6.5.2. Ergebnisse des Fragebogens zur „erhaltenen“ Unterstützung (UNTERST)

Für diese Skala ist die Faktorenlösung akzeptiert worden, und es werden zunächst Ergebnisse vorgestellt, die die gesamte Skala betreffen. Anschließend werden die Ergebnisse der Subskalen besprochen.
Die insgesamt erhaltene durchschnittliche Unterstützung (UNTERST A) liegt in einem sehr niedrigen Bereich (x = .80, s = .49, SD = .004). Die instrumentelle Unterstützung durch Freunde (x = 2.13, s = 1.02, SD = .008) und durch Geschwister (x = 1.89, s =1.12,SD = .009) stellen sowohl die häufigste Form des Supports, als auch die häufigste Support-Quelle, dar. Dies bedeutet, dass die HIV- und AIDS Patienten von ihren Freunden und von den Geschwistern die wichtigste Unterstützung in Form von „Hilfe durch Taten“ beziehen.


1. Subskala „Unterstützung durch die Eltern“

Durchschnittlich erhielten die Probanden von ihren Eltern wenig Unterstützung (x = 1.45, s = 1.21, SD = .008). Mit x = 1.69, s = 1.27 und SD = .10 gibt der instrumentelle Support die tatsächliche erhaltene Unterstützung am besten wieder. Am wenigsten Unterstützung erhalten die Patienten im Bereich des informationellen Supports (x = 1.29, s = 1.26, SD = .10). Insgesamt ist die emotionale Unterstützung sehr gering, wobei die Eltern eher „Verständnis“ zeigen als ihren erkrankten Kindern „Mut“ zuzusprechen (x = 1.33, s = 1.33, SD = .10).


2. Subskala „Unterstützung durch die Geschwister“

Die erhaltene Unterstützung durch die Geschwister ist gering und liegt im Durchschnitt bei x = 1.85, s = 1.04, SD = .008. Trotz des geringen Durchschnittswertes stellt die Supportquelle „Geschwister“ die zweithäufigste Quelle der Untersuchten dar. Am häufigsten unterstützen die Geschwister durch „Taten“ (x = 1.89, s = 1.12, SD = .009) und weniger dadurch, Mut zuzusprechen oder ihren erkrankten Geschwistern zuzuhören (x = 1.34, s = 1.16, SD = .009).


3. Subskala „Unterstützung durch Verwandte“

Der Durchschnittswert der Unterstützung durch Verwandte liegt in einem niedrigen Bereich (x = .23, s = .58, SD = .004).Verwandte scheinen den Probanden am besten durch Zuhören und durch Taten (x = .27, s = .27, SD = .008) zu helfen.


4. Subskala „Unterstützung durch den Partner“

Die erhaltene Unterstützung durch den Partner liegt mit durchschnittlich x = 1.23, SD = .008 und einer empirischen Standardabweichung von s = 1.04 in einem niedrigen Bereich. Partner unterstützen am häufigsten durch Taten (x = 1.42, s = 1.19, SD = .009) und weniger dadurch, ihren Lebenspartnern verständnisvoll zuzuhören (x = 1.35, s = 1.15, SD = .009). Die Probanden erhalten ebenfalls wenig Tips, Informationen oder Ratschläge (x = 1.03, s = 1.21, SD = .009) durch ihre Lebenspartner.

5. Subskala „Unterstützung durch Freunde“

Bei dieser Skala liegt der Wert der durchschnittlichen Unterstützung in einem niedrigen Bereich (x = 1.93, s = .88, SD = .007), stellt aber gleichzeitig den höchsten durchschnittlichen Wert der gesamten erhaltenen Unterstützung in der Stichprobe dar. Freunde scheinen den Probanden am häufigsten durch Taten, verständnisvolles Zuhören und Mut zusprechen zu helfen (x = 2.13, s = 1.02, SD = .008).


6. Subskala „Unterstützung durch Kollegen“

Die erhaltene Unterstützung durch Kollegen liegt mit x = .35, SD = .005. und einer empirischen Standardabweichung von s = .66 in einem sehr niedrigen Bereich. Instrumentelle Hilfe bekamen die Probanden von den Kollegen am häufigsten (x = .48, s = .83, SD = .008). Informationelle Unterstützung erhielten sie durch die Kollegen mit einem Mittelwert von x = .002 (s = .67, SD = .005) fast nie. Emotionale Unterstützung gaben die Kollegen mit den Mittelwerten x = .31 (s = .005, SD = .69) durch „Zuhören und Verständnis zeigen“ und mit x = .33 (s = .006, SD = .77) durch „Mut machen“ insgesamt auch weniger als die Kategorie „selten“. Kollegen scheinen die Patienten in jeder Hinsicht sehr wenig zu unterstützen.


7. Subskala „Unterstützung durch Nachbarn“

Durchschnittlich erhielten die Probanden von den Nachbarn noch weniger Unterstützung als von den Kollegen. Der Durchschnitt liegt bei einem Mittelwert von x = .31 (s = .0032, SD = .18). Hierbei fand die Frage nach instrumenteller Unterstützung mit einem Mittelwert von x = .48 (s = .36, SD = .001) die häufigste Zustimmung. Am wenigsten gaben die Probanden die informationelle Unterstützung an (x = .02, s = .12, SD = .009). Nachbarn scheinen den Patienten allgemein wenig zu helfen, doch am meisten erfolgt die Unterstützung durch Taten.


8. Subskala „Mitpatienten“

Der Durchschnittswert der Unterstützung durch Mitpatienten liegt in einem sehr niedrigen Bereich bei x = .28 (s = .65, SD = .005). Sie unterstützten die Probanden am häufigsten durch emotionale Unterstützung und zwar durch Zuhören und Verständnis zeigen (x = .31, s = .82, SD = .006). Mut gemacht haben ihnen die Mitpatienten dagegen weniger. Mit einem Mittelwert von x = .25 (s = .70, SD = .005) liegt das Item „Mut machen“ am niedrigsten. Mitpatienten scheinen durch Zuhören und Verständnis zeigen emotionell zu unterstützen, doch durch „Mut machen“ geschieht dies seltener.


Die Skala der Reziprozität zeigte, dass die untersuchten Patienten durchschnittlich mehr Unterstützung gewähren als selbst Unterstützung bekommen (x = 1.2, s = .48, SD = .0093).


Subskala „Zufriedenheit mit der tatsächlich erhaltenen Unterstützung“ (UNTERST B)

Dieser Skala liegt ein bipolares 7-stufiges Rating zugrunde (1 = sehr unzufrieden bis 7 = sehr zufrieden). In dieser Untersuchung wird die Zufriedenheit in bezug auf die Supportdimension ebenfalls nach Supportquellen unterteilt.
Die durchschnittliche Zufriedenheit mit der tatsächlich erhaltenen Unterstützung ist niedrig (x = 1.84, s = .745, SD = .0061).mit der Unterstützung durch Taten waren die Probanden am zufriedensten (x = .94, s = .40, SD = .0033), doch erhalten sie wenig emotionale Unterstützung und sind demzufolge damit sehr unzufrieden (x = .90, s = .38, SD = .0031). Mit der Unterstützung durch Geschwister (x = 1.00, s = .65, SD = .0054) und durch Freunde (x = 1.00, s = .819, SD = .0067) sind die Patienten am zufriedensten. Die stärkste Unzufriedenheit mit erhaltener emotionaler, instrumenteller und informationeller Unterstützung liegt bei der „Unterstützung durch den Lebenspartner“ (x = .64, s = .72, SD = .0059).