Rennofenversuch

 

Die Verhüttung von Eisenerz im Rennofen war für Jahrhunderte die einzige Methode der Eisenherstellung. In der Nähe Elbingerodes befand sich vor allem am Eggeröder Brunnen ein größeres Verhüttungszentrum (durch Ausgrabungen nachgewiesen). Bei Rennöfen handelte es sich um kleinere, meist aus Lehm oder Feldsteinen gemauerte Öfen, die oft nur einmal benutzt werden konnten. Sie wurden über einen Zeitraum von einigen Stunden mit Holzkohle und Erz beschickt. Über Düsenöffnungen wurde mittels Blasebalg oder durch natürlichen Zug Luft zugeführt. Die dabei erreichten Temperaturen lagen noch deutlich unter dem Schmelzpunkt des Eisens. Schmelzflüssig wurde nur die Schlacke, die über einen Schlackekanal abrann (daher "Rennofen"). Das Eisen lagerte sich am Boden des Ofens als "Luppe"ab, einem porösen und mit Schlacke verunreinigtem Eisenschwamm. Der Vorteil dieses Eisens bestand darin, daß es schmiedbar war.

Soweit zur Theorie...

Der Gedanke, einmal einen solchen Versuch zu unternehmen, existierte schon lange in unseren Köpfen. Es klingt ja auch alles recht einfach. Wir mußten nur endlich mal anfangen... Die Probleme kamen bei der Vorbereitung von ganz allein. Baupläne gibt es nicht (ein kompletter Rennofen wurde nie ausgegraben). Im Schrifttum wird sich immer nur auf die selben wenigen Quellen bezogen. Eisenerz gibt es bei uns genug, aber welche Mischung wählt man ? Letztendlich machten wir alles so, wie wir es für richtig hielten.

 Der Versuch fand am 6.Juli 2002 auf dem Gelände des Besucherbergwerks "Drei Kronen & Ehrt" statt. Es war eigentlich Zufall, daß an diesem Tag gerade Bergmannstag gefeiert wurde, aber so hatten wir auch etwas Publikum, das von der Sache sogar recht angetan war. Der Ofen brannte von morgens bis zum späten Abend. Dabei bemühten wir uns, den ganzen Ablauf genau zu dokumentieren. Der Abbruch des Ofens erfolgte am nächsten Tag. Das Ergebnis war ein großer Klumpen Schlacke, teilweise stark magnetisch. Die erhoffte Luppe suchten wir vergeblich (einige kleinere Eisenstückchen entdeckten wir erst später durch den sich bildenden Rost). Alles in allem hatten wir nichts technisch verwertbares produziert.

 Trotzdem hat mich persönlich die Sache so fasziniert, daß ich unbedingt an dem Thema dran bleiben möchte. Der nächste Ofen wird im Oktober gebaut... Ich kann mir nicht vorstellen, daß es so eine große Wissenschaft sein soll, schließlich hat es früher Tausende solcher Öfen gegeben. Leider ist dieses Wissen fast komplett verloren gegangen.

 

Zu den Bildern: (Sie zeigen den kompletten Ablauf der Vorbereitungen.)

-Erz aus der Pinge holen

-Erz pochen

-Lehm holen

-Lehmsteine anfertigen

-Ofen mauern

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