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Benjamin Hoinle
 
       
 
 
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Forschung: Ergebnisse: Das türkische Schulsytem

Das türkische Schulsystem im Überblick

Das Schulsystem in der Türkei ist nicht wie in Deutschland aufgebaut, so dass sich schon früh entscheidet, welchen schulischen Bildungsweg ein Kind geht, sondern es ist stufenförmig aufgebaut. Das bedeutet, dass in der Türkei theoretisch alle Stufen durchlaufen werden können, sofern der Schüler die nötigen Prüfungen besteht. (klicken sie hier für mehr Informationen)

Kinder, die noch nicht im schulpflichtigen Alter sind, können in die Vorschule gehen. Dort werden sie auf die Grundschule vorbereitet, aber es wird auch darauf geachtet, dass sie Türkisch richtig und flüssig sprechen.

Der Besuch der Grundschulen (Ilkokul) dauert acht Jahre und ist obligatorisch. Neben den staatlichen Schulen gibt es ausländische Schulen sowie (beispielsweise griechische, jüdische, armenische) Minderheitenschulen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Grundschule kann ein Gymnasium besucht werden, wenn die Jugendlichen nicht bereits mit einer beruflichen Ausbildung anfangen. Es gibt verschiedene Arten von Gymnasien, von denen die Anadolu-Gymnasien mit Fremdsprachenunterricht (Anadolu Lisesi) besonders erwähnt werden sollen: Dort werden die Schüler durch Fachunterricht in einer Fremdsprache auf das Studium an einer Universität vorbereitet.

(Quelle: http://www.bteu.de/ausbildung_tuerkei.html) zurück zu den Ergebnissen

Forschung: Ergebnisse: Problematik des Fremdsprachenerwerbs

Aus einem Essay Tahir Balcis geht hervor, dass der Fremdsprachenunterricht in der Türkei beinahe nie sein Ziel erreicht. Nicht ausreichende Kompetenz der Fremdsprachenlehrer ist der wohl ausschlaggebendste Faktor dafür, dass Schüler nach dem Abschluss der Schule meist nicht in der Lage sind, kleinste Dialoge durchzuführen. Ein anderes Extrem spricht Shira J. Boss in einem Artikel an, nämlich dass Türken aufgrund der schulischen Ausbildung zum Teil in der Fremdsprache kein korrektes Türkisch sprechen könnten, genausowenig aber fließend in der Fremdsprache sind; Dies zeigt sich v.a. deutlich am Beispiel Englisch, da diese Sprache wie in vielen Ländern starken Einfluss auf die Sprache hat. Dennoch fühlen sich viele Leute in der Türkei besser, wenn sie eher gebrochenes Englisch sprechen können als fließend Türkisch.

Zurück zur Situation des Fremdsprachenunterrichts: Tahir Balci schreibt: "Die ungenügende Qualifikation der FS-Lehrer hat [u.a.] damit zu tun, dass es an den Universitäten, wo sie ausgebildet werden, ebenfalls am qualifizierten akademischen Personal mangelt. Dazu kommt noch, dass eine Lehrkraft bis zu dreißig Wochenstunden Lehrveranstaltungen halten muss, die meistens zu verschiedenen Themenbereichen gehören." Das bedeutet also, dass sich Lehrer nicht ausreichen auf ihren Unterricht vorbereiten können, da sie verschiedenste und zahlreiche Unterrichtsstunden zu bewältigen haben. Von da her ist es nachvollziehbar, dass der Fremdsprachenunterricht bzw. der Unterricht in einer Fremdsprache nicht von der besten Qualität sind. Somit haben Studenten an Universotäten beispielsweise schon gar nicht die nötigen fremdsprachlichen Voraussetzungen für ihr Studium und müssen deswegen oft private Nachhilfestunden nehmen. Hierzu kommt die Tatsache hinzu, dass im Unterricht meistens überaltete Lehrwerke benutzt werden, so dass neue moderne Lehrmethoden völlig fremd sind.

(Quellen: Shira J. Boss: Tug of war in Turkey leads to 'Tarzanish', Tahir Balci: Der Fremdsprachenunterricht in der Türkei - Methodische und lerntheoretische Überlegungen)

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23.07.2003