6.4.2. Der Fragebogen zur erhaltenen Unterstützung (UNTERST)

Dieser Fragebogen besteht aus fünf verschiedenen Items. Vier Items decken die informationelle, instrumentelle, bewertende und emotionale Unterstützung ab, und das fünfte Item erfasst die Reziprozität der Unterstützung. Die erste Unterskala des Fragebogens (UNTERST A) fragt nach den verschiedenen Formen der Unterstützung und nach den Support-Gebern. UNTERST B, als zweite Unterskala, fragt nach der Zufriedenheit mit der Unterstützung.
Zur Überprüfung der inhaltlichen Struktur unterzog ich diesen Fragebogen einer Faktorenanalyse. Folgende Kriterien zur Annahme einer Faktorenanalyse wurden dabei zugrunde gelegt:

1. Jeder Faktor hat einen Eigenwert >1 und wird durch mindestens drei Variablen mit Faktorenladungen (a2) und Kommunalitäten (h2) > 5 definiert (Bortz, 1993).

2. Der Anteil der Gesamtvarianz, der von einem Faktor bestimmt wird, beträgt mindestens 5% (Clauß & Ebner, 1989)

3. Die Maße der internen Konsistenz und die Trennschärfen (rit) liegen in einem zufriedenstellenden Bereich (Lienert, 1989).

Die Quellenspezifität (siehe Kapitel 4) sollte durch die faktorenanalytische Überprüfung belegt werden. Daher wurde der Fragebogen zur erhaltenen Unterstützung einer Faktorenanalyse nach der Hauptkomponentenmethode mit Kommunalitäteniterationen und einer orthogonalen Varimaxrotation unterzogen.
Hierbei konnten 8 von 9 Faktoren der rotierten Komponentenmatrixa in die statistische Berechnung aufgenommen werden.
Die Faktorenanalyse bestätigte die Quellenspezifität und somit wurde die Skala UNTERST A durch 8 Faktoren repräsentiert.



Tab.6.15.: Reliabilitäten und Varianzaufklärung der extrahierten Faktoren (UNTERST).

Insgesamt können die 8 Faktoren eine Varianz von 80,8 % aufklären. Der Faktor I stellt mit 29,2 % den größten Anteil an der Gesamtvarianz. Die Quelle die durch diesen Faktor repräsentiert wird (Geschwister) wird als besonders unterstützend erlebt. Die Faktoren sind inhaltlich so zu interpretieren, dass die Supportquelle deutlich dominiert. Dies besagt, dass offensichtlich die Quelle des Supports und nicht die Art der Unterstützung von Bedeutung ist (vgl. Kapitel 4). Die für die eigene Untersuchung durchgeführte Faktorenanalyse bestätigt hinsichtlich des Verlustes wichtiger Supportquellen die Studien der Forscher Franke (1990) und Jäger (1989).