Restauration eines Voere KK

Der Anfang

Ich konnte es nicht lassen - auf egun wars angeboten, und für nur 3 Euro wurde es mein: ein Voere KK Repetierer. In schlechtem Zustand, das war so angegeben, und ohne Kimme und Korn.

Was dann eintrudelte, entsprach durchaus dem Anzeigentext.

Der Schaft mehrfach überlackiert, Lacktränen, verschliffen und verkratzt.

Der Schaftrücken ist wohl begradigt worden - normal haben die Voeres da einen leichten Buckel drin. Wollte da jemand ein "Winnetou"-Gewehr bauen?

Das war aber leider noch nichts gegen den Zustand von Lauf und Metallteilen.....



Lauf und Verschluss in rostbraun.....eine Brünierung hat jedenfalls eine andere Farbe. Kammerstengel verrostet......viel zu tun.

Zielscheibe

Eine weitere Untersuchung zeigte aber, dass Abzugsmechanik und Lauf durchaus in Ordnung sind, und einige Probeschüsse mit dem montierten ZF zeigten, daß die kleine Büchse (noch?) erstaunlich genau ist.

Im Bild 10 Schuss auf 50 m mit CCI, ZF 15 fach, aufgelegt, im strömenden Regen bei eisiger Kälte. Zielpunkt war der Kreis, und ne Menge Wackelei von mir muss man noch abrechnen....


Die Geschichte

Um etwas über das kleine Gewehr herauszubekommen - wenigstens den Typ beispielsweise - versuchte ich es erstmal bei der Herstellerfirma.
Der Kontakt mit Voere in Östereich, im Internet natürlich leicht zu finden, hatte als Auskunft ein ganz unerwartetes Ergebnis:

"Das Gewehr ist nicht von Voere (Österreich), sondern von Voere Deutschland. Zwei völlig getrennte Firmen, die Produktpaletten waren unterschiedlich, die Produkte unterschiedlich - also nicht etwa eine Lizenzfertigung. Voere Deutschland gibts nicht mehr, wir haben weder Unterlagen noch Ersatzteile."

Mein anfänglicher Dank an Voere Kufstein für diese Auskunft war etwas unberechtigt - denn diese Auskunft ist falsch, zumindest stark verbogen. Ein wenig Recherche im Netz ergibt erstaunlich wenig über Voere Deutschland her - keine Sammler, keine Webseiten, keine Fans. Wenig Berichte in Waffenforen, mal eine Abzugsjustierung, mal eine Frage nach Ersatzteilen - das ist schon alles.

Zielscheibe Ein kleiner Hinweis tauchte auf - die beiden Voeres waren Schwesterfirmen - also keine Rede von völliger Trennung, und deswegen passt auch ein Magazin eines Kufstein-Halbautomaten in meinen Deutschland-Repetierer......

Jedenfalls - Voere Deutschland gibts nicht mehr. Die Produktion wurde etwa 1995 nach Insolvenz an Mauser verkauft (und Mauser konnte sich damit knapp vor dem Abgrund retten), und nach kurzer wechselvoller Geschichte ganz eingestellt. Wens interessiert - das Gewehr Titan II von Voere Deutschland hat einen ausgezeichneten Ruf bezüglich Präzision und Qualität, Verschluss und Abzug werde als außergewöhnlich beurteilt.

Der Ersatzteilbestand von Voere Deutschland wurde 1995 von einer Firma Jehn (jehn.de) übernommen. Eine Kontaktaufnahme ergab, das bis heute Teile lieferbar sind - allerdings nicht die fehlenden Visierungen, und die übrigen Teile sind entsprechend teuer - für ein wertvolleres Gewehr sicher akzeptabel, aber in diesem Falle etwas unangemessen.

Ein Kontakt zum Vorbesitzer der Büchse war leider auch erfolglos - er hatte das Gewehr selbst auf egun ersteigert und dann leider keine Zeit, um es zu restaurieren. Als er die Bilder der wiedererstandenen Büchse sah, habe ihn die Wehmut erfasst, schrieb er....

