6.1.1. Datenerhebung und Auswertungsmethode

Im folgenden wird die der Auswertung zugrundeliegende Erhebung beschrieben.

Freiwillige Patienten erreichte ich durch Aushänge und Faxe in HIV-Schwerpunktpraxen, Kliniken, HIV-Ambulanzen, AIDS-Hilfen und ambulanten Pflegestationen. Gesucht wurden Patientinnen und Patienten in allen Krankheitsstadien: HIV-positiv ohne Beschwerden, HIV-positiv mit gelegentlichen Beschwerden, HIV-positiv mit häufigen Beschwerden sowie Patienten und Patientinnen der AIDS-Stadien I-IV. Der so gemessene Erkrankungsquerschnitt sollte in seinem aktuellen Befindlichkeitsprofil mit dem derzeit erhaltenen Rückhalt in Verbindung gebracht werden. Positive Rückmeldungen erhielt ich aus folgenden Städten in Nordrhein Westfalen:

Aachen, Bonn, Köln, Leverkusen, Krefeld, Düsseldorf, Neuss, Bochum, Duisburg, Essen, Dortmund, Wuppertal, Solingen und Münster.

Die Untersuchung wurde im Zeitraum von September 1998 bis April 1999 durchgeführt.

Da es nachteilig sein kann, Fragebögen auf postalischem Weg zu versenden, da sich solche Bögen einer situativen Überprüfung, unter denen der Bogen ausgefüllt wurde, entziehen, wurde in der vorliegenden Untersuchung eine geführte Befragung durchgeführt. Der Vorteil lag darin, dass so auch Patienten für die Studie erreichbar waren, die sich aufgrund ihres Erkrankungsstadiums einer stationären Behandlung unterziehen mussten. Diese Patientengruppe wäre auf postalischem Weg nicht erreichbar gewesen.
Jeder Patient wurde um das Ausfüllen des Fragebogens gebeten, bei Schwerstkranken wurde, wenn es nötig erschien, Hilfestellung beim Ausfüllen gegeben. Jeder Fragebogen umfasst drei Teile, einen nicht-standardisierten demographischen Bogen, die psychometrische Symptom-Check-Liste und den Fragebogen über „erhaltenen sozialen Rückhalt“. Die Bearbeitung des gesamten Untersuchungsinstrumentariums beträgt etwa 40 Minuten. Die Fragebögen wurden codiert und die Namen der Patienten niemals, zur Wahrung der Anonymität, notiert. Durch die vorgenommene Codierung ist es möglich, die durchgeführte Einmalmessung in einer Re-Test-Methode zu einem späteren Zeitpunkt erneut durchzuführen, um zu Längsschnittergebnissen zu kommen. Außer 10 Patienten willigten alle Untersuchten ein, an einer wiederholten Messung im Rahmen der geplanten Dissertation, teilzunehmen. Diese Bögen wurden mit einem zusätzlichem Code versehen. Verweigerten Patienten diese Form der Befragung, wurde dies akzeptiert. Insgesamt konnte die Untersuchung von 150 HIV-Positiven und AIDS-Erkrankte in einem Querschnitt vorgenommen werden.


Das erste HIV-seropositive Testergebnis:

Da der genaue Infektionszeitpunkt retrospektiv nicht festzustellen ist, wurde nach dem Zeitpunkt des ersten seropositiven Ergebnisses gefragt, um zu einer zeitlichen Abschätzung der Infektionsdauer zu kommen.

Auf die Einbeziehung weiterer objektiver Parameter wurde aufgrund der psychosozialen Fragestellung dieser Arbeit verzichtet.
Zudem entstehen bei der Erhebung rein objektiver physiologischer Variablen methodische Probleme, wenn belastende und aufwendige Methoden, z.B. die Abnahme von Blutproben, zu zusätzlichen Stressoren werden. Beim Einsatz subjektiver Erhebungsmethoden, wie in der vorliegenden Studie, ist die Belastung der Probanden um ein vielfaches geringer. Ferner zeigen subjektiv skalierte Symptome eine engere Korrelation mit emotionalen Zuständen (Pennebaker ,1982).

Die Auswertung erfolgte bei kleineren Rechnungen durch den Taschenrechner; die Reliabilitätsanalysen und Faktorenanalysen der eingesetzten Messinstrumente, die Korrelationsberechnungen, die Regressionsanalyse, die graphischen Darstellungen sowie weitere Berechnungen erfolgten durch das „Statistical Package for Social Sciences (SPSS für Windows 7.5)“. Die Textverarbeitung wurde mit „Microsoft-Word“ vorgenommen