
Nur noch zwei Jahre :
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BDFA 2000 : Weg vom Unprofessionellen - hin zum Nichtkommerziellen ! ?
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Haben Sie das nicht auch schon so erlebt ? Da haben Sie lange, vielleicht schon jahrelang über etwas hinweglesen, ohne sich aber über den tieferen Sinn eigentlich klar geworden zu sein ? Dem Schreiber dieser Zeilen erging es z.B. seit fast über einem Jahrzehnt so mit dem allseits geschätzten "Dortmunder Filmtag des nichtkommerziellen Films" : Viele Male, so z.B. im BDFA-REPORT von FILM&VIDEO, gelesen, die Worte zum Teil auch selbst in die Schreibmaschine eingetippt, ohne aber den wahren Sinn zu erfassen - und dann auf einmal macht es "Klick" ?! Die Westfalen nennen ihre Veranstaltung "Filmtag des nichtkommerziellen Films" - und nicht etwa "Tag des nichtprofessionellen Films" oder "Tag des Amateurfilms". Und dies, obwohl unser Dachverband und seine Gliederungen - bislang - ja eigentlich nur die Ausdrücke "Amateurfilm" bzw. "nichtprofessionell" verwenden (sieht man einmal von den Bayern ab, die sich seit Herbst 1993 schlicht "Landesverband Film + Video Bayern e.V." nennen und noch einigen anderen - zu wenigen - "Film- und Video-Clubs", "-Kreisen", "-Teams" u.ä. im BDFA).
Gehen wir doch einmal ganz methodisch vor: Laut Duden-Fremdwörterbuch (Ausgabe 1990) ist ein "Amateur" u.a. "jemand, der eine bestimmte Tätigkeit nur aus Liebhaberei, nicht berufsmäßig betreibt" - insoweit richtig und korrekt erkannt, Herr Duden bzw. geschätzte Nachfolger ! Weiter geht's - freilich nun nicht mehr so angenehm für uns "Film- und Video-Amateure" : Im gleichen o.g. Werk wird - als weitere Bezeichnung - der Amateur auch "Nichtfachmann" genannt, "professionell" dagegen u.a. als "fachmännisch, von Fachleuten zu benutzen" aufgelistet. Rund 200 Seiten vorher ist "Kommerz" als "wirtschaftliches, auf Gewinn bedachtes Interesse", "Kommerzialismus" gar "nur auf die Erzielung eines möglichst großen Gewinns ausgerichtetes, wirtschaftliches Handeln" definiert und "kommerziell" u.a. als "Geschäftsinteressen wahrnehmend, auf Gewinn bedacht".
Soweit die hochoffizielle Sprachwissenschaft. Das "gemeine Volk", also wir alle, sehen jedoch in diesen Bezeichnungen - Sprache ist ja etwas überaus Lebendiges, sich mit der Zeit stets Änderndes ! - zwischenzeitlich z.T. ganz, ganz anderes, und leider für uns BDFA-Mitglieder Negatives ! Als Beispiel zwei immer wieder so oder so ähnlich formulierte Boulevard-Zeitungs-Schlagzeilen : "Die Räuber gingen professionell vor !" bzw. "Die Einbrecher waren offensichtlich Amateure !" Also : "Amateur" hat einen negativen Beigeschmack - stümperhaft, "Möchtegern", Anfänger etc. etc. - während "professionell" genau als das Gegenteil davon, nämlich als positiv ansehen wird. (Eine interessante Umkehrung dieses eben Geschriebenen gilt allerdings beim deutschen Berufs-Kino-Beamten-Film: Der - er wird sich wohl so bezeichnen - "Profi" Wim Wenders z.B. findet in der breiten Öffentlichkeit die Anerkennung, die seinen Leinwandleistungen vollauf entspricht : nämlich so gut wie keine ! Schade nur, daß den Lebensunterhalt solcher "Künstler" der ohnehin schon arg gebeutelte bundesrepublikanischen Steuerzahler über die staatliche Filmförderung zwangsfinanzieren muß. Das jedoch ist eine ganz andere und sehr, sehr traurige Geschichte.... )
Aber zurück zum Ausgangspunkt, zum - veränderten - deutschen Sprachgefühl: "Kommerz" hat - zu Recht oder zu Unrecht und im Gegensatz zu Dudens Erläuterungen - zwischenzeitlich einen zuweilen recht negativen Akzent ("geldgeil", "ausbeuterisch" usw.) bekommen; analog davon ist das Wort "nichtkommerziell" positiv im Sprachverständnis besetzt. Und genau hier hat man offensichtlich vor über einem einem Jahrzehnt in Dortmund - bewußt oder unbewußt - eingehakt : Kommerzielle Filme, nun ja, das sind die Streifen, die, häufig unter Umgehung von künstlerischen Gesichtspunkten, einfach dazu und so gemacht sind, daß sie ihren Finanziers Geld einbringen - auf welchem Niveau auch immer (wobei gegen das Kassemachen wirklich nichts zu sagen wäre - gegen niedrige Niveau-Latten schon eher!) Nichtkommerziell tätig dagegen sind die Autoren, die nicht aufs Pekuniäre schielen (müssen) und die deshalb - freilich bei Gott nicht immer , aber hoffentlich : - bessere, gelungenere Arbeiten abliefern. Und wohl deshalb hat man in der Kohlenpott-Metropole die Veranstaltung(en) "Filmtag des nichtkommerziellen Films" genannt !
