4.3. Die soziale Integration

Die soziale Integration umfasst die Präsenz und die Quantität von Sozialbeziehungen, also die Größe des Netzwerkes und die Kontakthäufigkeit (Schwarzer & Leppin, 1991b). Die Interaktionsstruktur zwischen Präsenz und Quantität ist ebenfalls ein Indikator für die soziale Integration. Hierbei interessieren nicht nur die Sozialbeziehungen von einer Person zu anderen Mitgliedern eines Netzwerkes, sondern auch die Beziehungsstrukturen, die zwischen den anderen Personen dieses Netzwerkes vorliegen. Die soziale Integration meint hier die Interdependenz der Sozialbeziehungen und die Ausgestaltung des Netzwerkes, wobei die Größe und Dichte, Dauerhaftigkeit, räumliche Nähe, Kontaktfrequenz, Homogenität, die vermittelten Inhalte und die Reziprozität von Bedeutung sind (Schwarzer & Leppin, 1989b). Die Größe des Netzwerkes ist jedoch bei der subjektiven Bewertung von sozialem Rückhalt nicht entscheidender als die Qualität sozialer Beziehungen. Quantitativ weniger aber qualitativ hohe Kontakte scheinen demnach eine optimale Wirkung, unter Berücksichtigung der Supportquelle, auf das Wohlbefinden von Personen zu haben. Cohen (1988) postuliert, dass der Rückhalt bei einer Erkrankung und der Rückhalt in Phasen von Gesundheit unabhängig sein können. Wichtig erscheint also, in welchem Maße Personen mit dem Rückhalt zufrieden sind und von welcher Quelle der Rückhalt ausgeht. Die Untersuchungen zu erwarteter und erhaltener Unterstützung geben Einblick in die Interaktionsstrukturen von Personen, und erlauben somit in der Analyse Aussagen zu den positiven oder negativen Effekten von Supportsystemen.