Gedenkseite für Thomas



Grabrede der ZF für Thomas Häfner

Liebe Angehörige,
liebe Trauergäste!

Thomas Häfner ist bei seiner größten Leidenschaft – dem Bergsteigen – gestorben.
Was Thomas für ein toller Mensch war, weiß jeder von uns nur zu einem Teil.
Wir kannten ihn als Arbeitskollegen und Freund bei den ZF-Lenksystemen. Und als solche möchten wir Ihnen - liebe Angehörige - unser tiefstes Beileid versichern.

Als wir von seinem Tod hörten, war es ganz still bei uns – wir konnten es einfach nicht fassen, ihn verloren zu haben. Tiefe Spuren hat er bei etlichen unserer Kollegen hinterlassen. Wir sind bis heute unfähig, zur normalen Tagesordnung überzugehen.

Er hat bei uns am 1. April im Jahr 2000 als einer der ersten Entwicklungs-Ingenieure der Vorausentwicklung begonnen. Das Projekt „Steer by Wire“ – also Lenken ohne Lenksäule – wurde durch sein Engagement vorangetrieben. Eine Wintererprobung in Schweden wäre ohne ihn nicht möglich gewesen. Thomas war der zentrale Mann in der SW-Entwicklung und wurde als Kompetenzträger für nahezu jedes Gebiet geschätzt. Er erkannte Probleme bevor sie entstanden.
Aber trotz seines hohen fachlichen Wissens hatte er es nicht nötig sich zu profilieren und ins Rampenlicht zu stellen. Ganz im Gegenteil: er war zurückhaltend und bescheiden. Mit seiner unermüdlichen Zielstrebigkeit und seiner warmherzigen, humorvollen Art war Thomas ein Vorbild für uns alle. Seinen Traum einer Internet-gesteuerten Blumengießanlage werden wir nicht vergessen. Thomas konnte Menschen so begeistern, dass einige Kollegen mit ihm am Wochenende gerne diese Gießanlage programmiert hätten.
Gerne denke ich auch an seinen Auszählspruch zurück, wenn es um unangenehme Aufgaben ging:
Eck, Schneck, Weg... . Manchmal traf er dabei sogar sich selbst – und alle lachten.

Aber nicht nur seine soziale Kompetenz und sein nahezu allumfassendes Fachwissen ist es, das uns um den Tod von Thomas trauern lässt. Es sind die ungezählten Hilfeleistungen, die ungezählten Stunden, in denen er mit uns gemeinsame Probleme löste. Und das immer in seiner ruhigen, bedächtigen Art. Ich habe von ihm nie gehört: das geht nicht. Das ist unmöglich. Das kann ich nicht.
Und vor allem habe ich nie gehört, er hätte keine Zeit. Er hatte sich immer Zeit genommen. Für jeden von uns. Dafür werden wir ihm immer dankbar bleiben.
Und wir bitten ihn um Verzeihung, weil wir häufig seine Zeit - über Gebühr - in Anspruch nahmen. Doch das hat er uns nie spüren lassen.

Wir haben uns an seine Kompetenz so gewöhnt, dass erst jetzt, nach seinem Tod, die Lücke spürbar wird, die er hinterlässt.
Im Wirtschaftsleben, so sagt man häufig, sei jeder ersetzbar. Das mag stimmen oder nicht. Wir wissen nur eines: Thomas ist in seiner Art, in seiner Einzigartigkeit für uns nicht ersetzbar. Seine Aufgaben müssen andere erledigen - seine Funktion ist austauschbar.
Er aber bleibt nicht ersetzbar.
Verehrte Trauergäste, so war er und so bleibt er uns in Erinnerung.
Wir verneigen uns vor unserem Kollegen Thomas und sagen ihm Dank. Wir sagen ihm Dank für seine Arbeit, seinen unermüdlichen Einsatz, seine Freundlichkeit und seine Hilfe. Uns fehlt er von nun an. Wir haben einen Freund verloren. Und als Freund hat er in uns seine Spuren hinterlassen.

Wir werden seiner stets in Dankbarkeit und Freundschaft gedenken.

(Ruhe in Frieden)


© 2003 by Samuel Brüggemeier