[T. Rajt: A. S. Puschkin]

Alexander Puschkin (1799 – 1837)

Dem Dichter

Auf Volkes Gunst darfst, Dichter, du nicht schwören.
Begeisterter Applaus wird schnell verdrängt
Von dummem Urteil, du wirst kaltes Lachen hören;
Doch du bleib fest, gelassen, ernst und streng.

Als Kaiser bleib allein. Auf freien Wegen
Geh dorthin, wo Verstand in Freiheit lebt,
Wo der Gedanke höchste Früchte trägt,
Und fordre keinen Lohn für solches Leben.

Der Lohn liegt in dir selbst. Bist selbst dein höchster Richter;
Viel strenger urteilst du, ein auserwählter Dichter,
Als alle andern, kannst du je zufrieden sein?

Zufrieden? Lass der Menge ihren Zank,
Ihr Geifern am Altar, auf dem dein Dreibein schwankt
Und kindlich-nüchtern flammt dein hehrer Feuerschein.

1830


Die Teufel

Donnerwolken stürmen, jagen
Und der Mond, der nicht zu sehn,
Lässt den Wirbelschnee erstrahlen;
Finster Nacht und Himmel stehn.
Durch das freie Feld zu fahren;
's Glöckchen bimmelt klingeling,
Schrecken rauft an meinen Haaren;
Ebne, fremd: ich mittendrin!

»Vorwärts, Kutscher!« – »Herr, unmöglich:
Das Gespann ist ausgelaugt,
Windsbraut blendet mir die Augen,
Alle Wege sind verbaut!
Schlagt mich tot, die Spurn verwischten;
Wir sind fällig! Was nur tun!
Teufel führt uns offensichtlich,
Seht, dort wirbelt er herum.

Schaut nur, wie er spielend waltet.
Seht! er pustet, spuckt mich an,
Fort! er lockt in eine Spalte
Unser scheuendes Gespann;
Einen Werstpfahl, der verwunschen,
Hat er vor mich hingestellt;
Funkelt dort als schwacher Funken
Und verschwindet wieder schnell.«

Donnerwolken stürmen, jagen
Und der Mond, der nicht zu sehn,
Lässt den Wirbelschnee erstrahlen;
Finster Nacht und Himmel stehn.
Kraftlos sind wir, 's geht nicht weiter;
's Glöckchen wurde plötzlich stumm;
Pferde stehn … »Dort auf der Heide?« –
»Ist's ein Wolf? Wer weiß! Ein Stumpf?«

Böse Windsbraut jault und zetert
Und die Pferde schnaufen matt;
Doch schon jagt der Teufel weiter,
Augen funkeln in der Nacht
Bis die Pferde weitertraben,
's Glöckchen bimmelt klingeling.
Sieh, wie Geister, sich beratend,
Durch die weiße Ebne ziehn.

Teuflisch, scheußlich, ohne Ende
Spielen sie im Mondenglanz.
Ihre bunte Schar, sie tändelt,
Wie das Laub im Herbstwind tanzt …
Viele sind's! Wohin sie jagen?
Klagen hört man und ein Schrein.
Ob sie einen Geist begraben
Oder eine Hexe frein?

Donnerwolken stürmen, jagen
Und der Mond, der nicht zu sehn,
Lässt den Wirbelschnee erstrahlen;
Finster Nacht und Himmel stehn.
Teufel reiten reihenweise
In der Höhe unbegrenzt,
Klagen, Heulen und ein Schreien
In der Brust das Herz beengt …

1830


Elegie

    Erloschener Frohsinn wahnsinniger Jahre
Bedrückt mich, wie der leidge Morgenkater,
Der Schmerz vergangner Tage wirkt wie Wein
Je älter desto stärker auf mich ein.
Mein Weg ist trostlos. Gram und Arbeit schwer
Verheißt der Zukunft aufgewühltes Meer.

    Noch möchte ich nicht sterben, meine Freunde;
Will leben, um zu denken und zu leiden;
Und seh voraus, es nahn sich andre Wonnen,
Wenn Unruh, Sorgen, Bitternisse kommen:
Werd Harmonie zuweilen wieder trinken,
In Tränen vor Erdichtetem versinken,
Vielleicht wird auch die Liebe an mich denken,
Beim Abgang traurig mir ein Lächeln schenken.

