![[E. I. Gejtman: Alexander Puschkin (1822)]](images/puschkin.jpg)
Begraben liegt hier Puschkin, der mit jungen Musen,
Der Liebe und dem Müßiggang 'ne schöne Zeit verbracht;
Er war aus tiefster Seele – zwar tat er nie was Gutes –
Gottlob, ein guter Mensch dem Wesen nach.
1815
Man könnte, gnädges Fräulein, euch
Leicht mit 'ner Puffmutter verwechseln,
Oder mit einer Vogelscheuche,
Doch mit 'ner Grazie? – Mein Gott, nein!
1816
Wo ist unsre Rose,
Freunde, hin?
Es welkte die Rose,
Kinder der Früh.
Doch sage nie:
So welkt die Jugend!
Doch sage nie:
Des Lebens Sinn!
Das Blümchen beklage:
Verzeih, tust mir leid!
Und auf die Lilie
Statt dessen zeig.
vor 1817
Nicht lange schlugen uns in Bande
Die Liebe, Hoffnung, stiller Ruhm,
Die jugendlichen Freuden schwanden
Wie's Träume, Morgennebel tun.
Doch brennt in uns noch ein Verlangen:
Im Joch verhängnisvoller Macht
Hören wir mit Zittern, Bangen,
Wie das Vaterland erwacht.
Unser hoffnungsmüdes Harren
Auf der Freiheit heilgen Kuss
Gleicht dem jungverliebten Warten
Auf ein sichres Rendezvous.
Solange wir nach Freiheit zehren
Und noch ein Herz für Ehre schlägt,
Woll'n wir dem Vaterland verehren,
Was schöne Seelen hoch erhebt.
Denn glaub' mir, Freund, die Zeit rückt näher,
Der freudenvolle Glücksstern steigt,
Und Russland wird sich bald erwehren,
Bis jemand unsre Namen schreibt
Auf's Bruchgestein der Zarenära.
1818
Seine »Geschichte« Eleganz und Einfachheit besitzt,
Hat unvoreingenommen den Beweis erbracht,
Wie unabdingbar Selbstherrschaft
Und angenehm die Knute ist.
1818
Ich mag das Fest zur Abendstunde,
Wo den Vorsitz Frohsinn führt,
Und mein Abgott, Freiheit, munter
Als Gesetz den Tisch regiert,
Wo man bis morgens Trinke! schreit,
Zu übertönen die Gesänge,
Wo der Kreis der Gäste weit,
Und der Kreis der Flaschen eng ist.
1819
Ein Kunstbarbar mit schlaffer Hand
Befleckt das Bild eines Genies,
Indem er es voll Unverstand
Mit eignen Krakeln überzieht.
Die fremden Farben mit den Jahren
Platzen schuppenwelk herab,
Bis das, was das Genie gestaltet,
In alter Schönheit wieder strahlt.
So muss auch jener Irrtum schwinden,
Der lang schon meine Seele quält,
Bis sich Visionen wiederfinden,
Die rein der erste Tag enthält.
1819
Lila, Lila! Ach, ich leide
Eine Schwermut, die untröstlich,
Ich verzehr mich, ich entleib mich,
Mit entflammtem Herz verlösch ich;
Doch mein Leid ist völlig sinnlos,
Denn du lachst nur über mich,
Lach nur, Lila: auch gefühllos
Deine Schönheit herrlich ist.
1819
Wie soll man, kurzgefasst, in Versen dich verehren?
Die Wahrheit muss ich sagen, unverhohlen:
Und ohne nachzudenken sag ich: Bist die Lieblichste auf Erden,
Und hab ich nachgedacht, kann ich's nur wiederholen!
1819
Auf's tiefschwarze Halstuch schau ich wie im Wahn,
Die frostige Seele zerquält tiefer Gram.
Als ich noch jung und sehr leichtsinnig war,
Liebt ich eine Griechin voll Leidenschaft gar;
Das Mädchen war zärtlich, so wie's mir behagt,
Doch bald schon ereilte mich der schwarze Tag.
So lud ich mir fröhliche Gäste einst ein;
Ein grässlicher Jude trat zu mir herein;
Er zischte: »Es speisen bei dir deine Freind;
Dein griechisches Mägdlein betriegt dich gemein«.
Ich schenkte ihm Gold und ich hab ihn verflucht,
Zum Knecht, meinem treuen, erscholl laut mein Ruf.
Wir gingen; ich eilte; mein Ross galoppiert',
Das schüchterne Mitgefühl schwieg tief in mir.
