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4.1. "The suicide", Emile Durkheim (1897) Die ersten Untersuchungen zur sozialen Unterstützung waren Studien über "Selbstmord" des Soziologen Emile Durkheim (1897), welche bis heute zur Bedeutung dieses Konstruktes beigetragen haben. "Biography: Emile Durkheim, french Sociologist and Philosopher, 1858-1917.Sociologist, born in Epinal, France, generally regarded as one of the founders of sociology. He studied in Paris, and became teacher, then taught at the university of Bordeaux, 1887, and at the Sorbonne. His writings include "Les Règles de la méthode sociologique" (1894, The Rules of Sociological Method) and a definitive study of " suicide (1897)". He is perhaps best known for his concept of "collective representations", the social power of ideas stemming from their development through the the interaction of many minds
Emile Durkheim
Abb.4.5.: Durkheim, E., Durkheim beschäftigte sich in seinen Studien damit, den Selbstmord als soziales Phämomen zu erklären, und weniger den Selbstmord aufgrund persönlicher Problematiken. Anhand sozialer Statistiken zeigte Durkheim eine Prävalenz von Selbstmordraten bei Personengruppen mit geringer sozialer Anbindung (Brownell & Shumaker, 1984; Münch, 1991). Die vier nach Durkheim beschriebenen Formen des Selbstmordes stehen alle in einer engen Beziehung zu der gesellschaftlichen Situation und nehmen so Bezug zu der Begrifflichkeit des "sozialen Rückhaltes". Die Anzahl der Kinder und der Familienstand stehen ebenfalls in Verbindung zur Selbstmordrate. Lebenspartner und Eltern vieler Kinder weisen eine niedrigere Selbstmordrate auf als verwitwete, unverheiratete oder kinderlose Personen. Viele sozialepidemiologische Studien belegen diesen Befund in der heutigen Support- und Gesundheitsforschung Der "altruistische Selbstmord" ist kein Phänomen der Neuzeit, sondern trat schon in alten Kulturen, wie zum Beispiel im Hinduismus, auf. Unter altruistischem Selbstmord versteht man das Beenden des eigenen Lebens aufgrund gesellschaftlichen Drucks, um soziale Ziele zu wahren. Der individuelle Wert des Einzelnen ist hierbei nicht von Bedeutung, sondern nur die Gruppe der einzelnen Individuen als Ganzes. Durch Ehrverletzung oder schuldhaftes Verhalten einzelner Individuen verlangt die Gesellschaft die Selbsttötung des Betroffenen. Den altruistischen Selbstmord fand Durkheim sowohl im hinduistischen Kulturkreis als auch in der Armee. Durch die Bedeutung des gesamten Militärkörpers kommt dem einzelnen Individuum eine gewisse Bedeutungslosigkeit zu. Den "anomischen Selbstmord" bringt Durkheim in Zusammenhang mit den politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten einer Gesellschaft. Anomie beschreibt den Zustand der Regellosigkeit in einer Gesellschaft. Die Beziehung von Selbstmord zu der wirtschaftlichen Situation beschreibt Durkheim folgendermaßen: (... wenn also Wirtschafts- oder Finanzkrisen die Selbstmordzahlen nach oben treiben, dann nicht infolge der wachsenden Armut, Konjunkturen haben die gleiche Wirkung; die Selbstmorde nehmen einfach zu wegen der Krisen, dass heißt wegen der Störungen der kollektiven Ordnung...) (Durkheim, 1973, 278 ). Durch seine Untersuchungen zeigte Durkheim die Zusammenhänge zwischen einer sozialen Einbettung und dem subjektiven Wohlbefinden auf. Heckhausen (1989) spricht hierbei von der "social affilation", den Wunsch nach sozialer Anbindung. Dieses Bedürfnis reguliert das Verhalten und die Wahrnehmung und ist somit kognitiv und behavioral handlungssteuernd. Sozialer Rückhalt hat demzufolge bei der AIDS-Erkrankung eine kognitive und handlungssteuernde Funktion in der Krankheitsbewältigung |
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