3.5. Therapie

Eine spezifische Therapie der AIDS-Erkrankung ist zur Zeit nicht bekannt. Der Schwerpunkt der derzeitigen Therapie besteht darin, die lebensbedrohlichen opportunistischen Infektionen sowie die Neoplasien (bösartige Neubildungen) zu bekämpfen (Moormann et al., 1998).

Alle derzeit erhältlichen Medikamente sind nicht fähig, eine HI-Virusreplikation dauerhaft zu unterdrücken. Das bedeutet, dass es keine Langzeitvorteile unter dem Einsatz antiretroviraler Medikamente gibt. Hohe Kosten, toxische Nebenwirkungen und die Wahrscheinlichkeit einer Resistenzentwicklung stellen Faktoren dar, die gut abgewogen werden sollten, wenn es um den Therapiebeginn bei noch asymptomatischen Patienten geht. Derzeitiger Stand der Forschung ist die früheste Inhibition der Virusreplikation nach Infektion mit dem HI-Virus. Die Umsetzung neuerer Forschungsergebnisse in die klinische Praxis zeigt bis jetzt nur geringe Erfolge (Mertgen & Flemming, 1995). Demzufolge ist zu vermuten, dass Probanden der eigenen Untersuchung unter Nebenwirkungen der antiretroviralen Therapie leiden.
Im folgenden werden die wichtigsten derzeit eingesetzten antiretroviralen Medikamente vorgestellt. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit verzichte ich an dieser Stelle auf eine detaillierte pharmakologische Darstellung.

Folgende Medikamentengruppen werden derzeit zur Behandlung von HIV und AIDS eingesetzt:

1. Reverse-Transkriptase-Hemmer, Beispiel: Retrovir® (AZT), (vgl. Kapitel 3.7.1.).

2. Nicht-Nukleosidale-Reverse-Transkriptase-Hemmer, Beispiel: Lovirid®.

3. Protease-Hemmer, Beispiel: Saquinavir®.



Diese Medikamente bewirken eine Verzögerung des symptomatischen Stadiums und können somit zu einer Verbesserung der Lebensqualität der Patienten beitragen (Lauritsen, 1990). Zwölf Medikamente der Nicht-Nukleosidale-Reverse-Transkkriptase-Hemmer (NNRTH) und der Protease-Hemmer befinden sich derzeit noch in klinischen Studien.

Alle genannten Medikamentengruppen hemmen das HIV-typische Enzym Reverse Transkriptase (vgl. Kapitel 3.7.1.). Eine Mono- oder Kombinationstherapie dieser Medikamente kann AIDS nicht heilen, sondern nur, unter Abwägung der Nebenwirkungen, hinsichtlich der aktuellen körperlichen Verfassung Krankheitszeichen mildern. All diese antiretroviralen Medikamente beschreiben folgende Nebenwirkungen: Allergische Reaktionen, Hautrötungen, Fieber, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen, Blutbildveränderungen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit Leberentzündungen.