![[Marina Zwetajewa]](images/cvetaeva5.jpg)
Schluchzend fließt die Lethe blind
– Schuldig – doch vergeben: rinn
Lethisch, – doch nur lebend kaum
Flüsternder silbern zerfließender Baum.
Lethischer silberverplätschernder Ruf
Weinender … In der blindfließenden Gruft
Quälendes, was als Erinnerung plagt:
Silberne Weiden lethisch beklagt.
Mantel an – silbern ergraut der Stoff,
Ältlich mit trockenem Efeu gestopft.
Lege dich – Qualen geschultert – Mach
Weihrauch in lethisch erblindeter Nacht.
Schlafmohn! …
– Denn die Farbe Rot
Altert – Grau dem Purpur droht.
Sinnend – wenn's getrunken ist,
Trockenheit weiter fließt.
Leblosigkeit: wenn die Ader reißt,
Geizen sie, junge Sibylle weiß
Blindheiten, taubem Kopf als Gruß
Grau wie das Blei: der Schuss.
31. Juli 1920
Dein Banner ist nicht meines! Uns
Trennt himmelweit der Glaube.
Denn es verlässt im Drachenschlund
Der Geist mich nicht – die Taube.
Kein roter Reigentanz mit mir,
Um keinen Maibaum spring ich,
Hoch über jeder Erdentür
Steht meine Pforte – himmlisch.
Dein Siegen ist nicht meines! Denn
Mir träumten andre Siege.
Uns trennt mehr als ein Kontinent,
Wir andre Sterne lieben!
Obwohl von einem andern Stern,
Bleib ich mit dir bekannt.
Ich überquer die Brücke gern
Und reich dir stolz die Hand.
Viel dringlicher als jeden Schatz,
Lockt's mich, Ikonen anzusehn.
Hör zu: es gibt da ein Gesetz,
Dem die Gesetze unterstehn.
Vor ihm verblasst der Brilliant,
Das Messer lässt die Kehle,
Gesetz der ausgestreckten Hand,
Der weit gespannten Seele.
Es richtet uns, – so wisse dies, –
Nach einem Maß. Vom Staube
Erhebt es uns ins Paradies,
An das ich einzig glaube.
Moskau,
28. November 1920
Ich weiß, ich sterbe bei Dämmerung! Bei welcher von beiden?
Mit welcher von beiden? – Das ist vorherbestimmt nicht zu entscheiden!
Ach, könnt ich das Sterben gleich zweimal erleiden!
Mit Morgen- und mit Abendrot das Löschen der Fackel zu teilen!
Den Erdkreis habe ich tanzend durchschritten! – Tochter des Lichts!
Die Schürze mit Rosen gefüllt! – Kein Spross ist zerdrückt!
Ich weiß, ich sterbe bei Dämmerung! Keinen Habicht der Nacht
Hat Gott meiner Seele aus Schwänen zu schicken!
Das Kreuz, das ungeküsste, ich weise es zärtlich zurück,
Doch stürz ich zum Himmel, den letzten Gruß auszurichten.
Der Spalt in der Dämmerung antwortet lächelnd als Riss.
– Im Todesseufzer bleib ich zuletzt noch – ein Dichter.
Dezember 1920
»Am Grund liegt sie, im Schlamm jetzt,
Bei Algen … Ist schlafen
gegangen, – als fänd man dort Schlaf!«
»Ich liebte sie stets,
Wie zigtausend Brüder
Die Liebe nicht fühlen!«
»Hamlet!
Am Grund liegt sie, im Schlamm:
Schlamm! … Wo ihr Kranz, der gezauste,
Durchs Treibholz ans Ufer schwamm …«
»Ich liebte sie stets
Wie vierzig Tausend …«
»Weniger,
als jeder liebende Mann.
Am Grund schläft sie, wo Schlamm liegt.«
»Ich aber hab sie …
(verlegenes Stammeln)«
»… geliebt??«
5. Juni 1923
für Vera Arenskaja
Flüchtiges Pflaster!
Es quietscht – und stürzt los
Des Rads rollnder Stoß.
Zeit! Sinnlos ich haste.
In Annalen geborgen
Und Streicheln … doch Sand
Rieselt weiter unverwandt …
Zeit, hast mich betrogen!