Typ 2110
Daz Einzige, was ich noch herausgefúnden habe: es scheint sich um den Typ 2110 zu handeln - jedenfalls passt dieser Typ aus der Geschichte der Firma Voere (Kufstein) bezüglich Eigenschaften und Aussehen des Schafts am besten zu dem Gewehr. (Bild Voere Kufstein) Man sieht im Bild auch den oben erwähnten voere-typischen Buckel im Hinterschaft.

So scheint es, dass die Vorgeschichte der kleinen Büchse ein Geheimnis bleiben wird.


Erste Pläne

Kann man mit so einem Gewehr an Wettbewerben teilnehmen? Naja, aus sportlichen Gründen schon - also warum eigentlich nicht? Eine Teilnahme (im BDS) ist entweder als Dienstsportgewehr möglich, (mit Diopter - dachte ich, siehe weiter unten), oder mit ZF in der freien Klasse (wenn es mehrschüssig wäre - es ist aber - ursprünglich - ein Einzellader).
Allerdings - ob ich mit Diopter/Kimme klarkomme? Mal sehen.....
Jedenfalls habe ich beschlossen, das Teil zu restaurieren - einmal, weil ich es ins Herz geschlossen habe, aber auch um mich mit Bearbeitungstechniken und Pflegetechniken an Waffen (Schaft, Brünierung, Lauf, Verschluss, Abzug) vertraut zu machen bzw. diese weiterzuentwickeln (natürlich nur im Rahmen dessen, was man allein und ohne Büchsenmacher verändern darf)..... Bei diesem Gewehr wäre der Verlust eben nicht so groß, wenn etwas schiefgeht.


Der Schaft

Für den Schaft gab es nur eine Lösung - der Lack musste runter. Nach einigen erfolglosen/aufwendigen (mechanischen) Versuchen half nur noch das komplette Abbeizen mit handelsüblichen chemischen Mitteln, welches hübsches und ansehnliches Nussbaum-Holz freilegte.


Zielscheibe

Es waren aber ziemlich grobe Kratzer zu beseitigen, die wohl von der Umschleif-Aktion am Schaft stammten, und die erstmal grossflächig ausgeschliffen werden mussten. Einige Stellen waren so tief, dass man nur lokal anschleifen und die Farbreste entfernen konnte, weil sonst zuviel Material abgetragen werden musste.

Im Bild ist der Schaft gerade fein überschliffen, wobei die schöne Maserung schon wieder sichtbar wird.
Mit etwas Mühe kamen auch die Fischhautlinien wieder schön zur Geltung.
Insgesamt ist das Ganze aber noch blass und rauh.

Zielscheibe


Eine daumennagelgroße abgeschliffene blanke Stelle in der Verschneidung wurde fein säuberlich etwas nachgefeilt, um dem Auge wieder die gesamte Struktur zu bieten - kaum noch zu sehen, dass da eine tiefe Delle im Holz ist.

Als nächstes folgten jetzt Politur und eine Behandlung mit Schaftöl. Eine Lackierung würde m.E. zu "neu" aussehen für den Schaft, der deutliche Benutzungsspuren hat und in seinem Alter auch haben darf.




Ganz nett ists geworden...die Ölbehandlung wird nochmal wiederholt (mit hellem Öl), und wenn das ganze nicht von alleine nachdunkelt, werde ich zum Abschluss eine Schicht dunkleres Öl benutzen.
 

Lauf und Abzug

Der Systemkasten hat eigentlich alle Voraussetzungen für einen Betrieb mit Magazin. Der Einzellader-Boden ist herausnehmbar, der Schacht im Lauf ist vorhanden - sieht aus wie ein gut durchdachtes Baukastensystem.....

Scloss und Lauf

Es fehlen nur Magazin, Magazinraste und das veränderte Bodenblech - wenn man einen mehrschüssigen Repetierer haben will.

Nur die fehlende Brünierung ist schon echt unangenehm.

