6.1.3. Ableitung der Hypothesen

Eine Erkrankung steht im Gesamtzusammenhang des Lebensvollzuges eines Menschen (Hofmann, 1981). Laut Siegrist (1990) ist soziale Unterstützung von enormer Bedeutung als Coping-Ressource in Bezug auf chronische Erkrankungen. Die als gravierend erlebten sozialen Faktoren können zu einer Störung des psychobiologischen Gleichgewichts führen. Soziale Faktoren können eine Krankheitsmanifestation bewirken und zu einer Verschlechterung des klinischen Zustandes führen (Kallert,1993). Familiäre Unterstützung kann zu einer emotionalen Entlastung führen und einen Prädikator für die Verringerung eines Vermeidungs-Coping im zeitlichen Verlauf darstellen (Fondacaro & Holahan, 1987).

Diesen Ausführungen folgend wird somit angenommen, dass die hohe subjektive Belastung der untersuchten Stichprobe eng mit fehlender sozialer Unterstützung korreliert.
Aus den zuvor dargestellten Theorien und der daraus resultierenden zentralen Fragestellung lassen sich folgende Hypothesen ableiten (vgl. Kapitel 6.5.4.2.):

1. Es besteht ein negativer Zusammenhang zwischen dem Grad der subjektiven Belastung und der tatsächlich erhaltener Unterstützung.

2. Es wird angenommen, dass dieser Zusammenhang hoch korreliert.

3. Es besteht ein negativer Zusammenhang zwischen Depression und emotionaler Unterstützung.

4. Es wird angenommen, dass zwischen Somatisierung und der Unterstützung durch die Lebenspartner ein negativer Zusammenhang besteht.

5. Es wird hypothetisiert, dass ein negativer Zusammenhang zwischen Somatisierung und der Zufriedenheit mit der Unterstützung durch die Lebenspartner besteht.

6. Hinsichtlich der psychosozialen Befindlichkeit zeigen heterosexuelle Probanden und homosexuelle Männer Unterschiede.

7. Es wird angenommen, dass homosexuelle Probanden höhere GSI Werte aufweisen als heterosexuelle Probanden.

8. Es wird hypothetisiert, dass Frauen mehr emotionale Unterstützung erhalten.

9. Es wird angenommen Frauen mit erhaltener emotionaler Unterstützung zufriedener sind als Männer.