Mit Uhrzeigern, mit den von Rädern gefrästen
Falten – und mit Amer-
ikas Neuem … – Der Krug ist leer! –
Zeit, hast falsch mir gemessen!
Zeit, wirst mich verraten!
Als Schlampe – nach Ankunft
Bald fallengelassen – »'ne Stund reicht für uns!«
– Unsre Züge, sie fahren
Nach anderem Plan! … –
Denn ich wurde geboren vorbei
An der Zeit! Umsonst um und um
Kämpfst du! Kalif nur auf Zeit:
Ihr Stunden, ich schleiche um euch herum!
1923
1
Mein Wangenrot wirst du nicht stehlen –
Es ist zu stark – ein reißender Fluss!
Nie werd' ich mich dir, dem Jäger, ergeben,
Du bist die Jagd, doch ich bin die Flucht.
Fängst nicht meine Seele lebend!
So im Galopp, aus vollem Lauf
Beißt ein Pferd, das stürzte, lieber
Sich die Halsschlagader auf
Als Vollblutaraber.
25. Dezember 1924
2
Fängst nicht meine Seele lebend,
Dies Gefieder setzt sich nicht.
Leben, reimst dich oft auf: Lügen, –
Sängers Ohr erkennt den Schlich!
Nein, kein Trick von alten Vetteln!
Zum fremden Ufer lass mich ziehn!
Leben, saugst dich voll mit Fetten,
Fettes Leben, drückst mich tief.
Grausam plagt die Fesselknochen
Rostfraß aus dem Ringelschloss!
Lebens Schneide: auf dir offen
Tanzt,
die auf das Messer hofft!
28. Dezember 1924
Für Boris Pasternak
Die Ent – fernung: Werste, Meilen …
Auseinander – gesetzt, auseinander – gestellt,
Dass sich still verhalten beide
An zwei verschiedenen Enden der Welt.
Die Ent – fernung: Werste, Weiten …
Unsere Klebung, die Lötung – zertrennt,
Zwei Arme weit zum Kreuz gespreitet.
Sie wussten nicht, dass dies nicht hemmt
Den Strom von Geist und Sehnenzügen …
Nicht zerstritten – nur verstreut;
Graben hüben …
Mauer drüben,
Zersiedelt – wir, doch ungebeugt
Wie verschworene Adler: Werste, Weiten …
Nicht zerteilt – doch aufgeteilt.
Ins Heim gesteckt, wie arme Waisen
Übers Erdenrund verteilt.
Was ist nun? März?! Wie lang noch warten
Als aus – ge – teil – ter Stapel Karten!
24. März 1925
Bruder karger Liedertafel –
Wie ich dich beneide grade.
Mög sich's so erfüllen immer
– Zu krepiern im Einzelzimmer! –
Wie alt ich bin? Einhundert Jahr?
Jeden Tag mein Traum das war.
_____
Kein Bedauern: wenig lebt' er,
Keine Trauer: wenig gab er.
Viel nur lebt – in unsern Tagen:
Wer in Liedern alles gab.
Leben (klar ist das nicht neuer
Als der Tod!) trotz Lebensadern.
Und zu irgendwas geeignet –
Haken aus der Decke ragen.
Anfang Januar 1926
Леты слепотекущий всхлип.
Долг твой тебе отпущен: слит
С Летою, – еле-еле жив
В лепете сребротекущих ив.
Ивовый сребролетейский плеск
Плачущий … В слепотекущий склеп
Памятей – перетомилась! – спрячь
В ивовый сребролетейский плач.
На плечи – сребро-седым плащом
Старческим, сребро-сухим плющом
На плечи – перетомилась! – ляг,
Ладанный, слеполетейский мрак.
Маковый …
– ибо красный цвет
Старится, ибо пурпур – сед
В памяти, ибо, выпив всю –
Сухостями теку.
Тусклостями: ущербленных жил
Скупостями, молодых сивилл
Слепостями, головных истом
Седостями: свинцом.
31 июль 1920
Твои знамена – не мои!
Врозь наши головы.
Не изменить в тисках Змеи
Мне Духу – Голубю.
Не ринусь в красный хоровод
Вкруг древа майского.
Превыше всех земных ворот –
Врата мне – райские.
Твои победы – не мои!
Иные грезились!
Мы не на двух концах земли –
На двух созвездиях!