1830


* * *

Der Taube lud den Tauben dem tauben Richter vor,
Der Taube schrie: »Der Taube hat meine Kuh entführt!«
»Erbarmen«, rief dem Richter der Taube laut ins Ohr,
»Dem toten Oheim schon hat's brache Land gehört.«
Der Richter schloss: »Nun Schluss mit der Verkommenheit.
Die brave Maid hat schuld, verheiratet sie gleich.«

1830


Abschied

Letztmals deiner Zartgestalt
Durft ich Zärtlichkeiten schenken –
So mein Traum. Mit Herzenskraft
Und mit Wonne, ängstlich, zaghaft
Wag ich deiner zu gedenken.

Ändernd schreitet unsre Zeit,
Alles ändernd, uns verändernd.
Schon trägst du für mich ein Kleid
Wie aus Grabes Dunkelheit,
Auch für dich mein Leben endet.

Ferne Freundin, nimm den Abschied
Meines Herzens in Empfang,
Als ob ein Gatte von dir schied,
Wie Freund in Freundes Armen liegt,
Wenn's ihm stumm vorm Kerker bangt.

1830


Verse,
nachts verfasst
während einer Schlaflosigkeit

Ich schlafe nicht, kein Lichtlein brennt,
Nur Finsternis, lästiges Sinnen.
Eintönig an Zeit erinnert
Meine Uhr, die leis ertönt.
Weibisch hör ich Parzen plappern,
Nächtlich-stilles Schlafgerappel,
Mäuselebens Trippelschlich –
Warum nur bewegt es mich?
Ist's das Murren, ist's das Klagen
Der von mir verprassten Tage,
Was aus diesem Flüstern spricht?
Was nur willst du mir bedeuten?
Rufst du, Zukunft anzudeuten?
Ich versuch dich zu verstehn,
Einen Sinn in dir zu sehn …

1830


* * *

Zur fernen Küste deiner Heimat
Verließest du das fremde Land;
In unvergessener, trauriger Stunde
Lang ich weinend vor dir stand.
Meine erkaltenden, bebenden Hände
Suchten dich zurückzuhalten;
Mein Seufzen bat, nicht zu beenden
Des Abschieds quälerisches Walten.

Doch meinen bittren Zärtlichkeiten
Sich dein Lippenpaar entwand;
Aus der Verbannung finstren Weiten
Riefst du mich ins andre Land.
Du sprachst: »Am Tag des Wiedersehens
Unter dem ewig blauen Himmel
Im Schatten der Oliven stehend,
Wird uns neu die Liebe finden.«

Doch, weh, wo hell der Himmelsbogen
Im blauen Glitzerlicht erstrahlt,
Olive Schatten gibt den Wogen,
Dort schläfst du deinen letzten Schlaf.
Und deine Schönheit, deine Leiden
Die Grabesurne mit sich nahm –
Und auch den Kuss des treuen Freundes …
Doch warte nur, er folgt dir nach …

1830


Aus Barry Cornwall

           Here's a health to thee, Mary

Ich trink, Mary, auf dein Wohl,
Meine liebste Mary mein.
Leis verschloss ich Tür und Tor,
Ohne Gäste, ganz allein,
Trink ich, Mary, auf dein Wohl.

Man kann schöner sein als Mary,
Schöner noch als Mary mein,
Diese kleine süße Peri;
Doch man kann nicht lieber sein,
Als die flinke, zarte Mary.

Sei doch glücklich, liebe Mary,
Meines Lebens Sonnenschein!
Kein Verlust, und keine Schwermut,
Und kein trüber Tag voll Pein
Solln verstören meine Mary.

1830


Zigeuner

Über waldbedeckte Strände,
Wenn der Abend still erwacht,
In den Zelten: Lärm, Gesänge …
Und die Feuer sind entfacht.

Grüß euch, glückliche Gesellen!
Kenne eure Feuer gleich;
Wäre selbst in diesen Zelten
Zeitweilig gern mitgereist.

Morgen, mit den ersten Strahlen,
Macht ihr frei euch auf den Weg.
Ihr geht fort – doch dieses Mal
Bleibt der Dichter weit zurück.

Er hat das Nomadenlager
Und die altbekannten Streiche
In ein stilles Haus verlagert,
Auf des Dorfs Gemütlichkeit.

1830


* * *

Vor dem Grabmahl, hehr und traut,
Steh ich mit tief gesenktem Haupt …
Ringsum schläft alles, golden leuchtet
Im finstren Dom der Kerzenschein
Auf riesige, granitne Pfeiler
Und deren Banner lange Reihn.