Schloss und Lauf

Und so sieht das ganze jetzt nach einer Behandlung mit Kalt-Brünierung aus. Der erste (halbherzige) Versuch schlug fehl, aber nach eine sorgfältigen Vorbehandlung hat das bestens funktioniert.

Wers selber versuchen will - es kommt ausschliesslich auf die Vorbehandlung an - wirklich vollständige Entfernung des alten Rosts (mein Rezept: WD40 und Topfschwamm - die sanfte Sorte), und vollkommenes Entfetten und entölen, natürlich nicht mit Benzin, sondern mit Alkohol, Isopropanol, Methanol oder Aceton. Dann mehrfach dünn (!) einstreichen, und wirklich nur kurz (!) einwirken lassen, sofort abwischen. Man kanns unmittelbar wiederholen, neu einstreichen - warten - abwischen. Die Färbung im Bild ergab sich nach 5 Durchgängen, das Ganze hat weniger als 15 Minuten gedauert.



Das hat doch wieder was....



Mittlerweile habe ich ein anderes, gut erhaltenes Voere zum Vergleich geschossen - da ist doch noch ein deutlicher Mangel im Abzug und vor allem im Repetiervorgang - beim Original geht das butterweich mit einem Finger, bei meinem hakte das erheblich.
Das Haken beim Repertieren liess sich aber durch geringfügige Nacharbeit der Nase im Verschluss beseitigen - es läuft schon viel besser.



Abzugsbügel Selbst dem Kammerstengel wurde eine sorgfältige Entrostung und Politur zuteil - ebenso dem Bodenblech und dem Abzugsschutz samt Nachbrünierung. So hat das ganze denn doch deutlich gewonnen.


Schlussendlich wurde auch noch der Abzug überarbeitet. Konstruktionsgemäß hat das Teil einen ellenlangen Vorzug, einen deutlichen Druckpunkt mit ordentlicher Kraft und danach nochmal einen ziemlichen Weg, bis endlich der Schuss bricht.

Am Vorzugweg könnte man etwas machen - ist aber eigentlich nur lästig, daher blieb es, wie es ist.

An der Druckpunktfeder mochte ich (vorläufig) nichts ändern - wenn mans übertreibt, kann der Abzug vor dem Schuss hängenbleiben und würde beim Absetzen nicht zurücklaufen - das wäre ein Sicherheitsrisiko.

Am Weg nach dem Druckpunkt wurde auch (erstmal) nichts verändert - ebenfalls aus Sicherheitsgründen.

Was blieb also - alleine das Polieren beider Abzugskanten brachte die Abzugskraft auf etwa 1550 Gramm herunter, mit einem sauberen und sanften Wege bis zum Schuss - natürlich kein Matchabzug, aber für ein solches Gewehr doch noch angemessen.
 

Dioptermontage Das kleine Loch mit der Feder drin ist bei der Montage sehr wichtig - die Feder muss beim Anschrauben richtig "gerückt " werden, damit sie senkrecht steht und mit dem Ende in der dafür vorgesehenen Bohrung sitzt - anderenfalls stimmt die Abzugskraft nicht oder der Abzug läuft unsicher, und/oder die Feder wird verbogen.

Die Visierung

Zuerst hatte ich ein vorhandenes Hubertus 4x32 montiert. Dieses hat aber für Sportzwecke das falsche Absehen, und zuwenig Vergrößerung. Für Wettbewerbe geht es sowieso nicht - mit ZF muss das Gewehr ein Mehrlader sein ("Freie Klasse"). Zeitweise war ein Bushnell 6-18*40 drauf, ein nettes Glas, und trotz (ebenfalls) falschem Absehen sehr gut zu schiessen, damit habe ich die Tests gemacht.
Schlussendlich kam aber der schon angesprochene Diopter von Diana drauf.

Dioptermontage

Kleine bis mittlere Modifikationen waren erforderlich - die 11 mm-Aufnahme des Diopters passte nicht auf die gewölbte 11-mm-Aufnahme auf dem Verschlussgehäuse, so dass die Feile ordentlich Arbeit bekam.

