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BANA-Umweltprojekt der TU Berlin 2005/2006 „Die Veränderungen städtischer Ufer - am Beispiel Nordufer in Berlin” |
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| Deutsche Bezeichnung | Lateinische Bezeichnung | Bemerkungen |
| Aal | Anguilla anguilla | 1 |
| Aland | Leuciscus idus | 1 |
| Barsch | Perca fluviatilis | 3 |
| Blei | Abramis brama | 3 |
| Güster | Abramis bjoerkna | 3 |
| Hecht | Esox lucius | 1 Einzelfunde |
| Karausche | Carassius carassius | 1 |
| Karpfen | Cyprinus carpio | 1 |
| Kaulbarsch | Gymnocephalus cermuus | 3 |
| Plötze, Rotauge | Rutilus rutilus | 2 |
| Quappe | Lota lota | 1 |
| Rotfeder | Scardinius erytrophthalmus | 2 |
| Schleie | Tinca tinca | 2 |
| Stichling | Gasterosteus aculeatus | 2 |
| Ukelei, Laube | Alburnus alburnus | 2 |
| Wels | Siluris glanis | 1 Einzelfunde |
| Zander | Sander lucioperca | 2 Besatzfisch |
| Deutsche Bezeichnung | Lateinische Bezeichnung | Bemerkungen |
Die Rote Liste wird von jedem Bundesland für sein Territorium geführt. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass der Eisvogel in Berlin als ausgestorben gilt, während er in Brandenburg noch zu den häufigen Arten gezählt wird.
Besser wäre es, die Rote Liste nicht für die einzelnen Bundesländer, sondern für größere Gebiete (z.B. Norddeutsche Tiefebene) zu führen.
Quellen
Gunkel, Günter: Vorlesung "Einführung in die Limnologie", WS 2005/2006
SenStadtUm
Sukopp, Herbert (Hg):"Stadtökologie - Das Beispiel Berlin",Reimer Verlag,Berlin,1990
Befragung von Anglern vor Ort
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Definition
Unter oberirdischen Gewässern werden aquatische Lebensräume auf der Landoberfläche verstanden, die - in Wechselbeziehungen zu ihrem Umland und den jeweils spezifischen abiotischen Bedingungen - charakteristische Lebensgemeinschaften aufweisen.
Fließgewässer (Bäche, Flüsse) einerseits und Stillgewässer oder stehende Gewässer (Seen, Weiher, Tümpel, Teiche, Kanäle) andererseits unterscheiden sich grundsätzlich in ihren ökologischen Bedingungen und Besiedlern.
Stadtgewässer oder urbane Gewässer sind solche Fließgewässer und stehenden Gewässer, die - anders als in der freien Landschaft - den charakteristischen Einflüssen von Siedlungsballungsräumen unterliegen.
(Sukopp/Wittig, Stadtökologie, S.201)
Geschichte
Das Vorhandensein von Wasser war stets eine zwingende Voraussetzung für die Gründung von Siedlungen. Es wurde nicht nur als Lebensmittel dringend gebraucht, sondern als Produktions- und Transportmittel. Deshalb wurden Städte bevorzugt an Flussufern gegründet. Da das Wasser auch zur Abfallbeseitigung genutzt wurde, sind Klagen über die Verschmutzung von Gewässern bereits seit dem Mittelalter bekannt.
Mit der Industrialisierung begann eine flächendeckende Bewirtschaftung der Gewässer:
Oberflächengewässer Berlins
Berlins Oberflächengewässer nehmen mit einer Gesamtfläche von 58,9 km² 6,6% des Stadtgebietes ein. Innerhalb der Stadt bringen es Spree, Dahme und Havel auf eine Gesamtstrecke von 89 km. Die Kanäle im Stadtgebiet erreichen eine Gesamtlänge von 67 km. Für Berlin als Wasserstadt ist deshalb der Schutz der Oberflächengewässer von besonderer Bedeutung.
Alle Berliner Hauptfließgewässer sind rückgestaut und extrem langsam fließend. In den seenartigen Erweiterungen von Spree und Havel weist das Wasser sehr lange Aufenthaltszeiten auf. Diese lange Aufenthaltsdauer macht die Seen äußerst empfindlich gegenüber Nährstoffeinträgen. Wegen der hohen Nährstoffeinträge im Spree-Havel-Raum wird die Wasserqualität sehr stark durch die Folgen der Eutrophierung (siehe unten) geprägt und weniger durch den externen Eintrag abbaubarer organischer Stoffe.
Gewässerbelastung
Die Belastung der Oberflächengewässer wird hervorgerufen durch Stoffeinträge
Eutrophierung
Mit Eutrophie wird die Steigerung der pflanzlichen Primärproduktion bezeichnet, die durch eine Zunahme der Nährstoffkonzentration oder eine erhöhte Nutzbarkeit der Nährstoffe im Wasser verursacht wird. Der Prozess der Eutrophierung ist anthropogen (durch den Menschen) bedingt. Er wird hauptsächlich ausgelöst durch erhöhte Zufuhr von Phosphat durch Niederschläge, Landwirtschaft, Abwässer und andere diffuse Quellen.