"Es gibt keine Tanzsportamateure, keine Segelsportamateure, keine Schachamateure - aber es gibt Filmamateure....... Kein Wunder, daß wir eher stiefmütterlich angesehen werden und keine rechte Lobby aufbauen können!" (So Siegfried Zittinger/Ludwigsburg vor kurzem in einem Schreiben an den Verfasser dieser Zeilen).
Über all das sollte man wirklich (und nicht nur einmal, sondern immer und immer wieder!) in aller Ruhe nachdenken, und zwar in allen, tatsächlich allen Gliederungen unseres BDFA, in Clubs und Regionen und Landesverbänden bzw. -Gruppen, nämlich darüber, ob man nicht eines - hoffentlich nicht allzu fernen - Tages einmal das Wort "Amateur", das ja unüberlesbar in "Bund Deutscher Film- und Filmamateure e.V." steckt, abändert, weil es eben - in unserem Bereich völlig zu Unrecht, aber dennoch - halt einen arg negativen Beigeschmack hat. Im Gegensatz zu (siehe oben!) dem Ausdruck "nichtkommerziell" .
Die Spitze unseres BDFA jedenfalls hatte bereits einmal öffentlich (und nicht etwa nur hinter verschlossenen Türen) darüber nachgedacht : Der seinerzeitige BDFA-Präsident Dr. Eckart Stiehl ging am Schluß seines "Tätigkeits- und Erfahrungsberichts" anläßlich der Dachverbands-Mitgliederversammlung 1994 darauf ein. Der BDFA-Chef seinerzeit vor drei Jahren in Hann. Münden wörtlich: "Ich erlaube mir einen Aspekt anzureißen, der mir sowohl für die Gewinnung neuer Mitglieder, mehr noch aber für die Gewinnung von Sponsoren für Veranstaltungen verschiedenster Art als nicht unwichtig, wenn nicht sogar als sehr wichtig erscheint. Ich meine den Begriff 'Amateur'; er ist an sich eine Auszeichnung, ist er doch mittlerweile sehr negativ belegt mit 'Dilettantismus' : an sich auch nichts Negatives vom Wort her, wohl aber mittlerweile vom Bedeutungsinhalt, den man ihm landläufig zuweist!" Der BDFA-Präsident zitierte dann aus einem Schreiben des um finanzielle Unterstützung der jetzt genau vor zwei Jahren in Landshut stattgefundenen DAFF '94 angegangenen Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht, Kultus, Wissenschaft und Kunst, das - so wörtlich - lakonisch erklärte: "Amateurveranstaltungen können nicht bezuschußt werden!" Stiehl vor dem Plenum der 1994er Dachverbands-Jahreshauptversammlung abschließend: "Niemand, schon gar nicht der Vorstand, möchte am Amateurstatus rütteln, denn wir sind Amateure, und dies mit Recht und mit Stolz. Dennoch müssen wir wohl für die Zukunft Überlegungen anstellen, wie wir das, was wir tun mit Namen und Begriffen belegen; damit verändert sich für unsere Gemeinschaft nicht, möglicherweise aber die Bewertung von außen, und das täte uns gut!"
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Soweit die (1996 und dann 1997 noch einmal leicht aktualisierten und geringfügig überarbeiteten) Gedanken des Unterzeichners im Frühjahr 1994, die dann Mitte des gleichen Jahres als "Editorial" in der BDFA-Verbandszeitschrift "Film&Video" abgedruckt wurden; 1996 dann war das Essay in der Festspiel-Zeitung der DAFF 1996 in Waiblingen wiedergegeben.
Die geforderte Diskiússion ist 1997 - endlich - voll in Gang gekommen; der BDFA-Vorstand wird sich Ende September dieses Jahres bei der Bundesausschuß-Sitzung am Berliner Müggelsee und wahrscheinlich im kommenden Februar bei der BDFA-Jahreshauptversammlung mit einer evtl. Umbenennung des Namens "Bund Deutscher Film- und Videoammateure" beschäftigen!
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Zum aktuellen Stand der Diskussion: BDFA-Präsident Hansjoachim Stampehl bei der Jahreshauptversammlung 1998 im Februar in Oberhof/Thüringen: "In dieser Problematik gibt es bei uns im Verband immer noch sehr unterschiedliche Auffassungen: Ich bin wie auch andere Funktionäre der Meinung, daß eine Korrektur früher oder später erforderlich ist, weil der Amateurbegriff negativ belastet ist. Ob bei privaten Sponsoren oder der öffentlichen Hand wenn es um Zuschüsse zu unseren Veranstaltungen geht, erweist sich das der Begriff Amateur immer wieder als Hindernis!" Für ihn wäre es deshalb kein Problem, wenn der Begriff "Amateur" in den offiziellen Bezeichnungen nicht mehr erscheinen würde. Der Verbandspräsident wörtlich: "Für eine Änderung halte ich jedoch eine breite Mehrheit im BDFA für erforderlich und die gibt es zur Zeit nicht. Ein erster Schritt ist jetzt ab 1999 die Namensänderung der DAFF in Deutsche Filmfestspiele!"
Und darüber freut sich natürlich sehr

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Zuletzt geändert:06. February 2006.