Darunter ruht so würdevoll
Der nordischen Armeen Idol,
Beherrschten Landes starker Wächter,
Befrieder aller seiner Feinde,
Blieb von gerühmter Schar alleine
Der Adler Katharinas Bester.

Begeistrung lebt in deinem Sarg!
Mit Russlands Stimme laut er sagt,
Was einst in jenem Jahr geschehn,
Als unsres Volks gläubige Stimme
Auf deine graue Stirn gesehn
Und rief: »Geh, rette!« Und du gingst …

Lausch jetzt auch uns, nach treuem Brauch
Den Zaren rette und uns auch,
Erschein an deines Grabes Tür,
O alter Kämpe! Und ergreife
Den Stab, gib Kampfesmut und -eifer
Den Heeren, einst von dir geführt!

Erschein und zeig mit deiner Hand
Den rechten Heerführer uns an:
Wer ist dein Erbe, dein Erwählter!
Doch ruht der Dom in tiefem Schweigen,
Dein Kriegergrab in stiller Kälte
Beschützt den Schlaf der Ewigkeiten …

1831


Поэту

Поэт! не дорожи любовию народной.
Восторженных похвал пройдет минутный шум;
Услышишь суд глупца и смех толпы холодной,
Но ты останься тверд, спокоен и угрюм.

Ты царь: живи один. Дорогою свободной
Иди, куда влечет тебя свободный ум,
Усовершенствуя плоды любимых дум,
Не требуя наград за подвиг благородный.

Они в самом себе. Ты сам свой высший суд;
Всех строже оценить умеешь ты свой труд.
Ты им доволен ли, взыскательный художник?

Доволен? Так пускай толпа его бранит
И плюет на алтарь, где твой огонь горит,
И в детской резвости колеблет твой треножник.

1830


Бесы

Мчатся тучи, вьются тучи;
Невидимкою луна
Освещает снег летучий;
Мутно небо, ночь мутна.
Еду, еду в чистом поле;
Колокольчик дин-дин-дин…
Страшно, страшно поневоле
Средь неведомых равнин!

«Эй, пошел, ямщик!…» – «Нет мочи:
Коням, барин, тяжело;
Вьюга мне слипает очи;
Все дороги занесло;
Хоть убей, следа не видно;
Сбились мы. Что делать нам!
В поле бес нас водит, видно.
Да кружит по сторонам.

Посмотри: вон, вон играет,
Дует, плюет на меня;
Вон – теперь в овраг толкает
Одичалого коня;
Там верстою небывалой
Он торчал передо мной;
Там сверкнул он искрой малой
И пропал во тьме пустой».

Мчатся тучи, вьются тучи;
Невидимкою луна
Освещает снег летучий;
Мутно небо, ночь мутна.
Сил нам нет кружиться доле;
Колокольчик вдруг умолк;
Кони стали… «Что там в поле?» –
«Кто их знает? пень иль волк?»

Вьюга злится, вьюга плачет;
Кони чуткие храпят;
Вот уж он далече скачет;
Лишь глаза во мгле горят;
Кони снова понеслися;
Колокольчик дин-дин-дин…
Вижу: духи собралися
Средь белеющих равнин.

Бесконечны, безобразны,
В мутной месяца игре
Закружились бесы разны,
Будто листья в ноябре…
Сколько их! куда их гонят?
Что так жалобно поют?
Домового ли хоронят,
Ведьму ль замуж выдают?

Мчатся тучи, вьются тучи;
Невидимкою луна
Освещает снег летучий;
Мутно небо, ночь мутна.
Мчатся бесы рой за роем
В беспредельной вышине,
Визгом жалобным и воем
Надрывая сердце мне…

1830


Элегия

    Безумных лет угасшее веселье
Мне тяжело, как смутное похмелье.
Но, как вино – печаль минувших дней
В моей душе чем старе, тем сильней.
Мой путь уныл. Сулит мне труд и горе
Грядущего волнуемое море.

    Но не хочу, о други, умирать;
Я жить хочу, чтоб мыслить и страдать;
И ведаю, мне будут наслажденья
Меж горестей, забот и треволненья:
Порой опять гармонией упьюсь,
Над вымыслом слезами обольюсь,
И может быть – на мой закат печальный
Блеснет любовь улыбкою прощальной.

1830


* * *

Глухой глухого звал к суду судьи глухого,
Глухой кричал: «Моя им сведена корова!» –
«Помилуй, – возопил глухой тому в ответ, –
Сей пустошью владел еще покойный дед».
Судья решил: «Чтоб не было разврата,
Жените молодца, хоть девка виновата».