Alle Modifikationen wurden nur am Diopter gemacht - das Gewehr ist "im Originalzustand".

Der Kammerstengel kollidierte mit dem Seitenrand der Schraubenabdeckung - das liess sich soeben passend machen.

Dioptermontage
Der Diopter muss ziemlich weit hinten sitzen, weil der Überhang (der bei einem Luftgewehr nicht stört), hier mit dem geöffneten Verschluss kollidiert.


Korntunnel

Die Befestigung des Korntunnels war ebenso problematisch. Für einen solchen Korntunnel ist der kleine Korn-Schwalbenschwanz am Lauf zu schwach - und beschädigt ist er ausserdem. Daher wurde der Tunnel mit einer Manschette um den Lauf herum befestigt - genau angepasst, hart angelötet und danach brüniert.




Diopter Das Diana hat eine grossen Verstellbereich und lässt sich trotzdem wunderbar präzise einstellen. Ein passendes Ringkorn werde ich aber noch besorgen müssen - ein Perlkorn ist doch nicht so ideal.


Dier ersten Schüsse hat das Teil schon wieder hinter sich - das Schiessen mit Diopter ist garnicht so problematisch, die Position ist ok für mich.



Nach einigen Bastelversuchen bin ich mittlerweile bei einem Ringkorn mit 2,2 mm Innen-Durchmesser - eine M2-Unterlegscheibe. Das soll natürlich nicht der Endzustand sein, aber zum Ausprobieren ist das eine preiswerte Methode, um verschiedene Ringkorngrößen auszuprobieren.

Das Zielfernohr

Absehen 1 Das schon öfter angesprochene Zielfernrohr (Bushnell 6-18x40) hat mich doch etwas genervt. So ein schönes Glas - und nur das Absehen 1. Sowas mag für die Jagd gut sein, aber für Sportzwecke......

Nachdem ich bei kleineren (und preiswerteren ;-) ZF schon mal den Schraubenzieher angesetzt hatte, um zu erkunden, wie das "drinnen aussieht", wollte ich wenigstens den Versuch machen, das Absehen zu tauschen.

Schrauben Von den Versuchen wusste ich, wo das Absehen sitzt - am Ende des langen Rohrs vor dem Okular. Der Zoom-verstellring liess sich nach dem Entfernen einer Schraube zurückstreifen, und das Okular ließ sich nach dem Lockern von drei kleinen Schrauben (etwa M 1 - da sind Uhmacherwerkzeuge angesagt) abdrehen.

ZF geöffnet Da isses ja schon. Eigentlich ganz einfach - und nach dem Herausdrehen der 3 kleinen Befestigungsschrauben konnte man das Absehen abnehmen.

Absehen Detail So sieht es aus - und die 3 Blättchen sind aus so hauchfeinem Material, dass ich Angst habe, draufzupusten....
Ein Umbau dieses Rings ist wohl nicht möglich, ohne die Blättchen zu beschädigen - den Weg zurück wollte ich mir nicht verbauen. Das Teil hat eine eigene kleine Blechdose zur Aufbewahrung bekommen.

Also an die Drehbank - und den kompletten Ring neu hergestellt - aus Messing.

Diopter Für das Fadenkreuz habe ich hauchfeine (Durchmesser 0,04 mm) Wolframdrähte benutzt. Die Drähte wurden mit einem kleine Bügel gespannt und in diesem Zustand mit Heißkleber eingeklebt - in kleine Einkerbungen im Ring. Das ganze hat mehrere Versuche gebraucht - Wolfram ist ziemlich eigensinnig (federnd), und ohne Spannung werden die Fäden krumm und schief - man schaut ja hinterher mit erheblicher Vergrößerung auf die Fäden. In diesem Bild kann man die Fäden soeben sehen.
Der Ring wurde noch geschwärzt, und schon kanns wieder zusammengebaut werden.