Kaum hatt ich die Schwelle der Griechin erblickt,
War blind ich vor Wut, ich war ganz verrückt …
Ins hintere Zimmer trat ich ganz allein,
Wo einen Armenier die küsste, einst mein …
Ich sah nicht ein Licht mehr, mein Dolch klirrte sacht …
Den Kuss hat der Schurke zu End nicht gebracht.
Ich trat seinen kopflosen Körper noch lang,
Und blickte erbleichend auf's Mädchen, das bang.
Ich hör noch ihr Betteln … seh's Blut noch, das floss …
Es starb meine Griechin, die Liebe zerfloss!
Ich zog's schwarze Halstuch vom leblosen Hals,
Und reinigte schweigend den blutigen Stahl.
Mein Knecht, als der Abend sich finster genaht,
Warf heimlich die Körper zur Donau hinab.
Ich küsste seitdem keine Augen, so zart,
Ich hatte seitdem keine fröhliche Nacht.
Auf's tiefschwarze Halstuch schau ich wie im Wahn,
Die frostige Seele zerquält tiefer Gram.
1820
Здесь Пушкин погребен; он с музой молодою,
С любовью, леностью провел веселый век,
Не делал доброго, однако ж был душою,
Ей-богу, добрый человек.
1815
On peut très bien, mademoiselle,
Vous prendre pour une maquerelle,
Ou pour une vieille guenon,
Mais pour une grâce, – oh, mon dieu, non.
1816
Где наша роза,
Друзья мои?
Увяла роза,
Дитя зари.
Не говори:
Так вянет младость!
Не говори:
Вот жизни радость!
Цветку скажи:
Прости, жалею!
И на лилею
Нам укажи.
Любви, надежды, тихой славы
Недолго нежил нас обман,
Исчезли юные забавы,
Как сон, как утренний туман;
Но в нас горит еще желанье,
Под гнетом власти роковой
Нетерпеливою душой
Отчизны внемлем призыванье.
Мы ждем с томленьем упованья
Минуты вольности святой,
Как ждет любовник молодой
Минуты верного свиданья.
Пока свободою горим,
Пока сердца для чести живы,
Мой друг, отчизне посвятим
Души прекрасные порывы!
Товарищ, верь: взойдет она,
Звезда пленительного счастья,
Россия вспрянет ото сна,
И на обломках самовластья
Напишут наши имена!
1818
В его «Истории» изящность, простота
Доказывают нам, без всякого пристрастья,
Необходимость самовластья
И прелести кнута.
1818
Я люблю вечерний пир,
Где веселье председатель,
А свобода, мой кумир,
За столом законодатель,
Где до утра слово пей!
Заглушает крики песен,
Где просторен круг гостей,
А кружок бутылок тесен.
1819
Художник-варвар кистью сонной
Картину гения чернит
И свой рисунок беззаконный
Над ней бессмысленно чертит.
Но краски чуждые, с летами,
Спадают ветхой чешуей;
Созданье гения пред нами
Выходит с прежней красотой.
Так исчезают заблужденья
С измученной души моей,
И возникают в ней виденья
Первоночальных, чистых дней.
1819
Лила, Лила! я страдаю
Безотрадною тоской,
Я томлюсь, я умираю,
Гасну пламенной душой;
Но любовь моя напрасна:
Ты смеешься надо мной.
Смейся, Лила: ты прекрасна
И бесчувственной красой.
1819
Что можем стихами молвить ей?
Мне истина всего дороже.
Подумать не успев, скажу: ты всех милей;
Подумав, я скажу все то же.
1819
Гляжу, как безумный, на черную шаль,
И хладную душу терзает печаль.
Когда легковерен и молод я был,
Младую гречанку я страстно любил;
Прелестная дева ласкала меня,
Но скоро я дожил до черного дня.
Однажды я созвал веселых гостей;
Ко мне постучался презренный еврей;
«С тобою пируют (шепнул он) друзья;
Тебе ж изменила гречанка твоя».
Я дал ему злата и проклял его
И верного позвал раба моего.
Мы вышли; я мчался на быстром коне;
И кроткая жалость молчала во мне.
Едва я завидел гречанки порог,
Глаза потемнели, я весь изнемог…
В покой отдаленный вхожу я один…
Неверную деву лобзал армянин.
Не взвидел я света; булат загремел…
Прервать поцелуя злодей не успел.
Безглавое тело я долго топтал,
И молча на деву, бледнея, взирал.
Я помню моленья… текущую кровь…
Погибла гречанка, погибла любовь!
С главы ее мертвой сняв черную шаль,
Отер я безмолвно кровавую сталь.
Мой раб, как настала вечерняя мгла,
В дунайские волны их бросил тела.
С тех пор не целую прелестных очей,
С тех пор я не знаю веселых ночей.
Гляжу, как безумный, на черную шаль,
И хладную душу терзает печаль.
1820