Ревнители двух разных звезд –
Так что же делаю –
Я, перекидывая мост
Рукою смелою?!
Есть у меня моих икон
Ценней – сокровище.
Послушай: есть другой закон,
Законы – кроющий.
Пред ним – все клонятся клинки,
Все меркнут – яхонты.
Закон протянутой руки,
Души распахнутой.
И будем мы судимы – знай –
Одною мерою.
И будет нам обоим – Рай,
В которой – верую.
Москва,
28 ноября 1920
Знаю, умру на заре! На которой из двух,
Вместе с которой из двух – не решить по заказу!
Ах, если б можно, чтоб дважды мой факел потух!
Чтоб на вечерней заре и на утренней сразу!
Пляшущим шагом прошла по земле! – Неба дочь!
С полным передником роз! – Ни ростка не наруша!
Знаю, умру на заре! – Ястребиную ночь
Бог не пошлет по мою лебединую душу!
Нежной рукой отведя нецелованный крест,
В щедрое небо рванусь за последним приветом.
Прорезь зари – и ответной улыбки прорез …
– Я и в предсмертной икоте останусь поэтом!
Декабрь 1920
– На дне она, где ил
И водоросли … Спать в них
Ушла, – но сна и там нет!
– Но я ее любил,
Как сорок тысяч братьев
Любить не могут!
– Гамлет!
На дне она, где ил:
Ил!… И последний венчик
Всплыл на приречных бревнах …
– Но я ее любил
Как сорок тысяч …
– Меньше,
Все ж, чем один любовник.
На дне она, где ил.
– Но я ее –
(недоуменно)
– любил??
5 июня 1923
Вере Аренской
Беженская мостовая!
Гикнуло – и понеслось
Опрометями колес.
Время! Я не поспеваю.
В летописях и в лобзаньях
Пойманное… но песка
Струечкою шелестя…
Время, ты меня обманешь!
Стрелками часов, морщин
Рытвинами – и Америк
Новшествами… – Пуст кувшин!
– Время, ты меня обмеришь!
Время, ты меня предашь!
Блудною женой - обнову
Выронишь… – «Хоть час да наш!»
— Поезда с тобой иного
Следования!.. –
Ибо мимо родилась
Времени! Вотще и всуе
Ратуешь! Калиф на час:
Время! Я тебя миную.
1923
1
Не возьмешь моего румянца –
Сильного – как разливы рек!
Ты охотник, но я не дамся,
Ты погоня, но я есмь бег.
Не возьмешь мою душу живу!
Так, на полном скаку погон –
Пригибаюшийся – и жилу
Перекусывающий конь
Аравийский.
25 декабря 1924
2
Не возьмешь мою душу живу,
Не дающуюся, как пух.
Жизнь, ты часто руфмуешь с: лживо, –
Безошибочен певчий слух!
Не задумана старожилом!
Отпусти к берегам чужим!
Жизнь, ты явно руфмуешь с жиром.
Жизнь: держи его! жизнь: нажим.
Жестоки у ножных костяшек
Кольца, к кость проникает ржа!
Жизнь: ножи, на которых пляшет
Любящая.
– Заждалась ножа!
28 декабря 1924
Б. Пастернаку
Рас – стояние: версты, мили …
Нас рас – ставили, рас – садили,
Чтобы тихо себя вели,
По двум разным концам земли.
Рас – стояние: версты, дали …
Нас расклеили, распаяли,
В две руки развели, распяв,
И не знали, что это – сплав
Вдохновений и сухожилий …
Не рассорили – рассорили,
Расслоили …
Стена да ров.
Расселили нас как орлов-
Заговорщиков: версты, дали …
Не расстроили – растеряли.
По трущобам земных широт
Рассовали нас, как сирот.
Который уж – ну который – март?!
Разбили нас – как колоду карт!
24 марта 1925
Брат по песенной беде –
Я завидую тебе.
Пусть хоть так она исполнится
– Помереть в отдельной комнате! –
Скольких лет моих? лет ста?
Каждодневная мечта.
_____
И не жалость: мало жил,
И не горечь: мало дал.
Много жил – кто в наши жил
Дни: всё дал, – кто песню дал.
Жить (конечно не новей
Смерти!) жилам вопреки.
Для чего-нибудь да есть –
Потолочные крюки.
Начало января 1926