4.7. Die Effekte der sozialen Unterstützung

Die Supportforschung geht davon aus, dass es eine Korrelation zwischen Social Support und Distress gibt. Unter Distress versteht man Krankheiten oder negative Befindlichkeiten. Im Intensitätsverlauf zeigen sich zwei parallele Steigungen von Stress und Distress, das heißt je mehr Stress eine Person hat und empfindet, desto größer ist auch der Distress. In der gegenseitigen Abhängigkeit ist Social Support die unabhängige Variable, und der Distress die abhängige Variable, das bedeutet, je mehr Unterstützung wahrgenommen wird, desto weniger Distress empfindet eine Person. Die Möglichkeit, dass die Korrelation durch einen dritten Faktor bedingt, positive als auch negative Zustände bewirkt, muss ausgeschlossen werden.

Es gibt nach Schwarzer (1989) Modelle, die, in Pfaddiagrammen ausgedrückt, den Zusammenhang und die Wirkung von Stress und Social Support erklären.

Abb.4.6.: Das Kompensationsmodell, (Schwarzer & Leppin, 1989a, 41).

Sowohl der Stress als auch die soziale Unterstützung wirken im additiven Modell auf das Distressempfinden ein. Positiv empfundene Erlebnisse können die Stressempfindung reduzieren oder ausgleichen, wobei stark empfundener Stress den Distress fördert, Social Support ihn jedoch mindert.

1. Das Präventionsmodell

Abb.4.7.: Das Präventionsmodell (Schwarzer & Leppin, 1989,42).


Im Präventionsmodell ist kein direkter Effekt von Social Support auf den Distress zu beobachten. Eine Unterstützung wird schon vor Einsetzen eines Stressfaktors gegeben, und dies impliziert , dass das Auftreten von Stressoren gemindert oder gar verhindert wird. So können durch Verhaltensregeln Probleme umgangen oder gar vermieden werden. Es ist davon auszugehen, dass sozial gut eingebettete Personen Probleme als geringer belastend einschätzen als Personen ohne soziales Netzwerk.

Abb.4.8.: Das weniger restriktive Modell, (Schwarzer & Leppin, 1989a, 43).

Bei den Modellen 1 und 2 geht man von einer Nullkorrelation aus. Beim weniger restriktiven Modell geht man von einer direkten mindernden Wirkung des Social Support auf den Distress aus. Der zweite Effekt ist ein indirekter über den Stress.