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Grundprinzipien der Psychomotorik

Beinahe ein halbes Jahrhundert ist es her, seit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Gütersloh von E.J. Kiphard und seinen KollegInnen die Psychomotorik in Deutschland auf den Weg gebracht wurde. Mit vielen kreativen Ideen und der unmittelbaren, praktischen Erfahrung wurde dort die "Psychomotorische Übungsbehandlung" als neuer Weg in der Arbeit mit "schwierigen" Kindern und Jugendlichen entwickelt. Inzwischen wird die vielfältige Psychomotorik in verschiedenen theoretischen Ansätzen begründet und in unterschiedlichen Arbeitsfeldern angewendet.

Ganzheitlichkeit: Psychomotorik weiß um die ständige Wechselbeziehung von allen Aspekten der Persönlichkeit (Wahrnehmung, Bewegung, Psyche, sozialer und materieller Umwelt).
Bedeutung: Jede Bewegungshandlung bringt symbolhaft einen tieferliegenden Sinn zum Ausdruck. Dieser will anerkannt und verstanden werden.
Spiel: Im intermediären Raum zwischen Erfahrungen und Vorstellungen können Träume und Realität spielerisch ausgedrückt und verwandelt werden.
Attraktives Material: Vielseitige und variationsreiche Erfahrungen ermöglichen Handlungsfähigkeit (Praxie), Körper- und Sozialerfahrung.
Motivation: Eigenmotivierte Kinder lernen mit Neu-gier, mit Bewegungsfreude und mit Konzentration.
Positives Selbstkonzept: Bewegungserfolge und Wertschätzung verhelfen zu einer poitiven Einstellung zu sich selbst.
Selbständigkeit: Nur selbständige Kinder werden kompetent und eigenverantwortlich ihre Entwicklung nach ihren Bedürfnissen und Fähigkeiten vorantreiben.
Ressourcenorientierung: Gestärkte Kinder lernen freiwillig und leicht.
Gruppe: Im sozialen Kontext lernen Kinder durch Beobachtung, Nachahmung und Auseinandersetzung.
Präsenz: Kinder und Erwachsene begegnen sich in der Gegenwart im aufmerksamen, offenen und gleichberechtigten Dialog.
Elterngespräche: Auch im gleichberechtigten Austausch mit den Eltern können familiäre Entwicklungen begleitet werden.