1830


Прощание

В последний раз твой образ милый
Дерзаю мысленно ласкать,
Будить мечту сердечной силой
И с негой робкой и унылой
Твою любовь воспоминать.

Бегут меняясь наши лета,
Меняя всё, меняя нас,
Уж ты для своего поэта
Могильным сумраком одета,
И для тебя твой друг угас.

Прими же, дальная подруга,
Прощанье сердца моего,
Как овдовевшая супруга,
Как друг, обнявши молча друга,
Пред заточением его.

1830


Стихи,
сочиненные ночью
во время бессонницы

Мне не спится, нет огня;
Всюду мрак и сон докучный.
Ход часов лишь однозвучный
Раздается близ меня.
Парки бабье лепетанье,
Спящей ночи трепетанье,
Жизни мышья беготня…
Что тревожишь ты меня?
Что ты значишь, скучный шепот?
Укоризна, или ропот
Мной утраченного дня?
От меня чего ты хочешь?
Ты зовешь или пророчишь?
Я понять тебя хочу,
Смысла я в тебе ищу…

1830


* * *

Для берегов отчизны дальной
Ты покидала край чужой;
В час незабвенный, в час печальный
Я долго плакал пред тобой.
Мои хладеющие руки
Тебя старались удержать;
То мленье страшное разлуки
Мой стон молил не прерывать.

Но ты от горького лобзанья
Свои уста оторвала;
Из края мрачного изгнанья
Ты в край иной меня звала.
Ты говорила: «В день свиданья
Под небом вечно голубым,
В тени олив, любви лобзанья
Мы вновь, мой друг, соединим».

Но там, увы, где неба своды
Сияют в блеске голубом,
Где тень олив легла на воды,
Заснула ты последним сном.
Твоя краса, твои страданья
Исчезли в урне гробовой –
А с ними поцелуй свиданья…
Но жду его; он за тобой…

1830


Из Barry Cornwall

           Here's a health to thee, Mary

Пью за здравие Мери,
Милой Мери моей.
Тихо запер я двери
И один без гостей
Пью за здравие Мери.

Можно краше быть Мери,
Краше Мери моей,
Этой маленькой пери;
Но нельзя быть милей
Резвой, ласковой Мери.

Будь же счастлива, Мери,
Солнце жизни моей!
Ни тоски, ни потери,
Ни ненастливых дней
Пусть не ведает Мери.

1830


Цыганы

Над лесистыми брегами,
В час вечерней тишины,
Шум и песни под шатрами,
И огни разложены.

Здравствуй, счастливое племя!
Узнаю твои костры;
Я бы сам в иное время
Провождал сии шатры.

Завтра с первыми лучами
Ваш исчезнет вольный след,
Вы уйдете – но за вами
Не пойдет уж ваш поэт.

Он бродящие ночлеги
И проказы старины
Позабыл для сельской неги
И домашней тишины.

1830


* * *

Перед гробницею святой
Стою с поникшею главой…
Всё спит кругом; одни лампады
Во мраке храма золотят
Столпов гранитные громады
И их знамен нависший ряд.

Под ними спит сей властелин,
Сей идол северных дружин,
Маститый страж страны державной,
Смиритель всех ее врагов,
Сей остальной из стаи славной
Екатерининских орлов.

В твоем гробу восторг живет!
Он русский глас нам издает;
Он нам твердит о той године,
Когда народной веры глас
Воззвал к святой твоей седине:
«Иди, спасай!» Ты встал – и спас…

Внемли ж и днесь наш верный глас,
Встань и спасай царя и нас,
О старец грозный! На мгновенье
Явись у двери гробовой,
Явись, вдохни восторг и рвенье
Полкам, оставленным тобой!

Явись и дланию своей
Нам укажи в толпе вождей,
Кто твой наследник, твой избранный!
Но храм – в молчанье погружен,
И тих твоей могилы бранной
Невозмутимый, вечный сон…

1831


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Dem Dichter
Поэту
 
Die Teufel
Бесы
 
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Der Taube lud den Tauben …
Глухой глухого звал к суду
 
Abschied
Прощание
 
Verse, nachts verfasst
Стихи, сочиненные ночью
 
Zur fernen Küste deiner Heimat
Для берегов отчизны дальной
 
Aus Barry Cornwall
Из Barry Cornwall
 
Zigeuner
Цыганы
 
Vor dem Grabmahl, hehr und traut
Перед гробницею святой

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