamigen Filmen als Vorlage.
Als "Köpenickiade" bezeichnet man eine Form der Hochstapelei, bei der durch Amtsanmaßung Gehorsam erschlichen wird.
Aus:www.heimatmuseum-koepenick.de/hhaupt.htm