Mittlerweile habe ich das Bushnell überprüft - keine Parallaxe bei richtiger Entfernungseinstellung, aber eine Zoomabhängigkeit der Trefferlage (wie bei dem kleineren Glas - siehe weiter unten), nicht viel, aber bei dem großen Verstellbereich 6-18 doch merklich. Kann sein, dass mein selbstgemachtes Fadenkreuz nicht ganz genau mittig auf der optischen Achse liegt - das könnte eine Ursache sein. Ist nicht optimal, aber man stellt sowieso nicht dauernd rum, wenn man einmal seine bequeme Einstellung gefunden hat.


Umbau auf Magazinbetrieb

Magazin Nun ist mittlerweile auch ein Magazin (eines Voere Kufstein-Halbautomaten) eingetroffen - und passt in den Schacht, sehr genau sogar - das ist kein Zufall! Von wegen 2 verschiedene Firmen....

Nun fehlt noch die Magazinraste - sowas kann man kaufen oder selbst herstellen - und selbst herstellen macht natürlich viel mehr Spass.

Der Einzellader-Boden im Verschluss ist herausnehmbar, er wird nur von einer Schraube gehalten. Diese Schraube ist im Kopf so modifiziert, dass sie gleichzeitig die Auswurfkante für die leere Hülse darstellt. Fehlt der Einzellader-Boden, muss die Schraube wieder an die gleiche Stelle.
Nachdem ich einen anderen Repetierer angesehen habe, war es einfach, ein solches Teil selbst herzutellen.

Magazinraste
Nach einem Stündchen Arbeit mit Säge und Feile gabs dann auch einen selbstgemachten Magazinrasthebel - etwas schmaler als das Original, damit bequemer beim Berühren mit der Führhand, welchen bei mir ganz nahe am Magazin liegt. Das Magazin vom Automaten hat zwar hineingepasst, ist aber bei der Zuführung nicht optimal - der Magazinwinkel ist zwischen Repetierern und (Halb)Automaten etwas unterschiedlich. Ausserdem ist das 10er-Magazin schon ein ungewohnt bulliger Anblick unter dem schlichten Jagdschaft...
Ein 5er Repetierermagazin war aber auch leicht zu beschaffen, so dass jetzt alles bequem und optimal läuft.



Die Wettbewerbsteilnahme

Da habe ich einen herben Rückschlag hinnehmen müsen - das Gewehr wird im BDS nicht als Dienstsportgewehr anerkannt. Mit Diopter bleibt da nur die Teilnahme in der Klasse "Matchsportgewehr" - bis zu 9kg schwere Sport"maschinen" mit Handstop, Schulterriemen und Achselhaken - nicht ganz passend und nicht wirklich wettbewerbsfähig. Es bleibt noch das Aufsetzen eines Zielfernrohrs und die Teilnahme in der Klasse Präzisionsportgewehr - auch nicht besser - oder wenigstens in der Freien Klasse - naja....

Vorerst habe ich mich also für eine Teilnahme in der Freien Klasse entschieden (mein erster Wettkampf mit Diopter wird also noch warten müssen).
Nachdem das Bushnell 6-18x40 bereits für ein anderes Gewehr "verbraucht" wurde, habe ich ein sehr preiswertes Glas gekauft - ein 4-9x32. Ich wollte einfach schauen, ob ein solches Glas für den Zweck und das Gewehr ausreicht.
Die ersten Schießstandversuche ergaben, dass man mit der 9fachen Vergrößerung eigentlich noch klarkommt (obwohl ich gewohnterweise mehr benutze), Stabilität war auch ok, aber die Schärfeneinstellung war irgendwie schwierig - sowohl die Dioptrieneinstellung als auch die Gesamtschärfe, da gabs keine angenehme Einstellung. Das Glas hat keine Parallaxeneinstellung und damit nur eine feste Einstellung des besten Schärfepunkts - und der lag weder bei 25 noch bei 50 m. (Ich fürchte, es ware 100 Yards - ich habs aber nicht genau untersucht). Der "gute" Bereich fürs Auge ist schmaler, das Bild ist dunkler und auch etwas "schmieriger" als bei meinen beiden besseren Gläsern. Auch der Augenabstand ist viel kritischer als bei den größeren Gläsern, es gibt nur einen ganz schmalen Augenabstands-Bereich für den besten Blickwinkel. Man muss sich viel präziser vorm Glas "positionieren" - so war der erste Eindruck also eher enttäuschend.

