Deutscher Boxer  -  der Anfang     vom Mittelalter bis 1900                

Man nimmt an, dass der Boxer seinen Ursprung in den im Mittelalter bekannten Bullenbeißern hat. Der Grosse Bullenbeißer, auch Danziger Bullenbeißer genannt, wurde als schwerer Hetzhund und Packer für die Jagd auf Bär, Elch, Eber und Hirsch eingesetzt. 
Ab Beginn des 17. Jahrhunderts erfolgte in Deutschland die Züchtung eines leichteren und flinkeren Bullenbeißers - des nicht minder draufgängerischen Brabanter Bullenbeißers. In einem Tierkatalog aus dem 18. Jahrhundert findet man neben dem Grossen Gestromten Bullenbeissser auch einen kleinen Gelben Brabanter Bullenbeißer mit schwarzer Maske.

 
Großer oder Danziger Bullenbeißer


Brabanter Bullenbeißer

Um die Mitte und bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fristete der Boxer als Nachfolger des Bullenbeißers ein kümmerliches Dasein. Er war Außenseiter unter den vorhandenen Rassen.

Eine der ersten Zusammenkünfte des Boxerclubs ca. 1895 in München. 

Viele der Hunde sind weiß durch das Kreuzen mit englischen Bulldogs. 

Die Farbe war nicht wichtig. Erst 25 Jahre später wurden die Farbmerkmale festgelegt.


Erste Boxerschau in München.     Auch hier weiße und wahrscheinlich auch schwarze Boxer.

Im Rahmen einer Hundeausstellung in München wurde eine Versuchsklasse für Boxer ausgeschrieben. 
Nur ein Boxerbesitzer hatte den Mut, sein Tier zu melden. 
Es war Flocky von Mühlbauer, im Stammbuch der Boxer die Nummer 1.

Alts Scheckin, genannt nach ihrem gefleckten Aussehen. (Mehr als ein Drittel weiß mit schwarzen (wahrscheinlich) unregelmäßigen Abzeichen. 
Scheckin war die Nummer 50 im Stammbuch der Boxer. 
Sie paarte sich im Jahre 1895 mit Dr. Toenniessen´s Tom, einem weißen Bulldog und warf unter anderen die Mutter von Mühlbauer´s Flocki. 
Deutlich ist die gedrungenen Form zu sehen, die auch heute noch bei mehrheitlich weißen Boxern vorhanden ist.

Es gab hochgradig Inzucht während der frühen Stufen der Entwicklung dieser Rasse.


Scheckin`s Schwester Flora II wurde mit ihrem Vater gepaart. Sie warf Maier´s Lord. Er war der erste bekannte Stammvater.


Maier´s Lord und Maier´s Flora (Verwandtschaft unbekannt) zeugten Piccolo v. Angertor, den Stammvater von Meta v.d. Passage.

1898 brachte eine nochmalige Paarung von Scheckin und Dr. Toeneissen´s Tom
Blanka v. Angertor hervor.

Blanka v. Angertor war die Mutter von Meta v.d. Passage.

Sie war, wie ihr Name schon sagt, ein
 weißer Boxer.

Meta von der Passage spielte die wichtigste Rolle von den 5 ursprünglichen Vorfahren.
Die Spur unserer Boxerahnen führt direkt zurück zu dieser Hündin.
Sie war im wesentlichen so gebaut: niedrig, braun gefleckt, teilweise weißfarbig, mit sehr kleinem Unterkiefer und sehr großem Lippenwulst.
Als Produzier-Weibchen können wenige, egal aus welcher Rasse, ihr Ergebnis erreichen. Sie gebar durchweg Welpen des erstaunlichsten Typs und von seltener Qualität.

Die Stammhunde aus der Nachkommenschaft von Meta v.d. Passage mit Flock St. Salvator und Wotan dominieren alle Boxerstammbäume.
Zusammen mit Wotan- und Mirzl-Nachkommen prägten sie die Boxer.

Flock St. Salvator, von dem kein Bild existiert, war einer der Väter der Welpen von Meta.


Die Paarung Meta v.d. Passage mit Flock St. Salvator erzeugte Hugo v. Pfalzgau.


Hugo v. Pfalzgau war der Urgroßvater von
 Rolf v. Vogelsberg, dem Stammvater der großen deutschen Von-Dom-Linie.


ein Boxer 1870

  Besitzer Sec.-Lieutenant Burckhardt, Hannover

Dass es parallel zu den o.a. Züchtungen auch andere gab, zeigt:

Ein Bild und seine Geschichte
Ein Boxer 1870

aus "Hunde-Sport und Jagd", München,
Heft 25/Jahrgang 1901, vom 21. 6. 1901.

nachzulesen unter:

http://www.geocities.com/Heartland/Plains/1600/ahn.htm