6.5.4.1. Interindividuelle Unterschiede

Um die Hypothesen 6 –9 zu überprüfen, wurde als Signifikanztest für intervallskalierte Daten der t-Test für unabhängige Stichproben durchgeführt. Die Varianzhomogenität der beiden Stichproben ist die Voraussetzung für die Anwendung des t-Test und wurde anhand des F-Testes überprüft (Lienert & Raatz, 1994).

In der Hypothese 6 wurde angenommen, dass heterosexuelle Probanden und homosexuelle Männer unterschiedliche Werte in ihrer psychosozialen Belastung aufzeigen. Zur rechnerischen und graphischen Darstellung der Mittelwertunterschiede dient der Boxplot.

Abb.6.25.: Mittelwertsunterschiede homo- und heterosexueller Patienten.

Die homosexuellen Männer sind in der Kategorie „schwul“ repräsentiert (vgl. Kapitel 6.5.1.). Vergleicht man in der Abbildung die Mittelwerte von homo- und heterosexuellen Patienten in bezug auf ihre psychosoziale Belastung, zeigt sich, dass die heterosexuellen Patienten eine um den Faktor .13 höhere psychische Belastung aufweisen. Die Hypothese 6 kann somit bestätigt werden.

An dieser Stelle soll nun auf die Hypothese 7 eingegangen werden.

Es wurde angenommen, dass homosexuelle Probanden eine höhere psychische Belastung aufweisen als heterosexuelle Probanden. Zur Überprüfung dieser These wurde der t-Test für unabhängige Stichproben bei zweiseitiger Fragestellung durchgeführt. Dabei ergaben sich folgende Werte:

Tab.6.17.: Der Belastungsunterschied zwischen homo- und heterosexuellen Probanden.

Dieses Ergebnis besagt, dass heterosexuelle Probanden psychisch stärker belastet sind als homosexuelle Probanden. Die Annahme der Hypothese konnte somit nicht bestätigt werden und wird an dieser Stelle mit einem Risiko von .01% verworfen. Bei einem Signifikanzniveau von .22 ist das Ergebnis nicht zu interpretieren sondern stellt eine Tendenz innerhalb der Stichprobe dar.

In der Hypothese 8 wurde angenommen, dass Frauen mehr emotionale Unterstützung erhalten als Männer. Zur Überprüfung dieser Hypothese wurde als Signifikanztest der t-Test für unabhängige Variablen eingesetzt. Im Durchschnitt erhalten Männer (x = .81, s = .52, SD = .0051) mehr emotionale Unterstützung als Frauen (x = .75, s = .51, SD = .0074). Das Signifikanzniveau von .05 wurde nicht erreicht. Somit lässt sich dieses Ergebnis nicht interpretieren, sondern stellt eine Tendenz innerhalb der untersuchten Stichprobe dar. Die Hypothese konnte nicht bestätigt werden und wird an dieser Stelle verworfen mit einem Risiko von höchstens a.

Die Hypothese 9 postuliert, dass Frauen mit erhaltener Unterstützung zufriedener sind als Männer. Der Signifikanztest (t-Test) für unabhängige Variablen wurde zur Überprüfung dieser Hypothese eingesetzt. Im Durchschnitt sind Männer (x = 1.85, s = .77, SD = .0073) mit ihrer erhaltenen emotionalen Unterstützung zufriedener als Frauen (x = 1.80, s = .68, SD = .99). Das Ergebnis lässt sich aufgrund des nicht erreichten Signifikanzniveau von .05 nicht interpretieren, sondern stellt eine Tendenz innerhalb der Stichprobe dar. Die Hypothese konnte nicht bestätigt werden und wird an dieser Stelle mit einem Risiko von höchstens a verworfen.