Schliesslich habe ich an einem ruhigen Sonntag das Teil mal im Wohnzimmer fest eingespannt..... und auf ein entferntes Haus (ca. 50-60 m) gerichtet und die mögliche Verstellung genauer untersucht. Dabei war die falsche Entfernungseinstellung genau festzustellen - bei Verstellung des Okulars war entweder das Ziel scharf oder das Fadenkreuz - beides zugleich ging nicht. Was tun?

Objektivring Ein herzhafter Griff zum Objektivring brachte dann schon die Lösung - der Ring liess sich leicht abschrauben, in einem superfeinen Gewinde, und darunter kam die Linsenbefestigung zum Vorschein - mit eben dem gleichen Gewinde eingeschraubt. Flugs wurde also die Linse in diesem Gewinde verdreht (so hat der Hersteller wohl auch seinen Scharfpunkt eingestellt - man braucht eben eine Justierungsmöglichkeit für die Fertigung) und das Ganze dann in etwa auf die richtige Entfernung gebracht. Der Ring musste anschliessend sehr gut wieder festgesetzt werden - jede nur winzige Bewegung der Linse schlug sehr stark auf die Ziellage durch. Bei richtige Einstellung war dann auch fast keine Parallaxe mehr festzustellen (so habe ich das bei bisher jedem Glas festgestellt). Die Überprüfung der Zoomverstellung ergab dann leider, dass diese etwas auf die Trefferlage durchschlägt - also ist keine Verstellung nach dem korrekten Einschiessen mehr möglich, da merkt man dann doch den geringen Preis.

Beim erneuten Versuch des Einschießens ergab sich dann ein weiteres Problem. Anscheinend ist die optische Achse im Glas ziemlich schief, wenn man die Einstellung mittig hat, schielt das Glas also, und zwar sehr heftig. Im Ergebnis musste man die Verstellung in der Höhe fast bis an den Anschlag drehen - und das ist schlecht, weil sich dabei der Verstellbereich der anderen Einstellung (Seite in diesem Falle) verkleinert. Daher war es notwendig, das Glas in der vorderen Montage etwas zu unterfüttern, und damit kam die Verstellung mehr in den "normalen" Bereich.


Alles in allem also doch kleine Qualitätsprobleme, die sich aber mit etwas Aufwand beheben lassen. Was solls - es gibt eh nur eine Disziplin für dieses Teil - und auch nur einen Schützen. So ist also der vorerst letzte Stand - die BZM ruft!
Im Endergebnis - nach der richtigen Einstellung - muss ich sagen, dass es schon ein brauchbares ZF zu sein scheint, jedenfalls habe ich mir noch vorgenommen, das mal im direkten Vergleich zum Bushnell festzustellen - es stehen ja (mittlerweile) zwei gleiche Gewehre zur Verfügung.



Schön ist geworden, finde ich, und das kleinere ZF passt sich gut an die schlichte Gewehrform an.

Update nach der Landesmeisterschaft 2008

In der oben im Bild gezeigten Ausführung habe ich mit dem Teil in der BZM und in der Landesmeisterschaft teilgenommen.
Zwei erste Plätze und die Goldmedaille in der LM gehören somit der kleinen Büchse. Versprechen eingelöst!

Die nächsten Pläne stehen mittlerweile auch schon fest. Das Gewehr ist wieder auf Dioptervisierung umgerüstet. So wird es als Trainingsgewehr dienen, und wenn ich den Abzug noch besser hinbekomme, auch erneut in einem Wettkampf schiessen (Matchsportgewehr). 2009 ruft!

(Wird fortgesetzt)


Muster