Die Darstellung der biologischen Gewässergüte erfolgt in den Stufen des Trophiensystems und basiert auf dem Gehalt an organischen und anorganischen Nährstoffen.
Stufen des Trophiensystems:
Trophiestufe I: oligotroph
Gewässer mit wenigen Nährstoffen und geringer organischer Produktion, sehr klar, sparsamer Pflanzenbewuchs, Lebensraum nur für wenige Fische
Trophiestufe II: mesotroph
Gewässer in einem Übergangsstadium von der Oligotrophie zur Eutrophie, Nährstoffgehalt bereits erhöht, Licht kann aber noch in tiefere Wasserschichten eindringen
Trophiestufe III: eutroph
Gewässer mit hohem Nährstoffgehalt und deshalb hoher Produktion an Biomasse, trüb, Grund mit anaerober Faulschlammschicht bedeckt
Trophiestufe IV: hypertroph
Gewässer mit weit fortgeschrittener Eutrophierung, Sauerstoff am Ende der Sommerstagnation weitgehend aufgebraucht, Fischsterben
| oligotroph | mesotroph | eutroph | hypertroph | |
| Sichttiefe in m | 5 - 10 höchstens 15 - 20 | 1 - 2 höchstens 5 - 10 | <1 höchstens 2 - 3 | <1 |
| Tiefengrenze der submersen Vegetation in m | 12 - 30 | 5 - 10 | <2 | <1 |
| Phosphat (PO4-P) in mg/l | <0,05 | 0,06-0,08 | 0,08-0,16 | >0,16 |
| Bakterienzahl pro ml | <100 | ca. 10.000 | bis 100.000 | >100.000 |
Submerse Vegetation sind Wasserpflanzen, die nur unterhalb der Wasseroberfläche wachsen.
Die Wasserqualität wird ebenfalls nach chemisch/physikalischen und morphologischen Gesichtspunkten beurteilt.
Bisher wurde eine Einstufung der Berliner Hauptfließgewässer in Güteklassen auf Grundlage der LAWA-Empfehlungen vorgenommen. (Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Wasser).
Am 22.12.2000 trat die Europäische Wasserrahmenrichtlinie in Kraft, die den Gewässer- und Grundwasserschutz europaweit einheitlich regeln soll.
Quellen
Sukopp/Wittig, Stadtökologie, Stuttgart 1998
Materialien zur Vorlesung "Landschaftsökologie" SS 2004
www.stadtentwicklung.berlin.de/umwelt/wasser/
de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite
Ergebnisse der Wasseranalytik im Rahmen unseres BANA-Grünflächen-/Gewässerrand-Projekts in der Messzelle e.V. Berlin (Müller-Breslau-Straße 10)
Den in der folgenden linken Spalte fett geschriebenen Gewässern wurden Mitte Juni 2006 von uns Wasserproben entnommen und anschließend beim Messzelle e.V. untersucht.
Bei den fett geschriebenen Werten handelt es sich um erhöhte Werte, d.h. der Schifffahrtskanal am Nordufer hat einen erhöhten Nitratgehalt und die Wuhle einen erhöhten Phosphatgehalt!
| Probe | Blei* ppb | Phosphat (PO4-P) mg/l | Nitrat (NO3-N) mg/l | Leitfähigkeit (µS/cm) | pH | Härtegrad °dH |
| Schifffahrtskanal Nordufer | <1,00 | 0,766 | 4,43 | 740 | 7,79 | |
| Landwehrkanal Salzufer | 0,512 | 1,80 | 660 | 7,65 | ||
| Wuhle | 1,270 | 2,13 | 830 | 8,39 | 18,0 | |
| Müggelspree | 0,351 | 1,29 | 630 | 7,66 | ||
| Müggelseeufer Rahnsdorf | 0,204 | 0,56 | 660 | 7,57 | ||
| Müggelsee Mitte | 0,209 | 0,45 | 670 | 8,72 ? | ||
| Tiergarten-Gewässer 1989(Max.-Werte: - Sommer) | 6,89 | 0,210 | 2,93 | 714 | 9,25 | |
| Tegeler See 2003 | 0,120 | 2,70 | 885 | |||
| Nährstoffarme Gewässer | <0,05 | 0,50-01,00 | ||||
| Güteklasse II | 0,06-0,08 | 1,50-02,50 | ||||
| Güteklasse II-III | 0,08-0,16 | 2,50-04,99 | ||||
| Güteklasse III | 0,16-0,30 | 5,00-10,00 | ||||
| Trinkwasser-Werk Tiefwerder | <5,00 | 880 | 7,40 | 20,5 | ||
| Probe | Blei* ppb | Phosphat (PO4-P) mg/l | Nitrat (NO3-N) mg/l | Leitfähigkeit (µS/cm) | pH | Härtegrad °dH |
*EU-Trinkwasser: max 25ppb
Güteklassen: P als Ges.-Phosphor, Nitrat nach SenStadt/LAWA
Kläranlage Schönerlinde leitet gereinigte Abwässer auch in die Panke-->Schifffahrtskanal.
Bei erhöhten pH-Werten wird durch Pflanzenwachstum Kohlensäure verbraucht = erhöhter Eintrag von Ammonium, Nitrat bzw. Phosphat.